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Journalisten-Auszeichnung - Nachwuchsjournalistin gewinnt vor „MM“-Redakteurin Angela Boll Preis für bestes lokales Stück

Theodor-Wolff-Preis: "MM"-Redakteurin Angela Boll ist Siegerin der Herzen

Von 
Lisa Wazulin
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Bleibt in Mannheim die „Siegerin der Herzen“: Lokalreporterin Angela Boll (r.) mit Gewinnerin Judith von Plato bei der Theodor-Wolff-Preisverleihung. © BDZV/Marcus Zumbansen

Mannheim/Berlin. Es ist gleichzeitig ein emotionaler und stolzer Moment, als die Gewinnerin des Theodor-Wolff-Preises für das beste lokale Stück in Berlin verkündet wird. Denn am Ende wählt die Jury nicht die Sonderseite „Abschiednehmen in der Pandemie“ von „MM“-Redakteurin Angela Boll als bestes Stück aus. Sondern entscheidet sich für den Artikel „Gustavs letzter Gang“ von Judith von Plato (Märkische Allgemeine Zeitung, Potsdam), der den Weg eines Ochsen zum Schlachter beschreibt.

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Die Begründung der Jury: „Vorbildlich, präzise, in einer eigenen Sprache mit lauter kurzen Sätzen“ habe die Autorin den Weg eines Ochsen zum Schlachter ohne jede Wehleidigkeit oder Idealisierung nachgezeichnet. Eine, die sich ebenfalls mit der Nachwuchsjournalistin über diese Entscheidung freut, ist Boll selbst: „Ich war überrascht, dass Nicht-Gewinnen so viel Spaß macht. Ich bin glücklich darüber, schließlich hat meine absolute Favoritin gewonnen“, sagt die Lokalreporterin nach der Verleihung am Mittwoch mit 150 Festgästen im Radialsystem V in Berlin. Neben der „MM“-Sonderseite konkurrierte die Geschichte „Kidane und Herr Schweitzer“ von Sigrid März um den Preis, die im Stadtteil Coerde in Münster spielt, wo jedes zweite Kind in Armut lebt.

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Tatsächlich ist der „Mannheimer Morgen“ bei dieser Verleihung für einen der renommiertesten Journalistenpreise Deutschlands, getragen vom Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) nicht leer ausgegangen – im Gegenteil. Was bleibt, ist nicht nur eine einzigartige Geschichte, die stellvertretend für viele Verstorbene den Abschied eines infizierten Mannes sowie die Gedanken derer, die ihn begleitet haben, erzählt. Und damit ganz Mannheim tief bewegt hat. Sondern auch eine Mannheimer Geschichte, die unter mehr als 400 Einsendungen so herausgestrahlt hat, dass sie für die Jury eine der drei besten lokalen Stücke gewesen ist.

Das sieht auch „MM“-Geschäftsführer Florian Kranefuß so, der ebenfalls bei der Verleihung in Berlin dabei war: „Als eine von drei Nominierten ausgewählt zu werden, ist eine großartige Leistung, die unser Medienhaus mit Stolz erfüllt und zu der wir von Herzen gratulieren. Wir freuen uns, mit Angela Boll eine Autorin in unseren Reihen zu haben, die im ,Mannheimer Morgen’ Beiträge kreiert, die unter die Haut gehen und Menschen bewegen, sei es als Podcast oder als geschriebener Text in der Zeitung.“ Für Boll ist die Nominierung aber auch eine, die nicht nur ihrem Text und dem Lokaljournalismus gilt, sondern „vor allem denjenigen, die mir ihre Geschichte anvertraut haben“.

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Unzählige Rückmeldungen

So viele Rückmeldung auf einen Artikel habe sie in den 20 Jahren Reporterinnendasein noch nie bekommen, sagt Boll: Egal, ob im direkten Gespräch, per Telefon oder Textnachricht – besonders die Leser und Leserinnen hätten den Kontakt gesucht, oft selbst ihre persönliche Geschichte mit ihr geteilt.

„Angela Boll und der ,MM’ haben durch die ehrenvolle Nominierung eine besondere Aufmerksamkeit erhalten. Darauf können wir stolz sein. Angelas gesellschaftlich hochrelevanter Text hat aber nicht nur die Jury bewegt, sondern vor allem viele unserer Leserinnen und Leser“, weiß auch „MM“-Chefredakteur Karsten Kammholz. Dabei sind von der Idee bis hin zur fertigen Sonderseite viele Monate vergangen, gab es immer wieder Zweifel. Beispielsweise über das Format, die Auswahl oder das Layout. Als Redakteurin Lea Seethaler dann den ersten Entwurf des Artikels nach dem Gegenlesen mit Tränen in den Augen zurückgibt, ist schnell klar: Diese Geschichte hat es in sich.

Aber wie lassen sich Tod und Trauer optisch darstellen, lässt sich so ein emotionales Thema angemessen auf eine Zeitungsseite drucken? Am Ende entscheidet sich „MM“-Cheflayouter Tobias Dolch für eine brennende Kerze, als Symbol für Hoffnung und das ewige Licht. Nachrichtenleiter Marco Pecht animiert dann die Autorin dazu, die bewegende Sonderseite einzureichen.

Zwar ist die Wahl der Jury am Ende nicht auf die Mannheimer Geschichte gefallen. Was für Boll viel mehr zählt, als zu gewinnen: „Die größte Auszeichnung ist für mich, dass ich die Menschen berührt habe.“ Das sehen auch die Mannheimer und Mannheimerinnen so. In den sozialen Netzwerken etwa ist die Freude über die Nominierung weiterhin ungebrochen – und „MM“-Redakteurin Angela Boll für viele einfach „die Siegerin der Herzen“.

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Redaktion Lokalredaktion, Online-Koordinatorin. Schwerpunkte: Polizei, Hochschulen, Frauen

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