Abfallwirtschaft - Vierwöchige Plakataktion soll dazu beitragen, Sauberkeit in Mannheim zu verbessern Stadt bittet Bürger um Mithilfe

Von 
Christian Schall
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Stadtweit gibt es Nachholbedarf bei der Sauberkeit. Das Bild zeigt wilde Müllablagerungen in der Brandenburger Straße auf der Vogelstang vor einigen Tagen. © Schall

Mannheim. Eine Frau in weißer Hose und auffallend grünem Jackett wirft eine Papiertüte in den Schlitz eines Mülleimers auf den Planken. Daneben steht lächelnd ein Mitarbeiter der Abfallwirtschaft und hebt den Daumen. „Sauber!“ ist in großen Lettern darüber zu lesen. Mit diesem Motiv will die städtische Abfallwirtschaft seit Dienstag die Bürger für mehr Sauberkeit im öffentlichen Raum sensibilisieren. „Sauberkeit in Mannheim, gemeinsam geht es besser“, lautet der Slogan dazu.

Strafen für Verschmutzungen

  • Seit April werden die erhöhten Bußgelder fällig, die der neue Bußgeldrahmen des Landes ermöglicht. Sie gelten in der gesamten Stadt.
  • Zigarettenkippen, Papier oder Taschentücher wegwerfen kostet 75 Euro, für Kaugummis sind 100 Euro zu zahlen. Bei vorsätzlichem Handeln verdoppeln sich die Strafen. Hinzu kommen je 28,50 Euro Verwaltungsgebühren.
  • Von April bis Ende Juni hat der städtische Ordnungsdienst 231 Beanstandungen registriert, der größte Teil wegen weggeworfener Kippen. 
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Das Motiv ist ähnlich des einer ersten Kampagne aus dem Frühjahr, die kurz nach der Wiedereröffnung der Planken von Mitte April bis Anfang Mai gefahren wurde. Damals standen die Protagonisten – die Frau arbeitet ebenfalls bei der Abfallwirtschaft – an einem Mülleimer und klatschten sich ab. Wie Dezernatssprecher Kevin Ittemann erläuterte, sei das aktuelle Motiv bewusst als Weiterführung des ersten Plakats gedacht. Die Frau solle stellvertretend für die Bürgerschaft stehen.

Rückmeldungen der Bürger positiv

Beiden Mitarbeitern liege das Thema Sauberkeit sehr am Herzen. „Es ist ihnen ein Anliegen, die Botschaft, Mannheim sauber zu halten, zu vermitteln“, so Ittemann. Die Rückmeldungen aus der Bürgerschaft auf die Plakate seien positiv. Wie der Sprecher auf Anfrage mitteilte, belaufen sich die Kosten der aktuellen Kampagne auf knapp 10 000 Euro. Der Hauptanteil entfalle auf die Plakatierung. Für die Aktion seien rund 1500 Plakate in verschiedenen Formaten gedruckt worden.

Bis zum 20. August sollen die Poster in 160 sogenannten City-Light-Poster-Anlagen – das sind die Werbetafeln, wie sie an Bus- und Bahnhaltestellen stehen – aufgehängt werden. Vom 23. August bis 2. September werden sie auf rund 160 Litfaßsäulen im Stadtgebiet zu sehen sein. Auch in städtischen Einrichtungen und Firmen wird geworben.

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Das Dezernat betont die „partnerschaftliche Aufgabe zwischen Bevölkerung und Stadtreinigung“. „Wenn jeder sich an Regeln hält und die Abfallkörbe sowie den kostenlosen Sperrmüllservice nutzt, ist das ein wichtiger Baustein der Zusammenarbeit zwischen Stadt und Bürgerschaft“, sagte die kommissarische Leiterin der Abfallwirtschaft, Alexandra Kriegel.

Der Vorsitzende des Bürger- und Gewerbevereins Östliche Innenstadt, Wolfgang Ockert, findet die Plakataktion „grundsätzlich nicht ganz falsch“. Er befürchtet aber, dass in der „heterogenen Gesellschaft in Mannheim“ viele den Text nicht verstehen. Er plädiert stattdessen auf „konzertierte Aktionen“ mit Bürgerstreifen, die die Müllsünder ansprechen und Flugblätter verteilen. In einer zweiten Stufe sollten „Schwerpunktkontrollen mit allen verfügbaren Kräften“ über einen Monat für die nötige Abschreckung sorgen, ähnlich, wie die Verkehrspolizei bei den Auto-Posern vorgegangen ist.

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Seit April reagiert die Stadt mit deutlich erhöhten Bußgeldern noch rigoroser gegen Verursacher von Verschmutzungen. „Bis Ende Juni hat der städtische Ordnungsdienst insgesamt 231 Beanstandungen registriert – der Löwenanteil davon ging auf das Konto der Raucher mit auf den Boden geworfenen Zigarettenkippen“, sagte Stadtsprecherin Corinna Hiss. Aktuellere Zahlen liegen nicht vor.

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In der Fußgängerzone werden die Kontrollen „in gleicher Intensität weitergeführt“, betonte sie. „Die Stadt ist davon überzeugt, dass sowohl die intensiven Reinigungsmaßnahmen der Abfallwirtschaft als auch die intensiven Kontrollen des Ordnungsdienstes bereits Wirkung zeigen und das Erscheinungsbild der Fußgängerzone Planken bereits deutlich verbessert werden konnte. Diese Annahme mit Zahlen zu belegen, wäre aber noch zu früh.“

Im Herbst plant die Abfallwirtschaft eine weitere Kampagne zum Thema Abfalltrennung und Vermeidung von Lebensmittelabfällen – dann auf den Werbeflächen der Müllfahrzeuge.

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Redaktion Redakteur in der Lokalredaktion Mannheim

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