Serie „Fragen an die Landtagskandidaten“ - Stefan Fulst-Blei möchte den Norden wieder von sich überzeugen / Fokus auf Schulen, Arbeit und Wohnen Stefan Fulst-Blei, SPD, Mannheim-Nord: "Ich kämpfe für ein gerechtes Bildungssystem"

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Das Foto wurde beim Vorlesetag 2019 in der Alfred-Delp-Schule im Stadtteil Gartenstadt aufgenommen. © SPD Mannheim

Zu Landtagswahl Baden-Württemberg haben wir allen Kandidatinnen und Kandidaten aus den Wahlkreisen Mannheim-Nord und Süd die Gelegenheit gegeben, sich mit Fragebögen den Wählerinnen und Wählern vorzustellen. Die Antworten dokumentieren wir hier, für deren Inhalt sind die Kandidaten verantwortlich.

Lokales Landtagswahl Baden-Württemberg 2021: Stefan Fulst-Blei (SPD)

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Stefan Fulst-Blei tritt bei der Landtagswahl im nördlichen Mannheimer Wahlkreis für die SPD an. Der 52-Jährige ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder. Er ist Landtagsabgeordneter und Berufsschullehrer und wohnt in Feudenheim.

Warum sollten die Mannheimer Sie in den Landtag wählen?

Mannheim braucht eine starke Stimme im Landtag. Ich will dafür kämpfen, dass die Interessen unserer Stadt stärker Gehör finden. Ich kämpfe für ein gerechtes Bildungssystem und gute Arbeitsplätze. Ich will endlich die Wahlfreiheit zwischen G 8 und G 9 sowie gebührenfreie Kitas durchsetzen. Ich will, dass das Land in Zukunftstechnologien investiert und den Wandel der Industrie zum Beispiel mit einem Weiterbildungsfonds unterstützt. Baden-Württemberg ist ganz hinten beim Ausbau der erneuerbaren Energien – das muss sich ändern. Am wichtigsten jedoch – ich bin entschiedener Kämpfer für unsere Demokratie und unseren Rechtsstaat. Ich will den Rechtsradikalen der AfD im Mannheimer Norden das Direktmandat abnehmen. Das Verbreiten von Hass und Hetze durch einen Mannheimer Parlamentarier muss ein Ende haben!

Was sind die drei wichtigsten Mannheimer Probleme, die Sie von Stuttgart aus lösen wollen?

Bildung: Unsere Kinder und Familien brauchen Sicherheit, Verlässlichkeit und mehr Zeit zum Lernen. Ich will deshalb auch, dass Mannheim wieder ein öffentliches neunjähriges Gymnasium (G 9) bekommt. Grüne und CDU blockieren dies bislang. Ich will einen deutlichen Schub bei der Digitalisierung und den Netzausbau nicht nur für unsere Schulen erreichen.

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Arbeit: Ich will, dass die Landesregierung den Erhalt von Arbeitsplätzen zur Chefsache erklärt. Bombardier, Spiegelfabrik, Kaufhof – zu oft fühlen sich Beschäftigte allein gelassen von der Landesregierung.

Wohnen: Wir brauchen mehr Unterstützung aus Stuttgart, um bezahlbaren Wohnraum in Mannheim zu schaffen.

Was aus Ihrer Ausbildung und Ihrem Beruf hilft in der Politik?

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Als Arbeitersohn und Schüler des zweiten Bildungsweges weiß ich, dass ein Studium für viele eben nicht selbstverständlich ist. Deshalb kämpfe ich für ein Bildungssystem, in dem Erfolg nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängt. Ich habe bei der Sparkasse gelernt und als Angestellter gearbeitet. Ich habe BWL und Politik an der Uni Mannheim und in Dublin studiert und danach als Gewerkschaftssekretär gearbeitet. Währenddessen habe ich sieben Jahre nebenberuflich an meinem Doktor der Wirtschaftswissenschaften gearbeitet. Schließlich bin ich 2001 in den Berufsschuldienst gewechselt. Ich habe damit eine breite und solide Ausbildung, die essenziell für meine Tätigkeit im Bildungs- und im Wirtschaftsausschuss ist. Gemeinsam mit den vielen Menschen, denen ich über die Jahre begegnet bin, kann ich das Beste für Mannheim erreichen.

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Haben Sie eine Frage an die Landtagswahl-Kandidaten: Dann schreiben Sie uns eine E-Mail! Bitte notieren Sie darin auch, an welche Kandidatin oder Kandidaten sich Ihre Frage richtet.

Wann haben Sie das letzte Mal Ihre Meinung zu einem Thema geändert und warum?

Ich versuche immer, offen für gute Argumente zu sein. Persönlich, als mein Sohn mich überredet hat, als überzeugter SV Waldhof- und Adler-Fan doch mal die American Football Superbowl-Playoffs mit anzusehen. Das war doch spannend. Politisch: Ich war immer ein entschiedener Befürworter von G 9. Das bin auch heute noch, sehe aber, dass es auch Kinder gibt, die mit G 8 gut zurechtkommen. Deshalb unterstütze ich jetzt die Wahlfreiheit zwischen G 8 und G 9 – damit jedes Kind die Zeit bekommt, die es braucht.

Wofür haben Sie das letzte Mal an einer Demonstration teilgenommen?

Im September 2020 habe ich vor der Kulturhalle Feudenheim eine Kundgebung gegen eine AfD-Veranstaltung mit Alice Weidel mit organisiert. Zusammen mit Karla Spagerer habe ich mit vielen Menschen über Mannheim unter dem Nationalsozialismus und über die heutige Gefahr für unsere Demokratie durch radikale Rechtspopulisten diskutiert.

Wer ist Ihr Vorbild und warum?

Mein Vater. Er war Schlesier- und DDR-Flüchtling, stand immer zu seiner Meinung und hat sich immer für eine europäische Aussöhnung, insbesondere auch mit Polen, ausgesprochen. Diese Haltung hat er an mich weitergegeben – auch ich sehe mich als überzeugter Europäer und engagiere mich deshalb politisch.

Worauf freuen Sie sich am meisten, sobald die Corona-Lage es wieder erlaubt?

Menschen in den Arm zu nehmen und zu reisen! Endlich wieder zu unseren Freunden nach Irland!

Überblick zu den Kandidaten-Fragebögen aus dem Wahlkreis Mannheim-Nord