Corona - ML-Stadträte nach Brief an Altmaier „fassungslos“ Schmid und Probst kritisieren Löbel

Von 
stp
Lesedauer: 

Mannheim. „Fassungslos“ – das habe sie der „Weckruf“ des CDU-Bundestagsabgeordneten Nikolas Löbel an Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) gemacht, so die ML-Stadträte Holger Schmid und Christopher Probst in einer Mitteilung an die Medien. „Er soll keine Briefe schreiben, sondern als Abgeordneter der Regierungsfraktion Politik für diese Stadt und endlich auch für den Mittelstand in dieser Stadt machen. Er bestimmt doch die politischen Richtlinien in unserem Land mit“, formulieren sie. Beide sind Unternehmer und Geschäftsführer mit Personalverantwortung.

Bundestagsabgeordneter Nikolas Löbel (CDU). © Christoph Blüthner
AdUnit urban-intext1

Löbel hatte mit mehreren Unternehmern aus Mannheim einen Brandbrief an den Wirtschaftsminister geschrieben. Darin drückten sie ihre Angst vor einem „wirtschaftlichen Totalschaden“, machten aber auch konkrete Lösungsvorschläge.

Die Politik hab in der Corona-Krise im Bund, im Land und auch in Mannheim vieles richtig gemacht, aber die Wirtschaft bestehe eben nicht nur aus Lufthansa oder der Tui, sondern aus einem noch starken Mittelstand, der aber offenbar im CDU-geführten Wirtschaftsministerium nicht viel zählt, finden Schmid und Probst.

Viele mittelständische Unternehmer in Mannheim hätten berechtigte Sorgen um die Zukunft. „Die meisten Unterzeichner dieses Briefes kennen wir persönlich. Sie sind nur erfolgreich geworden, weil sie zuverlässig arbeiten und über Jahrzehnte Vertrauen aufgebaut haben“, so die ML-Stadträte weiter.

„Das schafft kein Vertrauen“

AdUnit urban-intext2

Alles andere als verlässlich sei allerdings gerade die Politik des Wirtschaftsministers. „Zugesagte Hilfen fließen erst nach Monaten, jeden Tag wird eine andere Sau durchs Dorf getrieben – sprich die Regeln für die Hilfen geändert. Das schafft kein Vertrauen“, so Holger Schmid.

Er und Probst schreiben weiter, dass sie dann Respekt vor Löbel hätten, wenn er einen Antrag in den Bundestag einbringen würde mit der Frage: Wie viele mittelständische Unternehmen hätten gerettet werden können, wenn nur die zugesagten November-Hilfen rechtzeitig geflossen wären?