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Veranstaltungen

Open-Air-Festival im Mannheimer Schlossgarten

Von 
Peter W. Ragge
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Das Gebiet aus der Luft fotografiert zeigt das Schloss mit Rhein, Friedrichspark und Schlossgarten (rechts oben) sowie der angrenzenden Mannheimer Oberstadt. © Zinke

Mit der Band „Destruktiv“, die „tanzbare instrumentale Beats“, verspricht, geht es am Freitag ab 19.30 Uhr los. Am Samstag will das DJ-Kollektiv „Funky Adventures“ bereits ab 14 Uhr ein Open-Air-Konzert bieten, für das eine „fulminante Auflege-Kombination aus Hip-Hop, Funk, Disco, Bassmusic und Rumba“ angekündigt wird. Damit beginnt das Kulturtragfestival auf der großen Wiese des Schlossgartens zwischen B 36, Rheinterrassen und dem Fröbel-Seminar.

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Das herrlich grüne Areal, von Tennisplätzen und einem Spielplatz begrenzt, ist seit Jahrzehnten nie genutzt worden. „Eine wunderschöne Location, bei der ich mich frage, wieso da noch keiner auf die Idee gekommen ist, dort zu veranstalten“, so SPD-Fraktionsvorsitzender Thorsten Riehle, der bei der inoffiziellen Eröffnung sprach.

Lange Suche nach einer Fläche

Der Nutzung dieser Fläche ging eine sehr lange Diskussion voraus. Bereits im Sommer vergangenen Jahres hatte sich ein „Bündnis Kulturschaffender Mannheims“ formiert, weil wegen der Corona-Pandemie alle regulären Auftrittsorte geschlossen waren und Festivals ausfielen. Mit Hilfe von Nachtbürgermeister Robert Gaa, dem Kulturamt und einer fraktionsübergreifenden Gruppe des Gemeinderats kam dann die Idee auf, einen passenden Ort für Kulturveranstaltungen unter freiem Himmel zu schaffen.

Die Suche nach einem Platz zog sich über Monate hin, fast 60 mögliche Orte wurden untersucht. Mal sprachen Naturschutz, dann wieder Parkprobleme, die Angst vor Anwohnerbeschwerden, Sicherheitsbedenken oder andere Einwände verschiedener Behörden dagegen. In zwei langen Debatten befasste sich der Kulturausschuss mit dem Thema, der Bezirksbeirat musste gehört werden. Jazzmusiker Thomas Siffling, als sachkundiger Einwohner in dem Gremium, platzte irgendwann der Kragen. „Das ganze Gezerre“ nannte er „äußert peinlich“.

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Kulturbürgermeister Michael Grötsch und der Gemeinderat ließen aber nie Zweifel an ihrem politischen Willen, das Projekt zu realisieren. Die Stadt zahlt einen Zuschuss von 342 800 Euro, die Kulturstiftung des Bundes bewilligte 399 000 Euro. Damit wird auch der Aufbau der Bühne und der technischen Infrastruktur im Schlossgarten finanziert. Die Organisation übernimmt weitgehend ehrenamtlich der Verein Kulturtragflächen, der aus dem Bündnis Kulturschaffender hervorgegangen ist. Der Verein hat sich „Nachhaltigkeit groß auf die Fahne geschrieben“, so Sprecherin Sarah Pint. Mit der Nutzung von Ökotoiletten mit Sägespänen, Öko-Aschenbechern im Hosentaschenformat zum Schutz der Wiese, einer Kooperation mit der RNV und der Minimierung von Plastik-Müll wolle der Verein beweisen, „dass Groß-Events nachhaltig und umweltschonend realisiert werden können“. Die Veranstalter empfehlen, zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem Öffentlichen Nahverkehr (Haltestelle Hauptbahnhof Süd der Linie 3) zu kommen. Autofahrer werden auf das neue Parkhaus P 5 am Glücksteinquartier verwiesen.

Noch viele Termine frei

Bislang sind 250 Zuschauer zugelassen. Bis Oktober ist das Festival geplant. Die Bandbreite soll von Musik, Lesungen, Theater und Tanz über Kabarett, Kinderprogramm und Diskussionen reichen. Hip-Hop, Tanz, elektronische Musik oder ein Klassik-Open-Air mit den Mannheimer Philharmonikern weist der Kalender bereits aus, doch es gibt bisher nur wenige feste Termine und noch viele Lücken. Es seien aber „bereits viele Anfragen jedweder Kultursparte eingegangen“, so Sarah Pint, auf der Internetseite des Festivals könnten sich interessierte Kulturschaffende weiter für die Bespielung melden.

Neben der Hauptbühne im Schlossgarten will der Verein vier weitere Pop-up-Orte, also vorübergehende Veranstaltungsorte, bespielen: den Zeughausgarten, den Sportplatz Alter am Alten Meßplatz, das Wiesentheater im Taylorpark und die Neckarwiese unter der Riedbahnbrücke West.

Redaktion Chefreporter

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