Wetterrückblick - Feuchtkalte Luftmassen dank Tief „Hermine“ / Polarluft zum Monatsende / Kein einziger Eistag Zu nasser und warmer Wolken-Januar

Von 
Lea Seethaler
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Mannheim. Mit einer Mitteltemperatur von 2,6 Grad war der Januar um 1,4 Grad zu warm. Das teilte Andreas Pfaffenzeller vom Deutschen Wetterdienst mit. Er wertet für den „MM“ die Daten aus der Quadratestadt aus. Der wärmste Tag war der 28. Januar mit einem Höchstwert von 12,9 Grad. Das läge aber noch deutlich unter dem absoluten Monatsrekord 16,4 Grad von 1991, so Pfaffenzeller.

Beeindruckend bewölkt – der Himmel um den Fernsehturm. © Joana Rettig

Nur einmal Schneedecke

Januar-Wetter Wolkenzauber und Schnee von gestern

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Als tiefste Temperatur wurden -6,2 Grad gemessen. Insgesamt gab es acht Frosttage – der Durchschnitt sind 16 Tage. Unterdessen gab es aber keinen einzigen Eistag. Normalerweise sind es durchschnittlich sechs Eistage. „Die Sonne schien 31,5 Stunden“, führt der Experte aus, was den Januar wettermäßig ausgemacht hat. Der Monat liegt auf Platz neun „der sonnenärmsten Januare“.

Mit einer Monatssumme von 48 mm Niederschlag war der Januar zu nass. Nur am 17. Januar wurde eine Schneedecke gemessen. Sie hatte eine Höhe von vier Zentimetern. Im Verlauf zeigte sich der erste Jahresmonat abwechslungsreich. „Tief Hermine führte zum Monatsbeginn feuchtkalte Luftmassen vom Nordmeer nach Baden-Württemberg“, so Pfaffenzeller. Dann steuerte Mittelmeertief Lisa an seiner Nordflanke in einer Ostströmung feuchte Kaltluft vom Balkan nach Süddeutschland. „Es war fast immer bedeckt und bei zeitweise Schneeregen oder Schnee lagen die Tageshöchstwerte bei 2 bis 4 Grad.“

Hoch Antje sorgte kurz vor der Monatsmitte für Wetterberuhigung. Es kam zu einer Inversionswetterlage. Die oberen Luftschichten sind dabei wärmer als die unteren. Bei überwiegend Sonne lagen die Höchstwerte in der Quadratestadt somit bei 2 Grad und nachts gab es „mäßigen Frost“, bei -5 bis -6 Grad, erläutert Pfaffenzeller. Die Tiefs Dimitrios, Erhan und Flaviu lenkten danach überwiegend feuchte Polarluft vom Nordmeer und Skandinavien nach Baden-Württemberg. „Es dominierte starke Bewölkung und wiederholt gab es Schneeregen oder Schnee“, so der Experte. Die maximalen Werte betrugen 1 bis 6 Grad.

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Zum Monatsende hin verlagerten sich Tief Goran und Hakim von den Britischen Inseln nach Skandinavien und „schaufelten“ auf ihrer Vorderseite milde, teils sehr milde atlantische Luftmassen von der iberischen Halbinsel in den Südwesten Deutschlands. Bei starker Bewölkung und Regen erreichten die Tageshöchstwerte 10 bis 12 Grad. Tiefs Jusuf und Kasper lenkten schließlich feuchte Polarluft vom Nordmeer nach Baden-Württemberg, so dass bei starker Bewölkung und teils Schneefall die Tageshöchstwerte nur 2 bis 6 Grad erreichten. Zum Monatsschluss waren es diese beiden Tiefs, die durch die Polarluft für starke Bewölkung und zeitweiligen Niederschlag sorgten. Die Tageshöchstwerte sanken von 13 auf 4 Grad.

Info: Fotostrecke unter morgenweb.de/mannheim

Infos und Historie

  • Kurze Informationen zum Luftdruck in Mannheim und der Region sowie zu historischen Daten geben Experten von der Regionalzentrale unter der Telefonnummer 069/80 62 95 23.
  • Die Mannheimer Wetter-Warte zog 1975 von der Gartenstadt auf die Vogelstang. Damals wurde auch das Aufgabengebiet erweitert. Sie war noch bis vor einigen Jahren rund um die Uhr besetzt. 1996 wurde die Warte in eine Wetterstation umgewandelt. Die persönliche Beratung übernimmt die Regionalzentrale Stuttgart.

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Redaktion Redakteurin und Online-Koordinatorin der Mannheimer Lokalredaktion