Gremiensitzung - Luisenpark bleibt geschlossen / Individuelle Impf-Angebote für über 80-Jährige / Grünanlage in der Neckarstadt wird gratis Stadt Mannheim stellt Einkommensschwachen 5000 FFP2-Masken

Von 
Steffen Mack
Lesedauer: 
Der Herzogenriedpark (hier aufgenommen im Mai vergangenen Jahres) soll den Mannheimern wieder Bewegung und Entspannung an der frischen Luft ermöglichen. Dazu wird er in eine Gratis-Anlage umgewandelt. © Michael Ruffler

Es ist die erste Gremiensitzung im neuen Jahr. Und obwohl vor Weihnachten die rechtlichen Voraussetzungen für Videokonferenzen geschaffen wurden, tagen die Stadträte am Dienstagnachmittag unverändert im Stadthaus. Im großen Ratssaal, ausgelegt für den Gemeinderat, können die Mitglieder des Hauptausschusses die nötigen Mindestabstände problemlos einhalten.

AdUnit urban-intext1

Zum Auftakt begrüßt Peter Kurz alle im neuen Jahr, das vor allem im Zeichen „der Hoffnung auf ein Ende der Pandemie stehe“. Da hat der Oberbürgermeister auch ein paar hoffnungsvolle Neuigkeiten dabei. Die größte – die auch parteiübergreifend sehr viel Beifall findet – ist die überraschende Öffnung des Herzogenriedparks ab Freitag. Dazu hat die Stadt laut Kurz einen juristischen Kniff gefunden. Der normalerweise Eintrittsgeld-pflichtige Stadtpark solle in eine öffentliche Grünanlage umgewandelt werden, die alle Menschen gratis nutzen könnten. Der Zugang werde allerdings überwacht, und bei einer drohenden Überfüllung könnten die Tore jeweils tagesaktuell wieder geschlossen werden. Zur Begründung für den überraschenden Schritt verweist der Oberbürgermeister auf die „verdichteten Wohnverhältnisse“ in der den Park umgebenden Neckarstadt.

> Coronavirus in Mannheim - Grafiken zu Fällen, Verlauf und 7-Tage-Inzidenz

Luisenpark bleibt zu

Mit dem Luisenpark ähnlich zu verfahren, ist nach den Worten von Kurz wegen „des spezifischen Angebots dort“ nicht möglich. Der Betrieb eingezäunter Freizeitparks wird in der seit Anfang November gültigen Corona-Verordnung des Landes untersagt. Dies war bei „MM“-Lesern ebenso wie in der Lokalpolitik immer wieder kritisiert worden, weil sich somit Spaziergänger häufig an den Flussufern oder am Vogelstangsee ballen. Nun hat man laut Kurz bei einer nochmaligen juristischen Prüfung die Möglichkeit zur Öffnung des Herzogenriedparks gefunden.

AdUnit urban-intext2

Der Oberbürgermeister hat noch eine gute Nachricht für 5000 Grundsicherungsempfänger: Ihnen will die Stadt aus eigenen Beständen FFP2-Masken zur Verfügung stellen. Die Verteilung soll über das Sozialdezernat und Wohlfahrtsverbände erfolgen. Seit Montag sind medizinische Mund/Nasen-Bedeckungen im Nahverkehr und Einzelhandel Pflicht. Das übernehme man auch für städtische Einrichtungen mit Publikumsverkehr, kündigt Kurz an. Er hoffe zwar, dass der Bund dafür entsprechende Mittel für sozial Schwächere bereitstelle. Weil der Januar aber schon weit fortgeschritten und mit 31 Tagen für viele Ärmere problematisch lang sei, wolle die Kommune hier in Vorleistung treten.

Auch für Menschen, die sich sehr über die komplizierte Impftermin-Vergabe ärgern, hat Kurz womöglich eine gute Nachricht. Die will er jedenfalls als „positives Signal verstanden wissen: Die Stadt werde im Februar über 80-Jährige nach und nach – die Reihenfolge richte sich nach dem Zufallsprinzip – anschreiben und ihnen einen individuellen Zugangscode schicken, mit dem sie dann über die 116 117 telefonisch vereinfacht einen Termin vereinbaren könnten. Hierbei handele es sich jedoch einstweilen nur um ein Zusatzangebot, primär sollten Impfungen in der Maimarkthalle weiter über die zentrale Hotline sowie über die vom Bund eingerichtete Internetseite www.impfterminservice.de vereinbart werden. Man wolle so aber sicherstellen, dass niemand „durch das Raster fällt“.

Besserung auch in den Kliniken

AdUnit urban-intext3

Neben über 80-Jährigen werden derzeit nur Pflegekräfte und medizinisches Personal mit direktem Kontakt zu Corona-Patienten gegen das Virus immunisiert. Laut Kurz ist mit den zweiten Impfungen (sie sollten im Abstand von drei Wochen erfolgen) nun auch in der Maimarkthalle begonnen worden. Alle Termine könnten trotz des Impfstoffmangels eingehalten werden, weil man entsprechende Rücklagen gebildet habe. In Pflegeheimen würde die zweite Runde noch in dieser Woche abgeschlossen. Die Impfbereitschaft liege bei den Bewohnern bei 87 Prozent, beim Personal bei 43 Prozent. Sobald mehr Impfstoff zur Verfügung stehe, wolle die Stadt die Bereitschaft mit gezielten Kampagnen erhöhen. Den Vertrag mit dem Land für die Maimarkthalle habe man bis Ende Juni verlängert, im dritten Quartal sollten die niedergelassenen Ärzte die Impfungen übernehmen.

AdUnit urban-intext4

Vergleichsweise gute Nachrichten hat auch Peter Schäfer mitgebracht. Die Zahl der Corona-Patienten in den Krankenhäusern ist deutlich zurückgegangen. Auf Isolierstationen lägen aktuell 74, Mitte Dezember sei sie mehr als doppelt so viele gewesen. Hinzu kämen derzeit 34 auf Intensivstationen, nach dem Höchststand von 40 im Vormonat.

> Überblick: Coronavirus - so viele Fälle sind in der Metropolregion Rhein-Neckar bekannt
> Dossier Corona: Hintergründe, Infografiken, Berichte zur Entwicklung der Pandemie in Mannheim, Heidelberg, Ludwigshafen und der Metropolregion
> Nichts verpassen: Verschärfter Lockdown, Impfungen, milliardenschwere Wirtschaftshilfen – alle Entwicklungen zum Coronavirus: Jetzt 30 Tage gratis E-Paper und Morgenweb lesen

Auch die Infizierten-Zahlen sind weiter gesunken. Am Dienstag werden (Stand: 16 Uhr) 57 neue Fälle gemeldet, die Sieben-Tage-Inzidenz – also die Summe der neuen Fälle umgerechnet auf 100 000 Einwohner – liegt nach den Zahlen der Stadt nur noch bei 108,5.

Die einzig bittere Nachricht an diesem Tag – es ist erneut eine besonders bittere – kommt während der Sitzung gegen 18.30 Uhr per Mail: Es gibt wieder vier Corona-Tote: ein über 60-jähriger Mann in einer Pflegeeinrichtung, ein weiterer über 60-Jähriger und zwei Frauen (über 60 und über 80) in Kliniken.

Mehr zum Thema

Hauptausschuss des Gemeinderats Stadt Mannheim will Herzogenriedpark für alle öffnen

Veröffentlicht
Von
Steffen Mack
Mehr erfahren

Hauptausschuss Mannheimer Politik will an Investitionen festhalten

Veröffentlicht
Von
Timo Schmidhuber
Mehr erfahren

Das Wichtigste auf einen Blick Die aktuelle Corona-Lage im Liveblog

Veröffentlicht
Mehr erfahren

Service Täglicher Themen-Newsletter "Coronavirus"

Veröffentlicht
Mehr erfahren

Karte und Grafiken Coronavirus: Fallzahlen aus Mannheim, Ludwigshafen, Heidelberg und Rhein-Neckar

Veröffentlicht
Mehr erfahren

Redaktion Steffen Mack schreibt als Reporter über Mannheimer Themen

Thema : Coronavirus

  • Pandemie Gärtnereien, Gartenmärkte und Blumenläden dürfen ab 1. März öffnen

    Baden-Württemberg will ab nächsten Monat einige Geschäfte wieder öffnen. Ministerpräsident Winfried Kretschmann kann sich auch vorstellen, dass sich wieder zwei Haushalte privat treffen dürfen.

    Mehr erfahren
  • Baden-Württemberg Erzieher und Lehrerinnen können sich ab sofort impfen lassen

    Es sollte für Kita-Beschäftigte und Lehrer eine frohe Botschaft sein: Baden-Württemberg macht für sie eine Impfung gegen das Coronavirus ab sofort möglich - früher als gedacht. Doch dann ruckelt es am Anfang - mal wieder.

    Mehr erfahren
  • Corona-Maßnahmen im Überblick Die neuen Bund-Länder-Beschlüsse vom 10. Februar

    Bund und Länder sehen in deutlich gesunkenen Ansteckungsraten viel erreicht im Kampf gegen Corona - aber noch keinen Anlass für Entwarnung. Denn neue Mutanten breiten sich aus. Die neuen Beschlüsse im Detail.

    Mehr erfahren