Kunsthalle - Kaufmännischer Leiter wechselt nach Karlsruhe Neues Forum für den Rechtsstaat

Von 
Peter W. Ragge
Lesedauer: 

Die „faszinierende neue Aufgabe“ hat ihn gereizt, sagt er: Stephan N. Barthelmess (Bild), seit 2015 Kaufmännischer Leiter der Kunsthalle, wechselt nach Karlsruhe. Bettina Limperg, die Präsidentin des Bundesgerichtshofs, hat ihn in ihrer Funktion als Vorsitzende des Kuratoriums der Stiftung Forum Recht zum stellvertretenden Direktor dieser neuen Einrichtung berufen. Zum 1. Oktober soll er sein Amt antreten. Limperg bezeichnete ihn als „außerordentlich versierte Persönlichkeit“, die über „zentrale Erfahrungen im Kulturmanagement und der Wissensvermittlung in Häusern mit Publikumsverkehr verfügt“, lobte sie.

AdUnit urban-intext1

Barthelmess galt – neben den jeweiligen Direktoren – als „starker Mann“ im Hintergrund der Kunsthalle. Er leitet in dem Haus am Friedrichsplatz den Bereich II. Dazu gehört alles, was nicht direkt mit Kunst und Wissenschaft zu tun hat – Finanzen, Innere Dienste, Marketing, Kommunikation, Fundraising, Veranstaltungen, Besucherservice, Ausstellungs- und Projektmanagement sowie Betriebsorganisation und Gebäudemanagement.

Nach einem Musikstudium an der Franz-Liszt-Akademie in Budapest studierte er in München und Paris Kunstgeschichte, Klassische Archäologie und Philosophie und befasste sich in seinen Abschlussarbeiten intensiv mit der Architektur von Museumsbauten. In seiner Promotion widmete er sich, als Fellow der J. Paul Getty Stiftung in Los Angeles, der Urbanisierung von Architektur am Beispiel des Museums. Seine Ausbildung zum Kulturmanager geht zurück auf Studienaufenthalte in Philadelphia und am Managementzentrum Sankt Gallen. Ehe er nach Mannheim kam, war er unter anderem für das Haus der Kunst in München sowie die Stiftung Preußischer Kulturbesitz tätig.

Von Personalberatung gefragt

Barthelmess war in der Amtszeit von Direktorin Ulrike Lorenz nach Mannheim geholt worden. Dass es jetzt mit Johan Holten einen neuen Direktor gebe, sei kein Auslöser seines Weggangs gewesen, betont Barthelmess: „Keinesfalls – ich schätze ihn sehr, er brennt für Kultur und Kunst“. Als er aber über eine Personalberatung angefragt worden sei, habe ihn „der interdisziplinäre Ansatz“ des Forums recht überzeugt: „Es ist nicht nur Juristerei, nicht nur Kunst, es ist etwas völlig Neues“, so Bathelmess. Er könne hier mithelfen, „eine neue, innovative Form von Institution zu entwickeln, um die Grundlagen unserer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft sichtbar, erlebbar und bewusst zu machen“, sagt er. Die erst 2019 gegründete bundesunmittelbare Stiftung soll in Karlsruhe und Leipzig, wo die obersten Bundesgerichte sitzen, in einem Kommunikations-, Informations- und Dokumentationsforum sowie mobil den Rechtsstaat erlebbar machen. 

Redaktion Chefreporter