REM-Direktor Wieczorek tritt bei Landtagswahl an

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Bis zum Jahresende ist er noch im Dienst, dann folgt der Ruhestand - und da will er politisch durchstarten: Alfried Wieczorek, Generaldirektor der Reiss-Engelhorn-Museen, wird bei der Landtagswahl am 14. März 2021 für die CDU antreten. Das hat der 65-Jährige ebenso auf Anfrage bestätigt wie der CDU-Kreisvorsitzende, Bundestagsabgeordneter Nikolas Löbel. Die endgültige Entscheidung trifft die Mitgliederversammlung des CDU-Kreisverbands am 20. März. Der Kreisvorstand der Partei hat Wieczorek aber einstimmig nominiert.

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„Wenn man fit genug ist und Zeit hat, soll man sie der Allgemeinheit zur Verfügung stellen“, begründet Wieczorek seine Kandidatur. Er habe sich entscheiden, sich im Ruhestand weiter für die Kirche und nun eben in der Politik zu engagieren. Zudem finde er es „notwendig, dass neben Leuten, die Politik von der Pike auf betreiben, auch Menschen Erfahrung und Wissen aus einem langen Berufsleben einbringen“, so Wieczorek. Das wolle er aber nicht nur immer fordern, sondern dann eben selbst auch vorleben.

Schließlich gebe es in der CDU derzeit eine „Aufbruchstimmung“, was Wieczorek ausdrücklich auf den Mannheimer Kreisverband mit Löbel an der Spitze wie die anstehende Wahl eines neuen Bundesvorsitzenden bezog. Da ende jetzt die, wie er sagte, „bleierne Zeit“, „und bei der Neuausrichtung möchte ich teilhaben, möchte ich mit machen und mithelfen“. Zwar könne man nicht sicher sein, ob die CDU den Wahlkreis hole, „aber ich will alles geben, um es zu versuchen“, so Wieczorek. Er könne aufgrund seiner Erfahrungen und Kontakte in Stuttgart „eine Stimme mit Gewicht für Mannheim und ein Volksvertreter sein, der auch Gehör findet in der Landesregierung.“

Seine Schwerpunkte in der Kultur-, Wissenschafts- und Bildungspolitik passten hervorragend zu den Aufgaben des Landtags. Neben seinem Beruf war Wieczorek da bisher schon ehrenamtlich tätig, sei es in Museums-Gremien oder als geschäftsführender Vorstandsvorsitzender des Schulträgervereins der Evangelischen Landeskirche Baden und der Stiftung für das private Johann-Sebastian-Bach-Gymnasium.

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Der gebürtige Hildesheimer kam 1990 an das damalige Reiß-Museum als Leiter der Archäologischen Denkmalpflege sowie der Ausstellungs- und Öffentlichkeitsarbeit. 1999 übernahm er den Chefsessel. Er hat das Haus gewaltig umgekrempelt, international erfolgreich gemacht und dafür drei hoch dotierte Stiftungen gegründet. Mehrfach gab es Abwerbe-Versuche, Wieczorek blieb aber dennoch in Mannheim. Im Mai 2019 war Wieczorek bereits auf der CDU-Liste bei der Kommunalwahl angetreten - prompt machte er einen Sprung nach vorne von Platz 13 auf Platz 9. Sein Mandat durfte er aber nicht antreten, solange er bei der Stadt angestellt ist. Er ist jetzt erster Nachrücker der CDU-Fraktion und arbeitet im Bezirksbeirat seines Wohnorts Feudenheim mit. Als Wiecoreks Zweitkandidat tritt Oliver Althausen, Büroleiter im Rathaus und bekannt als Fasnachter, an.

Bei der Landtagswahl 2016 hatte für die CDU im Süden Carsten Südmersen kandidiert, das Direktmandat ging aber an die Grünen. Im Nord-Wahlkreis holte 2016 das Mandat die AfD. Kandidat der CDU soll hier erneut der Käfertaler Reisebüro-Inhaber Chris Rihm (Bild oben rechts) werden, sein Zweitkandidat der Wallstadter Student Lennart Christ.

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Rihm, viele Jahre Bezirksbeirat in Käfertal, ist auch stellvertretender Vorsitzender des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) und ehrenamtlicher Einsatzleiter Rettungsdienst. Bei der Kommunalwahl 2019 verbesserte er sich vom Listenplatz 5 auf Platz 4. Seither gehört er dem Gemeinderat an. „Gerade im Mannheimer Norden fühlen sich viele Wähler nicht mitgenommen oder gar abgehängt. Die CDU muss alles dafür tun, den Vertrauensverlust durch kluge Sozial- und Wirtschaftspolitik, durch die Nähe von Politikern zu den Menschen wieder gut zu machen“, hat sich Rihm vorgenommen.

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Laut Löbel will die CDU beide Wahlkreise gewinnen. Dafür seien Wieczorek und Rihm „zwei hervorragende Kandidaten“, so der Kreisvorsitzende: „Die beiden sind bekannt und anerkannt, stehen mit beiden Beinen im Leben und engagieren sich seit vielen Jahren über die Maßen hinaus für unsere Stadt!“, so Löbel.