„Mannheims schönste Maske“ - Siegerin ist 34-jährige Käfertalerin – mit Schutz im musikalischen Stil / Adler-Fan und mutiger Mini-Pirat auf Platz 2 und 3 „Stoffsüchtige“ Mannheimerin gewinnt

Von 
Lea Seethaler
Lesedauer: 
Haben sich im Finale der 22 schönsten Masken beim Online-Leservoting durchgesetzt: Siegerin Franziska Griebel aus Käfertal, ... © Seethaler

„Mannheims schönste Maske“ kommt aus Käfertal: Die 34-jährige Bank-Filialleiterin Franziska Griebel hat sie genäht. Griebel hat den „MM“ zu sich eingeladen, um ihre Maske zu zeigen. Doch auch andere Schätze warten in der Wohnung: Zum Beispiel ihre Stoffsammlung und die Nähecke – in der sie ihre kreativen Werke erschafft.

Laden Sie Ihr Bild hoch Gesucht: Mannheims schönste Masken

Veröffentlicht
Von
Laden Sie Ihr Bild hoch
Bilder in Galerie
140
Mehr erfahren
AdUnit urban-intext1

„Nähen macht glücklich“ steht auf einer gerahmten Postkarte auf dem Tisch. Hinter Griebel stehen zwei Nähmaschinen. Die zweite, mit weiß-schwarzen Garnballen, sieht sehr technisch und massiv – ja fast bedrohlich – aus. Eine Spezialmaschine. „Mit der macht man die perfekte Versäumung“, erklärt Griebel. Und apropos Versäumen: Versäumt hätte sie fast den gesamten Masken-Wettbewerb. Wäre da nicht ihr Mann gewesen, der die Ausschreibung gesehen hatte. Seine Idee war es auch, dass sie gleich ein Bild hochladen soll. „Er hat gesagt, jetzt schau mal, da ist dieser Wettbewerb, lad deine Maske hoch, mach da mit!“, berichtet die Mutter einer Tochter und grinst.

Positiv bleiben – auch in der Krise

Die weiße Maske mit Notenmuster hat sie gestaltet, weil Musik in ihrem Leben schon immer eine große Rolle gespielt hatte, erzählt Griebel. Vor allem Orchester und Chor. „Musik ist Balsam für die Seele“ hatte sie unter ihren musikalischen Entwurf in der „MM“-Bildergalerie geschrieben. Passend dazu ist „positiv bleiben“ Kern ihrer Einstellung. Auch in der Krise. Vor dem Coronavirus hat sie zwar Respekt – aber keine Angst. Und mit dem Maskennähen hat sie wie viele andere Kreative der Stadt aus der Not eine Tugend gemacht.

Verschiedene Schnittmuster hat sie getestet, Favorit ist das der Gewinnermaske: simpel, aber funktional. Für Brillenträger hat sie in manche Masken ein biegsames Metallstück eingenäht. „Fest andrücken, dann hilft es gegen das lästige Beschlagen“, sagt sie. In der Krise hat Griebel um die 200 Masken genäht – rein privat für Freunde und Verwandte, nicht gewerblich. Nähen ist ihr Hobby – und an diesem schätzt sie besonders: Im Gegensatz zur Arbeit in der Bank habe man etwas in der Hand, an dem man arbeitet. „Es ist nichts Abstraktes wie Zahlen“, sagt die Käfertalerin. „Und das ist der perfekte Ausgleich“, findet sie. Auch dass sie am Ende des Nähens immer ein fertiges Produkt „in den Händen halten kann“, freut die leidenschaftliche Näherin.

AdUnit urban-intext2

Und auch das Umfeld freut ihr Hobby.Und die Familie: Für ihre Tochter hat sie jüngst ein buntes Drehkleid genäht. Das heißt so, weil man sich damit luftig wie ein Kreisel drehen kann – und das Kleidungsstück dann mit schönem Schwungradius mitschwingt. Seit vier Jahren näht Griebel nun. Sie sei im „fortgeschrittener Anfänger-Modus“, sagt sie augenzwinkernd. Über eine Bekannte wurde sie mit dem Nähen angefixt. „Und dann näht man los und irgendwann wird man stoffsüchtig“, beschreibt sie und lacht.

Und auch der Zweit- und Drittplatzierte des Wettbewerbs haben gut lachen unter ihren Stoffmasken. Florian Krohne aus Seckenheim belegt mit einem Adler-Motiv Rang zwei im Voting der Leser. „Ich bin großer Adler-Fan und habe mir den Stoff online drucken lassen“, berichtet er. Am Wettbewerb teilgenommen hat er, „weil die Blau-Weiß-Roten Farben repräsentiert werden müssen“, so Krohne. Platz drei belegt ein Duo aus Mutter und Sohn: „Wir haben an diesem Wettbewerb teilgenommen, dass wir allen zeigen können, was es für tolle Masken gibt“, erklärt Mama Stephanie Krupp aus Friedrichsfeld. Sie wollten aber vor allem deutlich machen, „dass es nicht schlimm ist, in der jetzigen Situation diese zu tragen um andere zu schützen“, sagt sie. Und für das Piratenmuster hatte sich die Familie entschieden, „da Luke von Geburt an unser kleiner Pirat ist.“

AdUnit urban-intext3

Von den anderen Einsendungen war auch die Siegerin Griebel beeindruckt: „Ich habe mich durch die Galerie geklickt und gesehen, dass da 140 Masken drin waren“, sagt die Käfertalerin. „Wow“ habe sie sich dann gedacht. „Wirklich so schöne Ideen haben die anderen gehabt!“ findet auch sie voller Respekt. Und als sie von ihrem Sieg erfuhr, hieß es von ihrem Mann gleich: „Siehste, hab ich doch gesagt!“ Große Freude gab es bei Griebel jetzt zudem noch über den Hauptpreis, einen Einkaufsgutschein beim Mannheimer Nähcenter Senci. Was wird davon natürlich zuerst besorgt? Stoffe, en masse natürlich – was denn sonst?!

Redaktion Redakteurin und Online-Koordinatorin der Mannheimer Lokalredaktion