Geburtstag - Uwe Bicker wird am Sonntag 75 Jahre alt / Ein Macher, der im Amt polarisierte Vom Manager zum Dekan

Von 
wam (Bild: Thomas Rittelmann)
Lesedauer: 

Hochkarätige Ehrenämter wie den Vorsitz des Hochschulrates der Universität Marburg übt der einstige Dekan der Medizinischen Fakultät Mannheim nach wie vor aus. Am Sonntag wird Uwe Bicker 75 Jahre alt. Seinen halbrunden Geburtstag feiert er mit seiner Ehefrau im Kreise der Familie, zu der Tochter, Sohn und zwei Enkel gehören.

AdUnit urban-intext1

Als der doppelt promovierte Chemiker und Arzt im Januar 2012 feierlich die akademische Führung der Medizin-Fakultät übernahm, lag bereits eine glänzende Industriekarriere hinter ihm. Und die hatte der in Halle geborene Wissenschaftler nach seiner Übersiedlung in den Westen 1975 mit Führungspositionen zunächst bei Boehringer Mannheim, heute Roche, begonnen und ab 1994 in der Hoechst-Gruppe ausgebaut. Dass der erfolgreiche Pharmamanager in einer finanziell schwierigen Situation als Dekan und Geschäftsführer für die Bereiche Forschung und Lehre geholt wurde, kam nicht von ungefähr: Bicker war seit 1976 außerplanmäßiger Professor und seit 2005 Ehrensenator der Mutteruniversität Heidelberg.

In dem akademischen Amt sollte es schon bald Turbulenzen geben: Als einige Klinikprofessoren Bicker vorwarfen, an gewählten Gremien vorbei zu agieren, und sich nicht für die Eigenständigkeit der Mannheimer Medizin-Fakultät einzusetzen, kündigte dieser seinen Rücktritt an – von dem er aber wieder zurücktrat. Ein „ offener Brief“ sollte im Herbst 2014 für Wirbel sorgen: Angesichts der sich zuspitzenden Hygieneaffäre forderte Bicker eine Veränderung der Klinikum-Leitungsstrukturen wie auch des Aufsichtsrates. Daraufhin sah Oberbürgermeister Peter Kurz keine Basis mehr für „eine vertrauensvolle Zusammenarbeit“.

Uwe Bicker hatte als Dekan erbitterte Gegner, aber auch enthusiastische Mitstreiter. Als er im Alte von 70 Jahren das Amt an Sergij Goerdt übergab, würdigte ihn der Rektor der Mutter-Universität Heidelberg, Bernhard Eitel , als „rettenden Kopf“ mit Blick für Perspektiven. Im Gespräch mit dem „MM“ freut sich der Jubilar über „die hervorragende Entwicklung“ der Mannheimer Medizin-Fakultät. Und die hat Uwe Bicker als Dekan in schwarze Zahlen geführt.