Eishockey - Internationales Kinderturnier mit 28 Mannschaften in der SAP Arena / Spaß soll im Vordergrund stehen Nachwuchs jagt dem Puck nach

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Ismail Kul
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Heilbronns Rafael Krull (l.) gegen Mannheims Tim Becker beim 13. Internationalen Eishockey-Kinderturnier der Mad Dogs. © Ruffler

Mannheim. Übersieht der Schiedsrichter ein Foul, protestieren die Eltern rund um das Eisfeld lautstark. Landet der Puck im Tor, wird vor Begeisterung gegen die Glasscheibe getrommelt. Weniger Emotionen als bei anderen Sportarten gibt es beim 13. Eishockey Kids Cup in der Nebenhalle der SAP Arena definitiv nicht.

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Hier messen sich 28 Mannschaften aus Deutschland, der Schweiz, Frankreich und Belgien. Vertreten sind die Altersklassen U9, U11 und U13. Da jede Mannschaft gegen jeden anderen Teilnehmer antreten muss und bis Sonntag 94 Spiele zu absolvieren sind, werden die ersten Partien morgens schon um 8 Uhr angepfiffen. Organisiert wird das Turnier vom Verein zur Förderung des Mannheimer Eishockeynachwuchses sowie vom EKU Mannheim bzw. den Mannschaftsverantwortlichen der Mad Dogs.

Auf Eltern-Initiative

  • Das Eishockey-Turnier Kids Cup wird seit 2008 jeweils zum Jahresanfang veranstaltet. Daran nehmen auch Mannschaften aus dem europäischen Ausland teil, unter anderem aus Spanien (FC Barcelona), Tschechien oder Russland.
  • Das Turnier geht laut Leiter Timo Zbaranski auf eine Initiative von Eltern der Mad-Dogs-Spieler zurück.
  • Das einzige Team, das vom ersten Turnier an jedes Jahr dabei war, ist neben den Mad Dogs ACBB aus Paris.
  • In einigen Jungen-Mannschaften spielen beim Turnier Mädchen mit. Aber auch rein weibliche Teams seien vertreten, sagt Zbaranski. „Wir haben aus zwei Vereinen fünf Mannschaften nur aus Mädchen.“ kul

Mitfiebern mit dem Sohn

Freitag, Mittagszeit: Gerade spielt auf dem Platz der Mannheimer ERC gegen HC Dijon aus Frankreich. Um das Eisfeld herum stehen deutsche und französische Eltern und feuern ihre Kinder an. Einige haben auch ihre Handys gezückt und zeichnen die Bewegungen ihrer Lieben auf. Melanie Weiß aus Neuhofen fiebert mit den Mannheimern, für die ihr Sohn Leon spielt. Mit den bisherigen Partien ist sie zufrieden, der MERC habe alle gewonnen. „Super machst du das. Hopp jetzt“, ruft sie.

Auch Andrea Sittinger feuert die Mannheimer an. Ihr Sohn David sei mit Leon in einer Klasse und befreundet. Auch sie ist mit dem, was sie sieht, zufrieden. Was ihr an Eishockey gefällt? „Es ist faszinierend, wie die Kinder sofort wieder aufstehen und weitermachen, wenn sie mal gefallen sind.“

„Die weinen auch mal“

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Das bestätigt auch Timo Zbaranski, Turnierleiter und Vorstandsvorsitzender der Mad Dogs. „Eishockey ist die schnellste Mannschaftssportart weltweit. Es ist eine Kombination aus Schnelligkeit, Tricks und körperlicher Robustheit“, sagt der 46-Jährige. Seine Liebe dazu entdeckte er bereits in Kasachstan, bevor der 1998 nach Deutschland kam. Er empfiehlt, Kinder schon mit vier Jahren mit dem Lauftraining beginnen zu lassen, da Eishockey eine schwierigere Sportart sei. Und was ist seine größte Herausforderung beim Turnier außerhalb des Eisfeldes? „Helfer zu finden“, sagt er. Verpflegung, Mannschaftsessen, Organisation – insgesamt seien 225 Dienste mit Freiwilligen zu besetzen.

Und wenn mal etwas passiert bei dieser robusten Sportart, stehen die sechs Sanitäter vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) aus Brühl bereit. Vanessa Freund ist eine von ihnen. „Nur Kleinigkeiten“, lautet die Antwort der 28-Jährigen auf die Frage, ob es bisher Verletzungen gegeben habe. „Hinfallen, die Hand verletzt, Prellungen“, zählt sie die häufigsten Vorfälle auf und sagt: „Die weinen auch mal. Aber dann stehen sie auf und machen weiter.“

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In der Mittagspause speisen die U9-Spieler der Mad Dogs in einem weißen Zelt draußen neben der Arena. Zu essen gibt es heute Reis mit Geschnetzeltem und Soße. „Alles, was Kraft macht“, sagt Trainer Daniel Simon. „Nur ein Spiel verloren, sonst alles gewonnen“, bilanziert er die Leistung seiner Schützlinge bis dahin. Zum Thema Nachwuchs beobachtet er, dass die Popularität der Sportart und der Zulauf der Jüngeren in der Region sehr eng mit der Leistung der Adler Mannheim zusammenhängt. Spielten die Adler gut, sei die Aufmerksamkeit da, und auch das Interesse am Eishockey.

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Bevor die Partien am Nachmittag weitergehen, gibt es in der Mittagszeit die sogenannte Skill Competition. Vor voll besetzter Tribüne laufen dabei die Spieler rund um das Spielfeld vor- und rückwärts, üben Penalty-Schießen sowie das Slalom-Laufen um auf die Eisfläche platzierte Reifen. Am Sonntag wird das diesjährige Turnier mit der Entscheidung und den Finalpartien der U13-Mannschaften zu Ende gehen. Die Sieger werden mit einem Pokal geehrt. Es gibt aber auch andere Auszeichnungen. Denn: Bei dem Turnier stehe der Gedanke „Dabeisein ist alles“ im Vordergrund, sagt Turnierleiter Zbaranski. Dementsprechend laute das Motto: „Spaß haben, Eishockey erleben.“

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