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Kultur - Richard-Wagner-Verband verleiht der langjährigen „MM“-Mitarbeiterin Waltraud Brunst die Ehrenmitgliedschaft / Auftritt am Grab Wagners

„Sie sind ein ganz besonderer Mensch“

Von 
Peter W. Ragge
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Es soll ein liebevolles Zeichen der Zuneigung, des Respekts und der großen Anerkennung für eine langjährige, treue und engagierte Wegbegleiterin sein: Der Richard-Wagner-Verband (RWV) Mannheim-Kurpfalz, der 2021 sein 110-jähriges Bestehen feiert, hat aus diesem Anlass der langjährigen „MM“-Mitarbeiterin Waltraud Brunst die Ehrenmitgliedschaft verliehen.

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„Sie, liebe, verehrte Frau Brunst, sind ein ganz besonderer Mensch!“, sagte Monika Kulczinski, die Präsidentin des Wagner-Verbandes, zu der 84-Jährigen. Schon zu ihrer Vorgängerin Ilse Hannibal habe sie „immer den richtigen Weg gefunden, um miteinander zu kommunizieren. Nun dürfe sie als Nachfolgerin die enge Verbundenheit von Brunst mit Wagner und dem Verband „deutlich spüren“, so Kulczinski: „Ein Gespräch mit Ihnen ist stets angenehm, anregend und humorvoll. Sie können wunderbar zuhören, antworten und schweigen“, und auf sie gehe mancher wertvolle Hinweis zurück.

Fachwissen und Intelligenz

Vom Richard-Wagner-Verband geehrt: Waltraud Brunst. © Schwetasch

So sei es die Idee von Waltraud Brunst gewesen, bei den ersten Mannheimer Wagner-Tagen den „Ring an einem Abend“ konzertant wiederaufnehmen. Die Artikel von Brunst im „MM“ seien „stets mit großer Kompetenz“ verfasst, so Kulczinski: „Ihr enormes Fachwissen, Ihre wache Intelligenz und Ihre eigene Begeisterung springen auf Ihre Leser über und lösen oft wahre Begeisterungsstürme aus“. Wenn Brunst berechtigte Kritik äußere, werde aber „nie ein Künstler beleidigt oder verletzt“, dankte Kulczinski: „Man spürt, Ihre große Liebe ist die Oper und das Nationaltheater.“

Kulczinski verriet auch eine Anekdote: 1986 huldigte Brunst, die über 30 Jahre im Bach-Chor sang, Richard Wagner sogar während der traditionellen Feierstunde an seinem Grab in Bayreuth: „Von dem dortigen Chor sangen 50 Sänger zu seiner Ehre das Kyrie aus einer Haydn Messe. Also stellten Sie sich einfach dazu und sangen als unerkannter Gast aus Mannheim mit!“

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Waltraud Brunst, verheiratet mit dem Kammermusiker Werner Brunst und Mitglied in mehreren großen Oratorienchören, war 1970 als Sekretärin zum „Mannheimer Morgen“ gekommen. Dort bewährte sie sich zunächst wegen ihrer großen Fremdsprachenfertigkeiten. Schnell fiel den Kollegen aber auf, über welch große Musikkenntnisse sie verfügt. So wurde sie, als klassische Seiteneinsteigerin entdeckt, zunächst 1973 mit Kritiken über Konzerte für die Regionalredaktion betreut. Seit Jahrzehnten vertraut aber auch die Kulturredaktion auf das sichere, kundige Urteil von Waltraud Brunst, das weit über klassische Musik hinaus reicht – und auf ihren stets sehr feinsinnigen Humor.

Redaktion Chefreporter

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