Bundesgartenschau - Planung für Strecke und Pfeiler beim Regierungspräsidium Karlsruhe eingereicht / Baubeginn soll in einem Jahr sein Unterlagen zur Seilbahn-Trasse werden geprüft

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Peter W. Ragge
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Es waren drei Ordner, und sie wurden persönlich beim Regierungspräsidium in Karlsruhe abgegeben. Dazu ist eine Mitarbeiterin der Firma Doppelmayr eigens aus Österreich nach Karlsruhe gefahren. Damit läuft jetzt offiziell das Planfeststellungsverfahren für die Seilbahn, die bei der Bundesgartenschau 2023 den Luisenpark und das Spinelli-Gelände verbinden soll.

Um den Bau solcher Stützen, hier die erste auf Spinelli, geht es. © doppelmayr
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Die Firma Doppelmayr aus Wolfurt/Vorarlberg hatte Ende August den Zuschlag erhalten, die temporäre Seilbahn zu bauen, zu betreiben und danach wieder abzubauen. Die Bundesgartenschau hat von ihr nur pauschal die Beförderungsleistung gekauft. Die Investitionskosten wurden zuletzt immer mit acht Millionen Euro angegeben. Für die 2049 Meter lange Strecke rechnet die Firma mit einer Fahrzeit von sieben bis acht Minuten, denn die Geschwindigkeit beträgt etwa 6,5 Meter pro Sekunde. Das bedeutet, dass mit den 65 je zehn Personen fassenden Kabinen pro Stunde 2800 Passagiere befördert werden können.

Antrieb auf Spinelli

Das Verkehrskonzept der Buga sieht vor, dass die auf dem Maimarkt-Großparkplatz parkenden Besucher mit Wasserstoff- oder Elektrobussen nach Spinelli fahren und von dort nach dem Rundgang per Seilbahn zum Luisenpark. Angetrieben wird die Seilbahn von der Station auf dem südlichen Spinelli-Gelände. Das Gegenstück, die Umlenkstation, kommt auf die Freizeitwiese des Luisenparks beim Teehaus. Dazwischen sind zehn Stützen, zwischen 30 und 45 Meter hoch, vorgesehen. Die Position der Pfeiler wird eines der Hauptthemen beim Genehmigungsverfahren. Zudem geht es um die Strecke, überquert die Seilbahn doch den Neckar, das Naturschutzgebiet Maulbeerinsel, die Feudenheimer Straße, Stadtbahngleise und die Östliche Riedbahn.

Nach Angaben des Regierungspräsidiums werden nun die Unterlagen auf Vollständigkeit geprüft. „Danach soll möglichst zeitnah mit der Anhörung begonnen werden“, so eine Sprecherin. Dazu zählen – wegen der Überquerung ihrer Trassen – die Bahn und die Rhein-Neckar-Verkehrsgesellschaft, aber auch Naturschutzverbände. Wie lange das Planfeststellungsverfahren dauere, lasse sich nicht genau sagen, man könne von „circa einem Jahr“ ausgehen.

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Das sieht derzeit auch der Zeitplan der Bundesgartenschau-Gesellschaft vor, die mit einem Baubeginn ab 1. Februar 2022 rechnet. Das Regierungspräsidium habe daher schon vor dem offiziellen Antrag eine „Vorabversion“ erhalten, so Michael Schnellbach, Geschäftsführer der Bundesgartenschau-Gesellschaft. „Wir haben auch von uns aus Kontakt mit den Trägern der öffentlichen Belange aufgenommen, um schon sehr früh Fragen zu beantworten oder Probleme aus dem Weg zu räumen“. Man erhoffe, dass sich dies „positiv auswirken“ werde.

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