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Podcast - Mehrdad Zaeri bei „Mensch Mannheim“

Podcast "Mensch Mannheim": Warum Mehrdad Zaeri für seine Zeichnungen die Stille sucht

Von 
Karsten Kammholz
Lesedauer: 

Mehrdad Zaeri gehört zu den beeindruckendsten Künstlerpersönlichkeiten der Metropolregion. Bekannt ist der Mannheimer für seine Illustrationen und seine Murals, die er mit seiner Partnerin Christina Laube erschafft. Nicht nur weil Mehrdad Zaeri nun zum dritten Mal in Folge die Titelseite der Weihnachtsausgabe des „Mannheimer Morgen“ gestaltet hat (nach Kooperationen mit Rafik Schami 2019 und seiner Schwester Mehrnousch Zaeri-Esfahani 2020), ist er der perfekte Gast für die Weihnachtsfolge des Interview-Podcasts „Mensch Mannheim“. Denn der 51-Jährige ist auch ein begnadeter Erzähler.

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Mehrdad Zaeri erzählt im Podcast über sein Leben. © Markus Mertens

Im Podcast berichtet Zaeri von seinem bewegten Leben – etwa von der Flucht als Jugendlicher mit seiner Familie aus dem Iran über die Türkei und die DDR in die Bundesrepublik nach Heidelberg. In der Schule in Heidelberg war es anfangs nicht leicht für ihn. Doch dann entdeckte ein Mädchen bei ihm eine Michael-Jackson-Zeichnung. Sie wollte seine Zeichnung, er war begeistert – auch von ihr. „Und so begann im Grunde meine Karriere als Zeichner. Denn ich habe verstanden, okay, ich beherrsche die Sprache nicht. Aber: Ich kann zeichnen. Das ist ein Schlüssel zu den Türen und Fenstern dieser Leute.“

Er habe immer mehr gezeichnet, und immer mehr Kinder hätten seine Zeichnungen haben wollen. Auf der Schule hielt Zaeri es bis zum Abitur aus, auch aus Dankbarkeit seinen Eltern gegenüber. „Nach dem Abi habe ich ihnen gesagt: Bis hierher habe ich es für Euch gemacht. Ab jetzt will ich mein eigenes Leben leben.“

Nach Mannheim wegen der Mieten

Er fuhr Taxi, verdiente damit das Geld, das ihm die Freiheit gab zu zeichnen. Dann kamen die ersten Ausstellungen, anfangs in einem Heidelberger Altstadtcafé, bis ein Verlag sich bei ihm meldete. Zaeri war knapp 40 Jahre alt, als seine ersten Zeichnungen in einem Buch veröffentlicht wurden. Inzwischen seien es 25 bis 30 Bücher geworden, so schätzt der Künstler, die er illustriert habe. Und heute seien seine Eltern stolz auf ihn, obwohl er einen Weg gegangen sei, „der nicht von vornherein von der Gesellschaft organisiert war“.

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Nach Mannheim sei er dann nur wegen der niedrigeren Mieten gekommen – und mit Vorurteilen: „Ich fand Mannheim schlimm.“ Am Anfang sei es ihm hier nicht gut gegangen. Mittlerweile gebe ihm die Stadt keinen Grund mehr, weggehen zu müssen. „Diese Stadt tut uns ganz gut“, stellt er im Interview fest.

Aber Zaeri sucht hier die Stille, weshalb er nachts arbeitet und in der Regel erst in den frühen Morgenstunden einschläft. Er sagt: „In meinen Zeichnungen möchte ich oft gerne diese Stille zeigen.“ So wie auf der Titelseite des „Mannheimer Morgen“.



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