Verkehr - Die Brücke über die Riedbahn trägt nun offiziell den Namen des langjährigen Vorstands der Gartenstadt-Genossenschaft "Walter Pahl hat es einfach verdient"

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Enthüllen das Namensschild (v.l.): die Stadträte Andrea Safferling und Konrad Schlichter, Witwe Luise Pahl, Bezirksbeirat Stefan Höß und Peter Kurz.

© Prosswitz

Passend zum freudigen Ereignis gestern vertreibt auch die Sonne die letzten Wolken und strahlt auf die Brücke über die Riedbahn in der Gartenstadt. Direkt am Aufgang hängt ein rotfarbenes Kaschmirtuch und verdeckt, worauf alle gespannt warten - das Schild mit dem Namen der Brücke, das enthüllt werden soll. Oberbürgermeister Peter Kurz steht bereit und wartet auf eine ganz besondere Frau: Luise Pahl. Stellvertretend für die gesamte Familie überreicht Kurz ihr ein zweites Schild, auf dem der gleiche Name steht wie auf dem unter dem Tuch: "Walter-Pahl-Brücke".

Walter Pahl - ein Stück Tradition

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Beschlossen wurde diese Benennung im Februar 2014 vom Gemeinderat - und Kurz weiß, genau wie viele Gartenstädter, wieso dieser Mann genau der richtige Namensgeber ist. "Sein Name zeigt die Historie und Tradition der Stadt. Es ist wichtig, einen so außergewöhnlichen Menschen dauerhaft zu ehren." Walter Pahl habe nicht nur die Gartenstadt und Mannheim gestaltet, sondern sei auch über die Grenzen hinaus anerkannt, unter anderem als Ehrenbürger der Stadt Baltimore. Als Vorstand der Wohnbaugenossenschaft Gartenstadt-Genossenschaft eG habe Pahl "die Aufbauleistungen der Nachkriegszeit maßgeblich mitbestimmt und gefördert", lobt Kurz Pahls Lebenswerk. Seinen Genossenschaftsgedanken trug Pahl auch nach seiner Pensionierung weiter. Er gründete die Vermietungsgenossenschaft Ludwig-Frank eG, die 1993 als mustergültiges Beispiel mit dem Word Habitat Award von der UNO ausgezeichnet wurde.

Außerdem betonte Kurz, dass Selbsthilfe und Solidarität Pahl auszeichnete. Das habe er nicht nur in der Genossenschaftsarbeit übermittelt, sondern auch in seiner langjährigen Arbeit als Kommunalpolitiker. Im Jahr 1988 wurde ihm auch deshalb das große Bundesverdienstkreuz verliehen.

Aber nicht nur Politiker und Genossenschaftsmitglieder freuen sich über die Namenswahl, auch Madeleine Unger (70) aus der Gartenstadt strahlt, als sie den Namen unter dem Tuch sieht: "Er hatte einen großen Bezug zur Gartenstadt und war hier sehr verwurzelt. Außerdem genießt er weltweit viel Anerkennung. Ich bin sehr froh, dass es so gekommen ist. Pahl hat es einfach verdient." jh