Allgemeinverfügung Nach Geflügelpest in Bobenheim-Roxheim - Stadt Mannheim beschließt Stallpflicht

Von 
soge/dpa
Lesedauer: 

Mannheim. Um eine Weiterverbreitung des sogenannten Virus der hochpathogenen aviären Influenza – bekannt als Geflügelpest – zu verhindern, hat die Stadt Mannheim mittels Allgemeinverfügung eine Stallpflicht und verstärkte Biosicherheitsmaßnahmen beschlossen. Am vergangenen Freitag war das Virus bei einer tot aufgefundenen Gans in einem Vogelpark in Bobenheim-Roxheim festgestellt worden. Wie die Stadt am Dienstag mitteilte, gilt die Allgemeinverfügung in Mannheim ab Mittwoch.

Geflügelpest-Fälle bei Menschen sind weltweit nicht nachgewiesen. © dpa
AdUnit urban-intext1

Die Stallpflicht soll nach Angaben der Stadt den Kontakt zwischen Wildvögeln und Hausgeflügel verhindern. Um eine Viruseinschleppung insbesondere über Einstreu, Futter, Tränke, Geräte und Schuhwerk zu vermeiden, würden außerdem verstärkte Hygiene- und Reinigungsmaßnahmen gelten. Daran müssten sich sowohl gewerbliche als auch Hobbyhaltungen in Mannheim halten. „Wer verendete oder kranke wildlebende Wasservögel und Greifvögel sieht, sollte dies dem Veterinärdienst melden“, so die Stadt Mannheim. „Die Tiere und Tierkadaver sollten nicht berührt oder vom Fundort entfernt werden, um eine weitere Ausbreitung zu vermeiden.“ Der Veterinärdienst der Stadt ist unter der Rufnummer 0621/293-63 58 erreichbar.

Haushühner und Puten erkranken schwer

Seit Ende Oktober wird die Geflügelpest in Norddeutschland und mittlerweile auch in Baden-Württemberg bei zahlreichen verendeten Wildvögeln nachgewiesen. Eine Übertragung der Geflügelpest auf den Menschen oder andere Tiere sei bisher nicht festgestellt worden, heißt es weiter in der Mitteilung vom Dienstag. Fleisch kann also ohne Bedenken weiterhin verzehrt werden. Die Hauptsymptome seien bei Vögeln ein drastischer Rückgang der Futteraufnahme und bei Legetieren der Einbruch der Legeleistung, gefolgt von Apathie, Atemnot, Schwellung, Blauverfärbung der Kopfregion, Durchfall und Verhaltensstörungen als Anzeichen einer Gehirnbeteiligung. In der Regel erkranken Haushühner und Puten schwer. Wildvögel werden meist tot aufgefunden. Wie das aktuelle Seuchengeschehen zeigt, können auch Enten, Gänse und Schwäne schwer erkranken und an der Geflügelpest sterben.

AdUnit urban-intext2

Stallpflicht gilt auch in Ludwigshafen, Frankenthal und Speyer

Auch im Rhein-Pfalz-Kreis tritt ab Mittwoch eine tierseuchenrechtliche Allgemeinverfügung zur sogenannten Aufstallungspflicht von Geflügel in Kraft. Diese gilt laut Mitteilung der Kreisverwaltung für das Gebiet der Gemeinde Bobenheim-Roxheim, die Gemeinden Neuhofen, Altrip, Waldsee, Otterstadt und Römerberg sowie die kreisfreien Städte Frankenthal (Pfalz), Ludwigshafen am Rhein und Speyer. Die Verfügung verpflichtet Tierhalter, Vögel in Ställen oder besonders geschützten Vorrichtungen unterzubringen. 

AdUnit urban-intext3

Teile des Rhein-Pfalz-Kreises seien Durchzugsgebiete für wildlebende Watt- und Wasservögel. Zudem seien in der Region mehrere Flüsse und Feuchtgebiete vorhanden. "Da mit weiteren Einträgen des Virus durch Wildvögel - wie auch in anderen Regionen Deutschlands geschehen - gerechnet werden muss, sind die Geflügelbestände vor der Infektion mit dem Virus zu schützen", so die Kreisverwaltung am Dienstag.

Mehr zum Thema

Link Alle Meldungen im Newsticker Rhein-Neckar

Mehr erfahren