Gesellschaft So reagiert die Stadt auf die Kritik

Lesedauer: 

Mannheim. In seinem Gastbeitrag kritisiert Richard Brox auch die Stadt. Wir haben das zuständige Dezernat für Wirtschaft, Arbeit, Soziales und Kultur um eine Stellungnahme zu dem Text gebeten. So antwortete der Fachbereich Arbeit und Soziales :

AdUnit urban-intext1

„In Mannheim stehen alle städtischen Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe den Wohnungslosen auch während der Pandemie weiterhin zur Verfügung. Die Fachberatungsstelle ist geöffnet und zahlt bei bestehendem Hilfeanspruch Geldleistungen aus. Auch Durchwanderer erhalten bei Bedarf ihr „Tagegeld“. Damit verfügen die Wohnungslosen in Mannheim über die ihnen zustehenden Fürsorgeleistungen und können sich wie bisher mit notwendigen Lebensmitteln und Hygieneartikeln selbstständig versorgen. Daneben ist die Übernachtungsstelle weiterhin geöffnet. Hier erhalten Wohnungslose neben einer Übernachtungsmöglichkeit ein Abendessen und ein Frühstück. Weiterhin wird eine regelmäßige ärztliche Sprechstunde angeboten.

Auch die Tagesstätten der freien Träger für Wohnungslose sind geöffnet. Überall gelten die Hygiene- und Anstandsregeln. Die „Oase - Fachberatungsstelle und Tagesstätte für wohnungslose Frauen“ ist beispielsweise in zwei „Schichten“ geöffnet, um die geltenden infektionsschutzrechtlichen Hygienemaßnahmen einhalten zu können. Auch das Herschelbad können Wohnungslose für ein wöchentliches Duschbad wieder nutzen. Die Tagesstätte der Caritas hat eine Kleiderkammer im Angebot, die allen wohnungslosen Menschen offen steht.

Die Notübernachtungsstelle ist mit einer reduzierten Anzahl an Schlafplätzen geöffnet, um eine einfache Belegung von Zimmern, beziehungsweise die Einhaltung eines ausreichenden Abstands zur Wahrung des Infektionsschutzes gewährleisten zu können.

AdUnit urban-intext2

Bislang wurde aufgrund von Platzmangel noch kein Übernachtungsgast abgewiesen, es stehen noch freie Betten zur Verfügung. Soweit alle Plätze belegt sind, ist geplant, die Wohnungslosen auf die weiteren kommunalen Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe zu verteilen. Hier werden weitere rund 30 Notübernachtungsplätze vorgehalten.

Die Zahl der Wohnungslosen in Mannheim wird aktuell auf etwa 20 bis 50 Personen geschätzt. Die Anzahl der vorsprechenden Wohnungslosen in der Fachberatungsstelle ist zuletzt leicht zurückgegangen. Insofern können wir die Aussage, dass die Zahl der Menschen ohne Dach in Mannheim gestiegen ist, nicht bestätigen.

AdUnit urban-intext3

Ziel der städtischen Wohnungslosenhilfe ist es, die Probleme obdachloser Menschen in Mannheim zu lösen, so dass sie wieder ein möglichst eigenständiges Leben in eigenem Wohnraum führen können. Die Fachberatungsstelle für wohnungslose Menschen der Stadt Mannheim ist hierfür das zentrale ambulante Beratungs- und Vermittlungsangebot. Ihr obliegt die Koordinierung der Hilfe- und Maßnahmenplanung. Sie erbringt zahlreiche Soforthilfen, wie zum Beispiel die Auszahlung von Tagessätzen, Vermittlung in die Notübernachtungsstelle, Vermittlung von Arbeitsgelegenheiten, Ausgabe von Fahrkartengutscheinen, Kriseninterventionen bei psychischen Akutsituationen und Unterstützung bei der Wohnungssuche.

AdUnit urban-intext4

Darüber hinaus bietet die Stadt Mannheim gemeinsam mit den freien Trägern ein vielfältiges sich ergänzendes Angebot an und stellt damit eine flächendeckende Unterstützung sicher.“

Mehr zum Thema

Gastbeitrag Richard Brox über das Leben als Obdachloser und sein Leiden in strengen Wintern

Veröffentlicht
Mehr erfahren