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Medizin

Technik von morgen für die Patienten von heute

Auf einer Station des Universitätsklinikums werden in einem innovativen Projekt digitale Neuentwicklungen getestet – und zwar im klinischen Regelbetrieb

Von 
red
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Digitale Gesundheitsprodukte im Alltag erproben? Auf der „Inspire Living Lab“-Station im Mannheimer Universitätsklinikum ist das möglich. © Thomas Tröster

Neu entwickelte digitale Gesundheitsprodukte gemeinsam mit Pflegekräften, Ärzten und Patienten auf einer echten Krankenstation erproben – das ermöglicht das neue „Inspire Living Lab“ an der Universitätsmedizin Mannheim (UMM). Die Reallabor-Station bietet Start-Ups, kleinen und mittelständischen Unternehmen einen leichten Zugang zum klinischen Versorgungsalltag für den Test, die Weiterentwicklung und Zertifizierung ihrer Anwendungen, heißt es in einer Pressemitteilung.

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Digitale Gesundheitsprodukte böten ein großes Potenzial für die weitere Verbesserung der Gesundheitsversorgung, wird Professor Hans-Jürgen Hennes, Ärztlicher Direktor und Geschäftsführer des Universitätsklinikums Mannheim, in der Mitteilung zitiert. „Aber viele kleine und mittelständische Entwickler dieser neuartigen Anwendungen haben Schwierigkeiten, ihre neuartigen Produkte im klinischen Umfeld zu prüfen und auf die notwendige Zertifizierung als Medizinprodukt vorzubereiten“, erläutert er. „Darum haben wir eine unserer Stationen mit einer hoch modernen, erweiterbaren IT-Infrastruktur ausgestattet und bieten dort ein attraktives Umfeld für die Integration und Erprobung neu entwickelter medizintechnischer Anwendungen.“

Auf der Station werden Patienten der Klinik für Urologie und Urochirurgie sowie des Orthopädisch-Unfallchirurgischen Zentrums behandelt. Alle Zimmer sind mit Tablet-PCs ausgestattet, die von den Patienten genutzt werden können. Abnehmbare Wandblenden und reichlich verfügbare Kabelwege in den Böden und Decken ermöglichen eine schnelle Anpassung an neue technische Anforderungen. Außerdem stehen direkt neben der Station ein Serverraum und Büroflächen für die Hersteller der digitalen Gesundheitsprodukte zur Verfügung. So können die Unternehmen ihren Entwicklungsprozess durch die enge Einbindung und direktes Feedback von Nutzern im klinischen Umfeld optimieren und die Zeit von der Produktidee bis zur Einführung in den Versorgungsalltag verringern.

Die Basis der neuen Station bildet ein qualifiziertes Team aus Pflegekräften und Ärzten, die die Chancen digitaler Gesundheitsprodukte für sich und ihre Patienten nutzen wollen. Zur Anbindung der neuen Anwendungen steht etwa die „Teamplay Digital Health Platform“ (TDHP) von Siemens Healthineers bereit, die eine sichere Vernetzung und den Austausch von Daten ermöglicht. Die Metecon GmbH unterstützt die Unternehmen im „Inspire Living Lab“ bei Bedarf bei der technischen Dokumentation und Zulassung ihrer Anwendungen.

Für die Erprobung der Produkte bietet das „Inspire Living Lab“ verschiedene Möglichkeiten an. Diese reichen von einer Testplattform für IT-Anwendungen oder Neuerungen der Infrastruktur über die Erprobung von Anwendungen, die hauptsächlich von Ärzten oder Pflegekräften genutzt werden, bis hin zu Entwicklungen, die eine direkte Einbindung von Patienten erfordern. Dabei steht es den Patienten der Station jederzeit frei, sich für oder gegen eine Beteiligung am Test einer neuen Anwendung zu entscheiden.

Das „Inspire Living Lab“ sei „eine einzigartige Innovations- und Transferplattform für neue Gesundheitstechnologien“, lobt Elmar Bourdon, stellvertretender Leiter des Fachbereichs für Wirtschafts- und Strukturförderung der Stadt Mannheim, die neue Reallabor-Station. „Das Angebot ergänzt die Gründungszentren Cubex 41 und Cubex One optimal und ist damit ein wichtiger weiterer Baustein für den Strukturwandel am Industriestandort Mannheim.“ red

Info: Mehr Informationen unter www.livinglab-umm.de

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