Das Wetter des Monats - Der Juli war viel zu warm, sehr trocken und sonnig / Hochdruckgebiet sorgt für Hitzerekord / Regenschauer zum Wochenstart Yvonne lässt Mannheimer schwitzen

Von 
Christine Maisch
Lesedauer: 
Sommerspaß im Herzogenriedbad: Quinn mit Papa Bernhard Miller. © Blüthner

Mannheim. Hitzerekord zum Finale: „Nach einem ohnehin schon sehr sommerlichen Monat sorgt Hoch Yvonne zum Ende noch einmal für eine kleine Sensation“, wie Andreas Pfaffenzeller bei einem Blick in seine Daten resümiert. „Mit 39,5 Grad erlebten die Mannheimer am Donnerstag, 25. Juli, den heißesten Juli-Tag, der seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1949 in der Stadt gemessen wurde“, sagt der Fachmann, der im Auftrag des Deutschen Wetterdienstes (DWD) die Werte für die Quadratestadt und die Region im Auge behält. Damit lande der bisherige Juli-Spitzenreiter vom 4. Juli 2015 mit 38,8 Grad auf Platz zwei.

Infos und Historie

  • Kurze Informationen zum Luftdruck in der Quadratestadt und in der Region sowie zu historischen Daten geben die Experten von der inzwischen für Mannheim zuständigen Regionalzentrale unter der Telefonnummer 069/80 62 95 23.
  • Die Mannheimer Wetter-Warte zog im Jahre 1975 von der Gartenstadt an den Rand des Ortsteils Vogelstang am Köthener Weg. Damals wurde auch das Aufgabengebiet erweitert. Sie war noch bis vor einigen Jahren rund um die Uhr besetzt.
  • 1996 wurde die Wetter-Warte in eine Wetterstation umgewandelt. Die persönliche Beratung ging inzwischen an die Regionalzentrale in Stuttgart über. 
AdUnit urban-intext1

Der höchste Wert, den die Meteorologen überhaupt jemals im Verlauf eines Jahres in Mannheim festgehalten hatten, stammt vom 7. August 2015. Damals kletterte die Quecksilbersäule auf 39,8 Grad.

Schwüle Tropennacht

Mit 22 Sommertagen - an denen das Thermometer nicht unter die 25er-Marke rutscht - und zehn heißen Tagen (nicht unter 30 Grad) übertraf der Juli 2019 die Mittelwerte der Messreihe 1961 bis 1990 mit 15 Sommertagen und darunter fünf heißen Tagen deutlich.

Doch trotz aller Freude über die lauen Sommerabende: In der Nacht vom 25. auf den 26. Juli zeichnete das DWD-Team mit einem Minimum von 20,6 Grad eine Tropennacht (Minimum 20 Grad) auf, in der viele Mannheimer keinen erholsamen Schlaf fanden. Aber es gab auch immer wieder so manchen richtig erfrischenden Morgen: Die tiefste Temperatur betrug in den Frühstunden des 10. Juli 5,4 Grad. Das ist nahe am Juli-Minimumrekord vom 1. Juli 1984 mit 4,7 Grad.

AdUnit urban-intext2

Mit 290 Sonnenstunden erreichte der Juli mehr als 120 Prozent des Mittelwertes. Das hatte dann jedoch wieder zur Folge, dass die Monatssumme des Niederschlages mit 42,7 Litern pro Quadratmeter nur etwas mehr als die Hälfte der durchschnittlich zu erwartenden Menge erreichte.

Tief Pirmin führte zu Beginn des Monats einen Schwall Polarluft von Skandinavien nach Baden-Württemberg. Zum Ausklang des Monats kam dann Yvonne ins Spiel. Das Hochdruckgebiet verlagerte seinen Schwerpunkt von Frankreich über Süddeutschland nach Polen und führte dabei über Spanien und Marokko sehr heiße Luft nach Mitteleuropa.

Ungemütliche Aussichten

AdUnit urban-intext3

Mit Annäherung von Tief Vincent gab es dann Schauer oder Gewitter, die sich in der schwülheißen Luftmasse mit Schwerpunkt über dem Südwesten Deutschlands entluden. Das Thermometer kletterte dabei teilweise über die 40er-Marke hinaus. Und nachts „kühlte“ es nur auf 21 bis 13 Grad ab.

AdUnit urban-intext4

Und wie geht es diese Woche weiter? „Eher ungemütlich“, stellt der Meteorologe fest. Schon heute erwarten er und seine Kollegen in Mannheim und der Region zwar noch sommerliche 18 bis 29 Grad, aber viele Wolken mit Schauern und Gewittern. Das gilt auch für Mittwoch bei Temperaturen zwischen 15 und 25 Grad.

Erst am Donnerstag lässt sich die Sonne wieder zwischen Wolkenfeldern dauerhaft am Himmel über Mannheim blicken. Heitere Prognosen hat der Wetterfachmann bei Temperaturen bis zu 29 Grad auch für Freitag parat. Und was erwartet uns am Wochenende? Da möchte sich der Wetterexperte lieber noch nicht ganz so genau festlegen. „Schau’n mer mal“, räumt er lachend ein.

Redaktion

Thema : Wetter des Monats

  • Wetter in Mannheim Sonnenrekord zum Jahresfinale

    Eine Fülle von Tagen, an denen es selbst nachts noch so warm war, dass an Schlaf kaum zu denken war und nur ein einziger sogenannter Eistag, an dem der Boden von morgens bis abends gefroren blieb.

    Mehr erfahren
  • Wetter Hoch Pit sorgt für sonniges Herbstfinale in Mannheim

    Die Bilder von der Farbenpracht des Herbstlaubs aus den vergangenen Tagen sind noch so lebhaft gelb und rot leuchtend vor Augen, dass man es kaum glauben mag. Aber der Oktober 2020 war ganz und gar nicht golden.

    Mehr erfahren
  • Mannheim Tief Xyla stimmt auf kühlere Tage ein

    Er ist schön und so lange gewesen, dass er gefühlt sogar noch weit bis in den ersten Herbstmonat hineingereicht hat: der Sommer 2020. Der September war ungewöhnlich warm, sonnig und sehr trocken.

    Mehr erfahren