MWSP tritt von allen Verträgen mit Tom Bock Group zurück

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Stefan Proetel
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Ursprünglich hätte die Tiefgarage auf dem ehemaligen Kasernengelände Turley schon 2017 gebaut sein sollen. Doch bis heute ist auf der Fläche zwischen den historischen Gebäuden (links auf dem Bild aus dem Oktober 2018) nichts passiert. © Zinke

Mannheim. Die Mannheimer Projektentwicklungsgesellschaft MWSP tritt von allen Verträgen mit der Tom Bock Group zurück. Das teilten die Gesellschaft und die GBG Unternehmensgruppe mit. Grund seien die "massiven Leistungsstörungen" der Tom Bock Group auf der Konversionsfläche Turley. "Die MWSP hat sich zu diesem Schritt entschlossen, um die ihr vom Gemeinderat der Stadt auferlegten Aufgaben erfüllen und insbesondere Turley wie geplant vollständig entwickeln zu können", heißt es in der Mitteilung. Dazu zähle auch "der dringend notwendige" Bau der Tiefgarage unter dem Appellplatz. „Wir finden uns nicht damit ab, dass die TBG die Entwicklung von Turley weiterhin blockiert. Darum haben wir nach Beratung mit unseren Juristen entschieden, von den Verträgen mit dem Investor zurückzutreten“, sagt GBG- und MWSP-Geschäftsführer Karl-Heinz Frings laut Mitteilung. Die MWSP bereite jetzt andere Wege vor, um die Umsetzung der Projekte auf Turley und auf Sullivan sicherzustellen.

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Die Tom Bock Group aus Frankfurt hat auf Turley den Altbestand weitestgehend saniert, verkauft und vermietet. Nach eigenen Angaben hat sie bisher 130 Millionen Euro investiert. Im Frühjahr wurde bekannt, dass die Gruppe für die noch leeren Baufelder 4 und 5 auf dem Gelände der ehemaligen Kaserne in den Jahren 2012 und 2015 insgesamt sechs Millionen Euro bezahlt und sie im September 2018 für den sechsfachen Preis weiterverkauft hatte.

Über die neuen Schritte im Umgang mit der Tom Bock Group hat die Geschäftsführung der MWSP den Aufsichtsrat nach eigenen Angaben am Donnerstag unterrichtet. Das Zurücktreten von allen Verträgen öffne je nach Vertrag Schadensersatzansprüche oder die Möglichkeit, mit anderen Partnern die Projekte zu realisieren. Zudem habe die MWSP per einstweiliger Verfügung den Widerspruch zum Vollzug der Kaufverträge ins Grundbuch eintragen lassen.

„Die heutige Entscheidung der MWSP hat keinerlei Auswirkungen auf die Projektentwicklung der Fortoon Development auf Turley. Das haben wir bereits juristisch geprüft. Unsere Arbeiten laufen wie geplant weiter", teilte Ralf Kunkel im Auftrag der Fortoon Development GmbH mit.  Fortoon plant auf den Turley-Baufeldern 4 und 5 die Errichtung von 300 Wohnungen.

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