Programm - Abendakademie startet ab 15. Juni wieder mit Präsenzkursen / In Corona-Zeiten setzen die Leiter wochenlang auf Homeschooling Teilnehmer werden auf eine harte Probe gestellt

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Eva Baumgartner
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Sogar Kinderbücher sind für Betroffene schwer oder gar nicht verständlich. © Tröster

Die Pause ist vorbei: Nach wochenlanger Schließung startet die Abendakademie am 15. Juni wieder mit ihren Präsenzkursen vor Ort in U 1. „Die letzten Wochen waren für unsere Teilnehmer nicht einfach“, berichtet Helga Hufnagel vom Team der Grundbildung an der Abendakademie. „Erst waren sie abrupt zu Zwangsferien verdonnert und dann – nachdem klar war, dass die Schließung nicht nur für wenige Wochen erfolgt – haben wir mit der Hilfe unserer Kursleiterinnen diverse Formen des Homeschoolings erprobt und dabei die digitalen Fähigkeiten unserer Teilnehmer bisweilen auf eine harte Probe gestellt“, sagt sie.

Kurse an der Abendakademie

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Viele wussten zunächst gar nicht, dass die Abendakademie schließen muss – sie konnten die Mitteilung schlichtweg nicht lesen. Zum ersten Kurstermin nach dem Lockdown standen deshalb trotz der Schließung einige Teilnehmer vor der verschlossenen Tür: „Es kam ja alles überraschend und abrupt. Wir haben per Mail und auf der Homepage informiert, an der Tür klebte ein Schild. Alles war natürlich schriftlich“, erzählt Hufnagel.

Wichtige Begegnungen

Der Unterricht fand in den vergangenen Wochen jedoch trotzdem statt – beispielsweise via WhatsApp, Telefon, mit Videos oder Skype: „Wir dachten früher, dass das mit unseren Teilnehmern gar nicht möglich ist, aber sie haben so viele neue Dinge gelernt und waren hochmotiviert“, berichtet Hufnagel. Ein Kurs habe sich beispielsweise zu den normalen Kurszeiten virtuell, also per Videokonferenz, getroffen. Weil ein anderer Kurs nicht mit ausreichend Smartphones versorgt war, radelte eine engagierte Dozentin durch die ganze Stadt und verteilte die Lernzettel in die entsprechenden Briefkästen.

„Jetzt lechzen aber alle nach einem normalen Kursumfeld“, weiß Hufnagel. „Es ist wichtig, dass Begegnungen wieder stattfinden können.“ Auch für neue Teilnehmer seien regelmäßige Kurse vor Ort wichtig: „Wer noch nie hier war, den kann man nicht so leicht in bestehende virtuelle Gruppen integrieren, da gibt es oft noch zu große Hemmungen.“ Telefonische Beratungen finden ebenfalls wieder statt: „Und wir werden auch Wege für persönliche Termine finden“, sagt Hufnagel. „Es geht Schritt für Schritt voran. Bald sind ja auch schon wieder Sommerferien. Aber wir überlegen, diese vielleicht zu verkürzen“, überlegt Hufnagel.

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Redaktion Eva Baumgartner gehört zur Lokalredaktion Mannheim und kümmert sich vor allem um den Bereich Mannheim-Nord.