Schulen - Der von Schauspielerin Uschi Glas gegründete Verein brotZeit will mithilfe von Lebensmittelspenden auch in Mannheim aktiv werden Uschi Glas engagiert sich für Schulfrühstück in Mannheim

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Tanja Capuana-Parisi
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Uschi Glas und Kinder und Senioren beim Frühstück mit brotZeit brotZeit an einer Schule in München-Haidhausen. © Michael Tinnefeld/API

Mannheim. Wer satt in die Schule kommt, kann sich im Unterricht besser konzentrieren. Doch nicht alle Kinder frühstücken daheim. Als die Schauspielerin Uschi Glas erfuhr, dass etwa jedes vierte Kind hungrig zur Schule kommt, fackelte sie nicht lange: Zusammen mit ihrem Mann Dieter Hermann sowie Harald Mosler gründete sie 2009 den Verein brotZeit. An ausgewählten Grund- und Förderschulen mit erhöhtem Förderbedarf können sich Mädchen und Jungs vor Schulbeginn gemeinsam mit ausgewogenen Leckereien stärken. „Die Frühstückshelfer sind aktive und engagierte Senioren, die vor Unterrichtsbeginn den Schülern im Frühstücksraum ein kleines Buffet richten, ähnlich wie man es im Hotel kennt“, berichtet Milena Haas, brot-Zeit-Projektleiterin der Förderregion Nordbaden. „Die Kinder können sich ihr Frühstück aussuchen und kommen mit den Senioren in Kontakt.“ So findet auch generationenübergreifender Austausch statt. Auch in der Quadratestadt will brotZeit in Kürze aktiv werden.

Der Verein brotZeit

  • Die Schauspielerin Uschi Glas stellte 2009 den Verein brotZeit e.V. auf die Beine.
  • Mit Lebensmittelspenden des Groß-Discounters Lidl werden derzeit bundesweit rund 11 000 Kinder an 245 Schulen mit einem Frühstück-Buffet versorgt.
  • Während der Corona-Pandemie erhalten die Kinder Frühstückstüten mit ausgewogenen Leckereien, die sie im Klassenverband essen.
  • Inzwischen gibt es 15 Förderregionen, darunter Nordbaden und Südpfalz. Ab Januar 2021 werden drei Schulen in Mannheim versorgt, in den kommenden Jahren sollen es 25 werden.
  • brotZeit sucht daher aktive Ehrenamtliche ab 55 Jahren, die eine Aufwandsentschädigung erhalten. Interessenten melden sich bei Milena Haas unter 0179/4135889 oder per Mail unter haas@brotzeit.schule. cap

Lidl liefert

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Die Lebensmittelspenden werden komplett von Lidl gespendet und gelangen über die Lidl-Vertriebszentren direkt zu den Schulen. Derzeit werden 245 Schulen in 15 Förderregionen mit einem Frühstück versorgt. „Wir sind gerade am Aufbau und planen, in den nächsten drei Jahren das Frühstück an 25 Schulen in Mannheim anbieten zu können“, so Milena Haas. Los gehen soll es, wenn wieder Unterricht möglich ist, an der Maria-Montessori-Schule in der Innenstadt, der Käthe-Kollwitz-Schule im Herzogenried sowie der Wilhelm-Busch-Schule in Neckarstadt-West. Für diese drei Schulen sucht der Verein auch ehrenamtliche Frühstückshelfer, die eine Aufwandsentschädigung erhalten.

„Die Anfangszeit ist ab 6.30 bis 9 Uhr“, sagt die Projektleiterin. Pro Schule soll ein Team auf die Beine gestellt werden, so dass jeder an zwei bis drei Tagen der Woche im Einsatz ist. „Es gibt keine Verpflichtung, täglich da zu sein.“ Die Helfer sollten aktive Senioren ab einem Alter von 55 Jahren sein, damit ein Generationenaustausch stattfinden kann. „In Corona-Zeiten sieht es ein bisschen anders aus“, sagt Haas. „In der ersten Phase des Lockdowns waren die Schulen geschlossen und das brotZeit-Frühstück musste aussetzen.“ Als die Schulen wieder öffneten, hatte die Geschäftsstelle für jede Pandemie-Phase ein Konzept ausgearbeitet. „Aktuell ist es so, dass die Brote belegt, in Frühstückstüten gepackt werden und ein verschlossenes Getränk mit dazu gegeben wird.“ Lehrer holen die Brote ab, und die Kinder frühstücken im Klassenverbund. „An anderen Schulen ist ein Buffet aufgebaut.“ Die Kinder bekommen ihre Wunschspeisen auf Teller angerichtet. „Der Kontakt zwischen Jung und Alt bleibt so zwar ein bisschen auf der Strecke, aber wir sind alle froh, dass die Kinder versorgt werden können.“

Milena Haas hofft nun, dass sich genügend Ehrenamtliche melden. „Das Wunderbare für unsere Frühstückshelfer an diesem Projekt ist auch: Man gibt etwas und bekommt viel zurück. Es fühlt sich so an, als sehe man strahlende Kinderaugen an Weihnachten. . .“

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