Tierschutz - SPD-Landtagsfraktion reicht Anfrage an Landesregierung ein zur Lage in Mannheimer Betrieb

Vorwürfe gegen Schlachthof Thema in Stuttgart

Von 
Timo Schmidhuber
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Bis 2017 in städtischer Hand, jetzt von privaten Unternehmern betrieben: der Mannheimer Schlachthof im Fahrlachgebiet. © Thomas Tröster

Mannheim. Der Vorwurf einer grausamen Behandlung von Tieren im Mannheimer Schlachthof beschäftigt nun auch die Landesregierung in Stuttgart. Die SPD-Fraktion im Landtag hat nach eigenen Angaben eine sogenannte Kleine Anfrage an die Landesregierung gestellt. Darin wollen die Sozialdemokraten unter anderem wissen, was die Regierung über Missstände bei der Anlieferung von Schlachttieren in Mannheim wisse, durch wen und wie oft die Anlieferung kontrolliert werde und welche Beanstandungen es dabei in den vergangenen zwei Jahren gegeben habe.

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Hintergrund sind Bilder und Videos, die die Tierschutzorganisation Peta vergangene Woche veröffentlicht hatte und die deren Angaben zufolge vom April und Mai dieses Jahres stammen (wir berichteten). Sie zeigen unter anderem verletzte Schweine in einem Transporter vor dem Schlachthof. Zu sehen ist auch eine Person, die ein Tier am Schwanz ins Gebäude schiebt. Wegen einer Anzeige im Zusammenhang mit diesen Bildern ermittelt nun auch die Staatsanwaltschaft.

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Bereits im August hatte Peta dem Schlachthof ähnliche Verstöße vorgeworfen. „Die neuerlichen Vorwürfe gegen einen Schlachthof in Baden-Württemberg zeigen, dass wir im Bereich des Tierschutzes im Land weiterhin sehr großen Nachholbedarf haben“, sagt der für das Thema zuständige SPD-Abgeordnete Jonas Weber. „Kontrollen und Unterstützung für Schlachthöfe müssen wirken und dürfen nicht nur immer wieder von der Landesregierung angekündigt werden.“

Der Mannheimer Schlachthof wird von einer privaten GmbH betrieben, zu der sich Fleischhändler zusammengeschlossen haben. Der Betrieb hat, wie berichtet, wirtschaftliche Schwierigkeiten, befindet sich derzeit in einer sogenannten Insolvenz in Eigenverwaltung und arbeitet an einem wirtschaftlich tragfähigen Konzept für die Zukunft. Der Generalbevollmächtigte hatte am Montag zu den Peta-Vorwürfen erklärt, es gebe im Schlachthof „eine sehr engmaschige Kontrolle durch Veterinäre“. Die reiche von der Ankunft der Tiere bis zur Schlachtung. „Da würde eine grausame Behandlung der Tiere auffallen.“

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Redaktion Redakteur in der Mannheim-Redaktion