„Wir haben ein paar tolle Ideen für 2023“

Von 
Thorsten Langscheid
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Ausstellungsbevollmächtigte Lydia Frotscher verspricht „Überraschungen“ und möchte bei Blumenschmuck und Gartengestaltung Akzente setzen. © Buga

Mannheim. „Ich bin noch ganz entspannt“, sagt Lydia Frotscher beim Gespräch mit dieser Redaktion in einem eher kargen Besprechungsraum der Buga-Gesellschaft im Stadthaus N 1. Die Garten- und Landschaftsbaumeisterin aus Zeulenroda in Thüringen ist Ausstellungsbevollmächtigte der Mannheimer Bundesgartenschau 2023 und in dieser Funktion von der Deutschen Bundesgartenbaugesellschaft (DBG) in die Quadratestadt entsendet worden.

Buga 2023

  • Die Bundesgartenschau 2023 auf dem Spinelli-Areal und im Luisenpark will an 180 Ausstellungstagen über 5000 Events anbieten.
  • Auf den 62 Hektar Spinelli und 42 Hektar Luisenpark werden 2,1 Millionen Besucher erwartet.
  • Die Vorbereitungen in Spinelli laufen nach Angaben von Buga-Geschäftsführer Michael Schnellbach weitgehend im Zeitplan.
  • Mehr Infos unter www.buga23.de.
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„Wie auf jeder Baustelle kommen auch bei der Buga die Gärtner ganz am Schluss an die Reihe“, lacht sie. „Wir knüpfen Kontakte, entwickeln die gärtnerischen Konzepte, beginnen langsam mit den konkreten Planungen für den Ablauf des Jahres 2023“, schildert sie daher ihren zur Zeit noch überwiegend am Schreibtisch stattfindenden Arbeitstag. Doch dabei will sie bereits Weichen stellen und neben erfahrenen Gärtnereien junge Talente suchen, die mit frischen Ideen in die Leistungsschauen der Buga gehen.

Einen eigenen Garten hat Lydia Frotscher übrigens nicht. „Mein Balkon in Ilvesheim ist aber voller Pflanzen“, erzählt sie. Kein Wunder: Sie kam zu Beginn der Corona-Krise in Mannheim an. Ihre Hobbys Wandern, Sport treiben und zu Konzerten gehen fielen deswegen erst einmal flach: „Ich bin mit Auspacken und Einrichten viel weiter als geplant“, berichtet sie. „Und jetzt freue ich mich darauf, Mannheim richtig kennenzulernen.“ Die 35-Jährige hat erste Gartenschau-Erfahrung 2019 in Heilbronn gesammelt, wo sie bereits als Projektleiterin arbeitete. „Dort bin ich erst kurz vor Beginn der Buga zum Team dazugekommen, alles war schon fast fertig“, berichtet sie. „Und alle waren damals super aufgeregt.“ Das ist in Mannheim – noch – ganz anders. „Aber super spannend“, denn: Noch ist das künftige Ausstellungsgelände eine wilde Mischung aus Brachfläche, Abriss-Baustelle und Abraum-Halden.

„Mir vorzustellen, wie es 2023 hier aussehen wird, das ist richtig aufregend.“ Allzu viel verraten möchte sie aber noch nicht: „Wir wollen uns so früh noch nicht festlegen, vieles ist einfach noch nicht soweit.“ Aber: „Wir haben ein paar tolle Ideen“. Klar ist, dass Lydia Frotscher mit ihrem Gärtner-Team gut und gerne 1,4 Millionen Blumenzwiebeln, 350 000 Pflanzen für den sogenannten Wechselflor, 120 000 Stauden und rund 8000 Rosen auf dem Areal rund um die U-Halle in den Boden bringen wird. Und dabei inhaltliche Akzente setzen möchte: Zum Beispiel mit alten, nicht mehr gebräuchlichen Sorten oder mit besonders bienenfreundlichen Stauden, Rosen und Dahlien. Die gärtnerischen Leistungsschauen im Freiland und in der Halle der Buga setzen im Handel durchaus Trends für Beet und Balkon.

Spontane Umarmung

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Zur Bundesgartenschau kam die Thüringerin nach ihrer Ausbildung im Garten- und Landschaftsbau 2018, nachdem sie in München in einem Betrieb gearbeitet und dort ihre Meisterprüfung abgelegt hatte. Viele Kollegen seien mit ihren Meisterbriefen wieder zurück in ihre Betriebe gegangen. „Ich wollte was Neues machen“, sagt sie und bewarb sich in Heilbronn. So kam es, dass sie für die wechselnde Bepflanzung von 8000 Quadratmetern Freiland-Ausstellung und die gärtnerischen Wettbewerbe zuständig war.

„Eine der schönsten Erfahrungen dort war, wie viele Menschen emotional auf unsere Gartenarrangements reagierten“. Das ging so weit, dass sie von Besuchern sogar spontan umarmt worden sei. „Das ist das tollste an meinem Job: Wir machen das ja nicht für uns, sondern für die Besucher, die sich in den Anlagen wohlfühlen sollen.“ Sie bedauert zwar, noch nicht mehr davon präsentieren zu können. Macht aber auch neugierig und verspricht für 2023: „Ein bisschen Überraschung wird auch dabei sein!“

Redaktion schreibt als Reporter über Mannheimer Themen

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