Landgericht - Almas H. soll im Juni 2018 eine damals 15-Jährige im Luisenpark missbraucht haben / Prozess wird am Freitag fortgesetzt Vergewaltigung im Luisenpark: Mannheimer räumt Vorwürfe ein

Von 
Roland Schmellenkamp
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Der Vergewaltigungsprozess wird diesen Freitag fortgesetzt. © Michael Ruffler

In den frühen Morgenstunden des 9. Juni 2018 verabschiedet sich eine 15-Jährige an der Haltestelle des Nationaltheaters von ihren Freundinnen. Während sie mit der Linie 5 weiter will, fahren die anderen Mädchen mit einer anderen Bahn. Dann trifft sie auf Almas H., der sie im Luisenpark vergewaltigt haben soll, so die Anklage der Staatsanwaltschaft. Deshalb steht der gebürtige Mannheimer seit Mittwoch vor dem Landgericht. In weiten Teilen räumt Almas H. die Vorwürfe ein.

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Laut Staatsanwalt habe der damals 26 Jahre alte Mann gesehen, dass sich die Jugendliche und ihre Freundinnen gegen 3.30 Uhr an der Haltestelle voneinander trennen. Er gehe davon aus, dass der Angeklagte bereits zu diesem Zeitpunkt den Plan zum Geschlechtsverkehr hatte. Als das Mädchen allein war, soll er ihr vorgeschlagen haben, im nahen Luisenpark einen Joint zu rauchen.

Das Mädchen kam mit. Als sie gemeinsam auf einer Bank saßen, soll der Mann die Hose heruntergelassen haben, die 15-Jährige wollte weglaufen. Almas H. habe sie festgehalten, zu einem Gebüsch getragen und die sich wehrende und das schreiende Mädchen vergewaltigt. „Sie hat geweint und gebettelt, dass er aufhört“, sagt der Staatsanwalt. Danach habe der Angeklagte sie dazu aufgefordert, sich anzuziehen und niemandem etwas zu erzählen. Das Handy, das er ihr zuvor abgenommen hatte, gab er zurück.

Der Angeklagte hört den Ausführungen im Gerichtssaal mit gesenktem Kopf zu. Anschließend liest sein Verteidiger Ekkart Hinney eine Erklärung vor: Demnach gibt sein Mandant die Tat bis auf geringfügige Abweichungen zu. Er habe zuvor Alkohol und Cannabis konsumiert, wobei Hinney betont, trotzdem nicht auf verminderte Schuldfähigkeit zu plädieren. „Bis zu einem bestimmten Punkt hat er gehofft, dass einvernehmlich Geschlechtsverkehr stattfinden wird“, so der Rechtsanwalt. Die klaren Signale der 15-Jährigen, dass dies nicht der Fall ist, habe er nicht wahrgenommen.

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Wie Hinney erklärt, hätten die beiden nach der Tat gemeinsam den Park verlassen und seien zur Straßenbahnhaltestelle gegangen. Sein Mandant sei nicht geflüchtet. Der Richter will wissen, ob ein Kondom benutzt wurde. Almas H. antwortete, dass dies der Fall gewesen sei. Der Prozess wird am kommenden Freitag von 9 Uhr an im Landgericht fortgesetzt: Ein Gutachter und mehrere Zeugen sollen aussagen.