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Hochwasserkatastrophe - Mitglieder vom Mannheimer Technischen Hilfswerk versorgen die anderen Einsatzkräfte auf dem Nürburgring

„Wir wissen nicht, wo uns der Kopf steht“

Von 
Peter W. Ragge
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Noch mindestens bis zum Wochenende bleiben Mitglieder des Technischen Hilfswerks Mannheim (THW) im Hochwasser-Katastrophengebiet in Rheinland-Pfalz im Einsatz. Zwar sind die Helfer, die sich an ersten Aufräumungsarbeiten beteiligt haben, schon zu Hause. Aufgestockt wurde dagegen das Team der Fachgruppe Logistik und Verpflegung, das am Nürburgring in der Eifel die anderen Einsatzkräfte versorgt.

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Mannheimer THW-Helferinnen geben Essen auf dem Nürburgring aus. © THW

Zwischendurch gab es auch einen Schichtwechsel, „einige mussten wieder an ihren Arbeitsplatz oder zur Familie“, so Nicole Dudziak, die THW-Ortsbeauftragte. Doch statt zuvor elf sind jetzt 14 Mannheimer mit den Mitgliedern von den entsprechenden Fachgruppen aus zehn anderen THW-Ortsverbänden auf dem Nürburgring. Die Rennstrecke ist ein sogenannter Bereitstellungsraum für alle Helfer im Katastrophengebiet, ob Soldaten, Feuerwehrleute, THW oder Rettungsdienste. Die Mannheimer sorgen in der Küche der Boxengasse unter anderem für Essen und Getränke.

„Das wird hier immer größer“, berichtet Nicole Dudziak, die selbst zum Verpflegungsteam gehört. „Am Samstag haben wir für 800 Leute gekocht, dann wurden es 1200, dann 1400, jetzt sind wir bei 3600 Essen – wir wissen nicht, wo uns der Kopf steht und sehen nicht, wo das enden soll“, erzählt sie. Wegen der Corona-Hygieneregeln könne man auch nicht einfach Wurst- und Käseplatten zur Selbstbedienung machen, „sondern wir müssen alle Brötchen schmieren, belegen und einzeln ausgeben“, so Dudziak.

Psychisch belastend

Daher fange ein Team um 4 Uhr nachts an, das Frühstück vorzubereiten, und am Abend vorher seien noch um 0.20 Uhr die letzten Helfer hungrig und abgekämpft gekommen. Dennoch sei unter den Mannheimer Helfern „die Stimmung gut“: „Wenn mal einer einen Durchhänger hat, reißen ihn die anderen wieder mit – zusammen schaffen wir das, wir sind ein eingeschworenes Team und helfen gern“, sagt Dudziak. Allerdings sei es schon belastend, wenn die Helfer von den Aufräumarbeiten zurückkommen, „dreckig bis zur Hüfthöhe“, wie sie schildert, und die manchmal noch auf Leichen stoßen: „Das sind körperlich schwerste Arbeiten, aber nicht nur, die sind in jeder Hinsicht ganz fix und alle, einfach durch.“ Als sie dieser Tage mal an der Essenausgabe einen Helfer „mit ganz leeren Augen“ sah, habe sie ihm sofort ein Gespräch angeboten – schließlich ist Dudziak auch im Einsatznachsorge-Team des THW Baden-Württemberg für belastende Situationen.

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