Winter - Malen, Tierpark, Sport – auch ohne eine Urlaubsreise konnten Familien die schulfreie Zeit in der Quadratestadt genießen So verbrachten Mannheimer die Ferien

Von 
Sylvia Osthues
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Ferien zu Hause – Maila backt Sandkuchen zusammen mit ihren Eltern Jonathan und Alica Wagner. © Osthues

Die Ferien sind nun vorbei und damit auch die Zeit, in der Mannheimer Familien die schulfreie Zeit überbrücken mussten – die Kinder wollten schließlich bespaßt werden. Auch ohne eine Urlaubsreise. Aber langweilen mussten sie sich nicht. Denn schöne Tage können die Menschen auch in der kalten Jahreszeit in der Quadratestadt genießen.

Spielen und Klettern

  • In den Monaten von November bis Februar gibt es monatlich im Schnitt 20 000 Besucher im Indoorspielplatz im Luisenpark – das sind pro Tag etwa 650 bis 700 Gäste. An Spitzentagen (zumeist an Sonn- und Feiertagen) werden immer wieder auch mal bis zu 1500 Besucher gezählt.
  • Die Boulderhalle auf Franklin ist täglich von 10 bis 23 Uhr geöffnet.
  • Klettern ist für Kinder von 6 bis 13 Jahre nur mit Boulderführerschein erlaubt (Erwerb jeden Sonntag von 12 bis 17 Uhr, ohne Voranmeldung möglich) und in Begleitung eines erwachsenen Betreuers. Jugendliche von 14 bis 18 Jahren können mit Einverständniserklärung ihrer Eltern allein klettern. ost
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So verbrachten die Mannheimer ihren Winterurlaub zu Hause: Da gab es beispielsweise das Programm „Familie-Aktiv“ – ein pädagogisch betreutes Ferienangebot für die ganze Familie im Technoseum: „Nach Adam Riese …“ lautete das Motto des Angebots, das in den vergangenen Tagen gern genutzt wurde. „Mathe ohne Taschenrechner, das geht eigentlich ganz einfach“, erklärt Kunstpädagogin Jolanda Vetman Salome Besucher Martin Witsch und seinen Kindern. Aus einer Holzleiste, Holzstäbchen, Zahnstochern und Plastikperlen bauten Marieke (9), Noreen (6) und Frederik (3) gemeinsam mit ihren Eltern ihren eigenen Abakus und erfuhren im Rechenkabinett, wie andere historische Rechenhilfen funktionieren. „Zusammen macht das viel mehr Spaß“, sagten die beiden Töchter.

Auch der dreijährige Frederik, der eigentlich noch zu klein ist für einen Rechenschieber, war konzentriert bei der Sache. „Was die Großen wollen, will der Kleine eben auch“, sagt Martin Witsch lachend.

Vorausschauende Eltern haben bereits beim Kauf der Weihnachtsgeschenke an die Tage nach dem Fest gedacht. Gutscheine für die zwei Ferienworkshops in der Kunsthalle wurden von rund 40 Kindern eingelöst. Während die Erwachsenen in den Räumen ihre eigenen Wege gehen, betrachten die Acht- bis Zehnjährigen zusammen mit erfahrenen Kunstpädagogen ausgewählte Gemälde zum Thema „Winter in der Stadt“.

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Anschließend erproben sie im Atelier kreative Ideen. „Im Winter sind die Tage kurz und dunkel – deshalb muss unbedingt Farbe her“, meinen die Kunstpädagoginnen Andrea Ostermeyer und Isabelle Kugler. „Doch wie kann man den Winter malen? Weißer Schnee, grauer Himmel? Langweilig!“ Die Kunstpädagoginnen zeigen den Kindern, wie sie mit Farben, „die im Winter eher zart, sanft und schmutzig sind“, eine tolle Winterstimmung in ihren eigenen Bildern erreichen können. „Das macht Spaß“, sagen Lisa und Niklas. Voller Stolz präsentieren die beiden Zehnjährigen am Ende ihren Eltern ihre Werke.

Auch wenn es im Winter zu Hause am gemütlichsten ist, tun Aktivitäten an der frischen Luft an jedem Ferientag gut. Kälte und Regen hielten viele nicht von einem Besuch im Luisenpark ab – entsprechend groß ist der Zuspruch auf dem Indoorspielplatz. In der Ausstellungshalle des Pflanzenschauhauses warten bei angenehmen Temperaturen viel Sand und natürliche Spielgeräte aus Holz und Stahl zum Klettern, Sandeln und Toben auf die begeisterten Kinder. Die lassen Papa und Mama einfach stehen, um sich in das Abenteuer zu stürzen, während sich die Eltern einen Sitzplatz suchen.

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„Hier kann Maila bei jeder Wetterlage im Warmen und im Trockenen spielen“, freuen sich Alica und Jonathan Wagner aus Neuhermsheim, die nicht zum ersten Mal mit der Zweijährigen hier sind. Beliebt sei der überdachte Spielplatz nicht nur „wegen der familiären Atmosphäre und, weil es kein kommerzielles Angebot ist“. Auch größere Kinder wie Nicola (11) und Johannes (13) erleben im Pflanzenschauhaus, also quasi unter demselben Dach, Spannendes, wie beispielsweise die freifliegenden exotischen Schmetterlinge oder die farbenprächtigen Fische im Aquarium.

Regeln einhalten beim Klettern

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Die Boulderhalle auf Franklin ist seit etwa vier Jahren ein beliebter Ferienspaß für Familien: „Klettern ist für Kinder absolut geeignet“, sagte Jannis Maass, der mit seiner Familie zu den Stammgästen gehört. Aber die Boulderhalle sei eben kein Indoorspielplatz für Kinder, sondern eine Sportstätte. Hier lasse man sein Kind nicht toben, während man im Café seinen Latte Macchiato schlürfe, sondern mache mit seinem Kind gemeinsam „echten Klettersport“, erklärt Maass. Geklettert wird beim Bouldern ohne Seil und Gurt. „Es wird abgesprungen, wenn die Kraft nicht mehr reicht und keiner will auf einem Kind landen, das herumrennt. Also müssen sich alle an die Regeln halten und es darf nicht getobt werden“, so Maass. Für ihn und seine Kinder, Laila (8) und Florian (6), ist das „der perfekte Familienausflug, echte gemeinsame Zeit“.

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