Erkennen Sie Mannheim (Auflösung Folge 151) - Gesucht war der prominente Bau an der Käfertaler Baumstraße / „Milch und Kakao in Dreiecksbeuteln“ Vier Generationen in der Dürer-Schule

Von 
Heiko Brohm
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Gebaut wurde die Albrecht-Dürer-Schule bis zum Jahr 1928, das historische Bild entstand kurz danach. Nach Zerstörungen im Krieg und einer Sanierung sieht das Gebäude heute leicht verändert aus. © Marchivum/Tröster

Es gibt Dinge im Leben, die vergisst man einfach nicht. Dazu zählt neben vielen anderen sicher auch die eigene Schulzeit. Das erste mal im Klassenraum sitzen mit vielen anderen Kindern, die Schultüte, die Lehrer . . . Ihre Schulzeit jedenfalls hat auch Heide Henigin nicht vergessen. Und so erkannte sie natürlich auch „ihre“ Grundschule: die Albrecht-Dürer-Schule in Käfertal.

Die Gewinner Folge 150

  • Der „Mannheimer Morgen“ und das Marchivum arbeiten bei der Serie „Erkennen Sie Mannheim?“ mit historischen Bildern Mannheims Hand in Hand.
  • In jeder Serienfolge werden unter den richtigen Einsendungen Bildbände, DVDs oder historische Schriften und Bücher vom Marchivum verlost.
  • Die drei Gewinner erhalten ihre Preise in den kommenden Tagen zugesandt.
  • Beim Rätsel Folge 151 um die Albrecht-Dürer-Schule in Käfertal haben gewonnen: Elvira und Karl-Heinz Masuch, Helga Fröhner, Irmgard Pott.
  • Die Folge 152 von „Erkennen Sie Mannheim?“ erscheint am Mittwoch, 7. November – und eine Woche später am Mittwoch, 14. November, dann die Auflösung dazu.
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Die historische Aufnahme aus dem Fundus des Marchivum zeigt das Gebäude kurz nach der Fertigstellung im Jahr 1928. Bis zur Schulzeit von Heide Henigin war da noch eine Menge Zeit – sie drückte die Schulbank von 1958 an. „Die ersten fünf Jahre war ein Fräulein Bayer unsere Klassenlehrerin, die auch beim Sport im Kleid und mit einem Tambourin den Takt angab“, schreibt uns die Mannheimerin. „Hinter den beiden abgebildeten Türen gab es in der großen Pause immer Milch oder Kakao in Dreiecksbeuteln und ein Brötchen.“

Dabei ist die Grundschule für Henigin nicht nur Vergangenheit, sondern auch Gegenwart, sie besucht dort einmal in der Woche einen Englischkurs der Abendakademie. „Ich fühlte mich zu Beginn gleich in meine Schulzeit zurückversetzt, da im Treppenhaus immer noch unverändert die gleichen gelb-schwarzen Fliesen wie damals sind.“

Viele weitere Leser haben das Gebäude in der Baumstraße in Käfertal direkt erkannt. „Dass es sich um ein Schulgebäude handeln muss, war leicht an der Fensteraufteilung und der Gebäudeanordnung um das mittig platzierte Treppenhaus zu erraten“, schreibt Michael Müller aus Viernheim: „Klassischer, sehr schlichter Bau im expressionistischen Stil, allerdings mit inzwischen aufgesetzten Dachgauben.“

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Persönliche Erinnerungen verbindet auch „MM“-Leserin Christa Bühn mit dem Gebäude. „Ich selbst habe dort vor rund 50 Jahren als junge Lehrerin gearbeitet und hätte mir damals nicht träumen lassen, dass meine drei Enkelkinder dort zur Grundschule gehen werden, die Jüngste ist dieser Tage dort eingeschult worden.“ Nach einigen glücklichen Jahren in Käfertal sei sie dann „abkommandiert“ worden zur neuen Friedrich-Ebert-Schule auf dem Waldhof, schreibt uns die Mannheimerin.

Irmgard Pott kann gleich eine ganze Familiengeschichte rund um die Albrecht-Dürer-Schule erzählen. Ihre Mutter besuchte die Schule, sie selbst ebenfalls, zudem ihre beiden Söhne und mittlerweile auch zwei ihrer Enkel. Vier Generationen Käfertal also. „Meine Mutter hat immer die Geschichte erzählt, wie sie zur Schule ging“, schreibt uns Irmgard Pott: „Mitte der 20er Jahre war die Gegend zwischen der Enzianstraße (damals Kurze Mannheimer Straße) Nr. 49 noch nicht bebaut. Man konnte die Schule also sehen. Also wartete meine Mutter morgens auf den Ton der Schulklingel, bis sie quer durch das Gelände die 250 Meter zur Schule rannte. Nie ging sie früher los. Heute muss man halt die 350 Meter auf der Straße entlang gehen – und die Schulklingel hört man auch nicht mehr.“

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Nur wenige Leser waren sich bei dieser Folge unsicher oder lagen falsch. Und wenn, dann fiel ihre Wahl auf das Richard-Böttger-Heim am Meeräckerplatz auf dem Lindenhof. Das Gebäude stammt tatsächlich aus derselben Zeit, es wurde 1927 im gleichen Stil gebaut.

Im Krieg stark beschädigt

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Erkannt hat das Gebäude dagegen Carmen Munoz Mera – auch sie besuchte die Schule selbst in ihrer Kindheit. „Heute ist sie grau gestrichen und hat einen neuen Turm mit neuer Uhr! Die Zeiten ändern sich, aber Erinnerungen bleiben . . .“ Ähnlich ergeht es Carmen Gehbauer: „Es war damals eine Volksschule, welche ich besuchte von der ersten bis zur achten Klasse. Ich bin auf dem kleinen Reiherplatz groß geworden und die Trennung für die Schulen war die Obere-Ried-Straße.“

In einem anderen Zustand hat Helga Fröhner die Schule kennengelernt: „Dort wurde ich 1945 eingeschult. Das Gebäude war aber noch vom Krieg beschädigt“, schreibt die Mannheimerin. „Das Dach musste erst notdürftig hergerichtet werden. Ich erinnere mich noch an die Schulspeisung durch die Amerikaner. Mal mehr oder weniger schmackhaft aber immerhin eine Mahlzeit für uns untergewichtige Nachkriegskinder.“ Auch an Schreibheften, Büchern und Lehrmitteln habe es gefehlt – „aber langsam hat sich alles zum Besseren gewendet, und wir verbrachten eine friedliche Schulzeit.“

Ehemalige Mitarbeit

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