Bundesgartenschau - Baubeginn im April / Drei-Millionen-Euro-Projekt soll im Sommer 2022 fertig werden Steg aus Stahl soll über der Au schweben

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Thorsten Langscheid
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Panoramasteg am Aubuckel: Die Arbeiten für dieses Bauwerk sowie für den kleinen See sollen im zweiten Quartal des Jahres anlaufen. © Buga Gmbh / RMP

Mannheim. Autofahrer am Aubuckel können sich schon mal auf Baustellenverkehr und – zeitweise – einspurige Fahrbahn-Führung gefasst machen. Ab Ostern – also im zweiten Quartal 2021 – sollen nämlich die Bagger rollen: Dann will die städtische Bundesgartenschau-Gesellschaft mit dem Bau des Panoramastegs am Aubuckel beginnen. So hatte es der Geschäftsführer der Buga-Gesellschaft, Michael Schnellbach dieser Tage bei seiner Jahrespressekonferenz angekündigt (wir berichteten).

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Der Panorama-Steg kann während der Gartenschau nur vom Spinelli-Gelände aus betreten werden. Einen Eingang zum eintrittspflichtigen Gartenschaugelände haben die Planer hier nicht vorgesehen. Buga-Sprecherin Tanja Binder: „Nach 2023 kann auch an dieser Stelle die Straße Am Aubuckel barrierefrei überquert und der neue Landschaftspark Spinelli erreicht werden.“ Buga-Hochbauabteilungsleiter Volker Jurkat bestätigt derweil den Zeitplan: „Wir fangen im April an und wollen bis Sommer 2022 mit dem Steg fertig sein.“

„Filigranes Bauwerk“

Das Bauwerk werde sich „unheimlich filigran in das Hochgestade des Aubuckels einfügen“, das Widerlager aus Stahlbeton werde am Ende kaum mehr zu sehen sein. Jurkat: „Dadurch entsteht der Eindruck, dass der Steg über dem Augewässer schwebt“. Die von den Tragwerks-Planern Imagine Structure (Frankfurt) und Harrer Ingenieure (Karlsruhe) geplante stählerne Halbbrücke hat den Angaben zufolge eine Gesamtlänge von ca. 80 Metern, einschließlich der Überbrückung der Aubuckel-Straße. Auf einer Länge von etwa 43 Metern ragt der Panoramasteg dann freitragend über das geplante Augewässer – und zwar in etwa elf Metern Höhe über dem Wasserspiegel.

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Für das rund drei Millionen Euro teure Bauwerk werden nach Jurkats Angaben etwa 250 Tonnen Stahl benötigt: „Einzig die Laufflächen müssen mit einer Beschichtung geschützt werden“, so die Sprecherin. Die spezielle Stahllegierung, so erklärt Jurkat, werde eine rostbraune Farbe annehmen – „das wird charakteristisch für das Bauwerk“. Die Laufflächen für die Fußgänger werden dabei so ausgestaltet, dass bei nasser Witterung keine Rutschgefahr entsteht. Jurkat: „Der Steg verbindet nicht nur den neuen Landschaftspark Spinelli mit der Feudenheimer Au, vielmehr bietet er einzigartige Einblicke im Bereich des ehemaligen Neckarverlaufs mit seinen neuen Lebensräumen für Pflanzen und Tiere.“

Kritik an fehlenden Planfeststellungs- und Umweltverträglichkeits-Verfahren und generell wegen der Eingriffe ins Landschaftsschutzgebiet Au kommt von der Bürgerinitiative „Lebenswertes Feudenheim“ und der FDP/MfM-Fraktion im Gemeinderat (wir berichteten). Nach Angaben Binders wurde der Antrag für die Erlaubnis zur Errichtung des Panoramastegs Ende 2020 von der Buga-Gesellschaft allerdings bei den zuständigen Behörden gestellt. Das sind der städtische Eigenbetrieb Stadtraumservice (EB 76) sowie nach Angaben des Regierungspräsidiums (RP) Karlsruhe die Untere Naturschutzbehörde (UNB) im Rathaus-Fachbereich 67.

Nur kurzzeitige Sperrung

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Wie Rathaus-Sprecher Kevin Ittemann erläuterte, sei ein Planfeststellungsverfahren nach Straßenrecht nicht erforderlich. Anders beim Natur- und Landschaftsschutz: „Das notwendige naturschutzrechtliche Befreiungsverfahren läuft derzeit.“ Es sei aber eine Vor-Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt worden. Ittemann: „Diese hat keine erheblichen Umwelteinwirkungen festgestellt, so dass eine förmliche Planfeststellung nicht notwendig ist.“ Ein anderes Rechtsverfahren sei demnach nicht erforderlich.

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Ganz abgesperrt werden soll der Aubuckel während des Stegbaus aber nicht, wie Buga-Abteilungsleiter Volker Jurkart erklärte. Der Autoverkehr dort muss also nicht für längere Zeit umgeleitet werden. „Das machen wir höchsten an einem Wochenende – wenn die vor Ort gefertigten Stahlelemente des Stegs mit drei Kränen an ihren Platz gehoben werden“ – also voraussichtlich im späten Frühjahr 2022.

Redaktion schreibt als Reporter über Mannheimer Themen