Kirche - Neuer täglicher Service des Evangelischen Dekanats / Heute ist Oliver Seel zu hören Predigten per Telefon machen Mut

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pwr (Bild: ekma)
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Mannheim. Vikar Sebastian Degen von der ChristusFriedenGemeinde hatte im März die Idee, etwas für jene Menschen zu machen, die kein Internet haben. Daraus ist jetzt ein Angebot des gesamten evangelischen Stadtdekanats geworden. Täglich kann man nun eine Telefonandacht rund um die Uhr unter der Rufnummer 0621/28 000 111 anhören.

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„Im Frühjahr haben bei der Aktion der ChristusFriedenGemeinde an manchen Tagen über 100 Leute angerufen“, weiß Stadtjugendpfarrer Oliver Seel (Bild). Er ist am Freitag am Telefon zu hören. Gerade als Jugendpfarrer finde er es wichtig, etwas für ältere Menschen zu machen, die mit den neuen digitalen Angeboten der Kirchen während der Corona-Pandemie nicht zurechtkämen.

Wenig technischer Aufwand

Er hat sich für seine kurze Predigt am Freitag Psalm 4, Vers 7 ausgesucht. „Wer wird uns Gutes sehen lassen? Herr, lass leuchten über uns das Licht deines Antlitzes!“, heißt es da. Das will er aufgreifen, trotz all der Nachrichten über die gefährliche Coronavirus-Mutation aus Großbritannien und eine eventuelle Verlängerung der Einschränkungen bis Ostern und versuchen, ein bisschen Mut zu machen. „Man muss aufpassen, dass man sich von all den schlechten Nachrichten nicht ’runterziehen lässt, sondern versuchen, Hoffnung zu vermitteln“, sagt Seel.

Der technische Aufwand für eine Telefon-Andacht sei nicht groß. „Ich nehme das mit meinem Handy auf“, so der Pfarrer. Dann schicke er es an das Dekanat, wo jemand täglich dann den Text auf dem Anrufbeantworter wechsle.

Drei bis vier Minuten

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„Man muss nur aufpassen, dass es nicht zu lange wird“, erklärt der Pfarrer. Die Telefonandachten sollten nicht länger als drei bis vier Minuten sein. Diese Erfahrung habe man in der ChristusFriedenGemeinde gemacht. „Man darf sich nicht verzetteln, sondern hat nur Zeit für einen einzigen Gedanken, das muss reichen“, so Seel. Aber das könne Menschen, die derzeit ja weder Gottesdienste besuchen noch Freunde treffen dürften, ja oft schon helfen – als Denkanstoß oder Trost.

Die einzelnen Termine sind innerhalb der ganzen Mannheimer Pfarrerschaft inklusive der Vikare aufgeteilt, so dass jeden Tag ein anderer Geistlicher am Telefon spricht. Zunächst ist die Aktion bis Ende Januar befristet, aber eine Verlängerung – wenn wegen Corona weiter nur wenige Gottesdienste möglich sind – denkbar. 

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