Musensaal - Prunksitzung der Karnevalskommission bietet zum Auftakt der Kampagne erste Eindrücke vom Programm der Vereine in den Vororten Nachwuchs in der Bütt kommt gut an

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Peter W. Ragge
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Auftakt der Kampagne im Musensaal: Oben Tanzmariechen Marie-Sofie Hönsch („Grokageli“), unten links Chiara Belsanti und Lena Drogosch („Löwenjäger“) sowie Irmi benz von der Feudenheimer Frauenfasnacht. © Blüthner

Mannheim. Ein Trommelgewitter schallt durch das Treppenhaus vor dem Musensaal, Trompeten und Fanfaren der „Stroseridder“-Brassband ertönen – und das schon, als das Programm offiziell noch gar nicht begonnen hat. Vor der Prunksitzung der Karnevalskommission, traditionell wichtiger Bestandteil des Neujahrsempfangs und Aufakt der Kampagne, spürt man: Akteure wie Publikum können kaum erwarten, dass die „fünfte Jahreszeit“ wieder losgeht.

Mannheim Prunksitzung beim Neujahrsempfang

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Christoph Bluethner
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„Endlich wieder Zeit, für Jubel, Trubel, Heiterkeit“ begrüßt Löwenjäger-Präsident Thomas Hambsch, der das Programm federführend vorbereitet hat. Schon der Einmarsch in den Musensaal gerät zur teils beeindruckenden Leistungsschau: Rund 100 Akteure lässt allein der Carneval Club Waldhof (CCW) aufmarschieren – als auf der Bühne schon zwei Reihen Gardemädchen stehen, kommen am anderen Ende des Saals immer noch Aktive herein. Auch Feuerio, „Spargelstecher“, „Lallehaag“, „Gowe“ sowie „Löwenjäger“, die erstmals ihre Frauengruppe „Lödies“ und das Männerballett aufbieten, stellen auffallend starke Gruppen – während man anderen Vereinen den verpassten Generationswechsel ansieht.

Karnevalskommission

  • Ausrichter der Prunksitzung beim Neujahrsempfang ist die Karnevalskommission (KKM), Dachorganisation von 23 Vereinen. Federführend bei der Vorbereitung waren die „Löwenjäger“ – das wechselt jährlich.
  • Die Karnevalskommission geht auf das Jahr 1951 zurück. Ihre Hauptaufgabe ist die Organisation des Fasnachtszugs in Mannheim, wobei sie selbst „Kleppergarde“, Prinzenpaarwagen und „Schwellköpp“ stellt.
  • Der gemeinsame Fasnachtszug von Mannheim und Ludwigshafen, diesmal „driwwe“ in der Chemiestadt, setzt sich am 23. Februar in Bewegung. Dann organisiert die KKM den Mannheimer Anteil.
  • Durch den dann schon laufenden Hochstraßen-Abriss wird die Strecke verändert und verkürzt. Details sind aber noch nicht bekannt. pwr

„Saal ist voll gefüllt“

Für den Vorstand der Karnevalskommission und Stadtprinzessin Maren-Michelle I. stehen knapp 20 ehemalige Stadtprinzessinnen und Vorortprinzessinnen Spalier. Dabei wird Maren-Michelle I. von Dirk Berger, Prinz der vergangenen Kampagne, hereingeleitet. „Es war mir eine große Ehre“, bedankt er sich und verabschiedet sich letztmals mit seinem Motto vom Publikum. Maren-Michelle I. dagegen strahlt, als sie auf die voll besetzte Empore hinaufblickt: „Toll, der Saal ist voll gefüllt“, freut sich die vom Feudenheimer „Lallehaag“ kommende Regentin.

Ihr Heimatverein bietet eine der optisch wie akrobatisch ganz besonders ansprechenden Programmnummern: Der Showtanz der „Suleiman“ erhält viel Beifall. Da folgt das Publikum gerne dem Eingangsappell von Thomas Dörner, dem Präsidenten der Karnevalskommission: „Spart nicht mit Applaus – alle, die hier auftreten, tun das ehrenamtlich!“, sagt er zur Begrüßung.

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Von allen Büttenrednern kommt Irmi Benz von der Feudenheimer Frauenfasnacht mit der herrlich ironischen Schilderung ihrer Männersuche am besten an – dabei tritt sie erstmals in diesem großen Rahmen auf. Auch Chiara Belsanto und Lena Drogosch, die beiden Nachwuchs-Büttenrednerinnen der „Löwenjäger“, haben keinerlei Probleme, vor so großer Kulisse zu bestehen. Ihr Auftritt – prima in Inhalt, Gestik und Aussprache – kommt klasse an. Gut auch, wie Angelika Remmele (CCW) ihre Büttenrede als ältere Dame mit Rollator mit einem flotten Rock’n Roll beendet. Bei einigen ihrer Passagen davor herrscht aber eher betretenes Schweigen im Saal.

Alexander Fleck hat mit dem Problem zu kämpfen, dass er beim Publikum zu viel voraussetzt. Dass und warum im Britischen Unterhaus immer mal wieder „Order“ gerufen wird, weiß nicht jeder. Aber der CDU-Stadtrat, der als „Bote aus dem Gemeinderat“ auftritt, kritisiert heftig seine eigene Partei. Er sieht die CDU im „Winterschlaf“, wünscht sich den Frühling im März (mit dem CDU-Politiker Friedrich Merz) herbei und beweist auch viel Mut zur Selbstironie, als er mit einem alten Plakat von sich die Plakatflut vor der Kommunalwahl kritisiert.

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Optisch eine Augenweide: das Tanzmariechen der „Grokageli“, Marie-Sofie Hönsch, und der Schautanz der „Löwenjäger“. Aber auch eine in Mannheim bisher völlig unbekannte Truppe, die Edinger „Kälble“, erst neu Mitglied der Karnevalskommission, schicken ihre „Elferratsgarde“, die sich als tolle Showtanztruppe entpuppt.

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Mit ihren Stimmungshits bringen die „Tontauben“ vom CCW, die drei Prinzen des Feuerio sowie die „Löwenjägerspatzen“ aus Käfertal den Saal gut in Bewegung. Als die „Löwenjägerspatzen“, gekleidet wie einst die Sackträger im Hafen, das Sackträgerlied „Oh, Mannem is schäää!“ anstimmen, macht Oberbürgermeister Peter Kurz bei seinem Rundgang durch den Rosengarten gerade Station bei den Fasnachtern – und stimmt auch gerne mit ein: „Oh, Mannem is schäää!“

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