Nacht der offenen Tür - Planetarium, Technoseum und SWR ziehen Besucher an Mond, Wetter und Stummfilm

Von 
Bernhard Haas
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Wetterexperte Thomas Miltner (2. v. r.) und Moderator Sascha Becker (r.) erklären Besuchern, wie Nachrichten für Fernsehzuschauer gemacht werden. © Haas

Eine Menschenschlange vor dem Planetarium, eine Schlange vor dem SWR-Studio Mannheim-Ludwigshafen und ein unübersichtliches Gewusel vor und im Technoseum. Dazwischen flanieren Besucher von einem Haus zum anderen. Die erste lange Nacht der offenen Tür kann in allen drei Häusern als „Renner“ verbucht werden. Familien mit Kindern wollen in den Kuppelsaal des Planetariums schauen.

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Die Bilder von der Mondlandung sind beeindruckend. Am 21. Juli 1969 um 3.56 Uhr hissen Neil Armstrong und Buzz Aldrin auf dem Mond die amerikanische Flagge. Das Rennen um die Vorherrschaft im All zwischen der damaligen Sowjetunion und den USA ist zugunsten der Amerikaner entschieden. Wem das Warten auf eine der Vorführungen zu lange dauert, der konnte sich im Hörsaal des Planetariums auch Bilder anschauen, wie die Landung auf dem Mond verlief und wie die Aufstiegskuppel die Astronauten von dem benachbarten Planeten wieder zur Fähre „Columbia“ und heil zur Erde zurückbringt.

Innerhalb kürzester Zeit sind auch die Eintrittskarten für Führungen durch das SWR-Studio vergeben. Die Wartezeit zu den halbstündigen Führungen erhöht sich auf fast drei Stunden, ehe jeweils 50 Besucher den Gang durch das Gebäude antreten. „Wetterfrosch“ Thomas Miltner und Moderator Sascha Becker erklären, wie Nachrichten oder Wetter für Zuschauer aufbereitet werden. Im Übertragungswagen berichtet Radiomoderator Holger Neumann mit „Eselsgeduld“, wie Sendungen für das Radio gemischt werden. Besucher Ralf Brünner ist begeistert: „Das ist schon interessant, was die hier zeigen und wie hier gearbeitet wird.“

Kleinod der Filmgeschichte

„Wir wollen unsere Türen öffnen und unsere Arbeit zeigen. Wir spielen hier mit offenen Karten“, berichtet SWR-Studioleiterin Dagmar Schmidt, die von dem großen Andrang positiv überrascht ist. „Die Nacht der offenen Tür ist sicher ein Beitrag für die gesamte Metropolregion“, fügt sie hinzu. Wer möchte, der darf in einem Zelt vor dem Haus ausprobieren, wie er als Moderator oder Reporter vor laufender Kamera zur Geltung kommt. Die Aufzeichnung darf er mit nach Hause nehmen. Auch im dritten Haus herrschte ein reges Treiben. Cornelia Borger vom Technoseum beschreibt es so: „Wir haben innerhalb von zweieinhalb Stunden mehr als 2000 Besucher gezählt.“ Kein Wunder, wird hier doch ein Kleinod der Stummfilmgeschichte gezeigt. Mit „Die Reise zum Mond“ des Filmpioniers Georges Méliès von 1902 wird einer der ersten Science-Fiction-Filme gezeigt, der je gedreht wurde..

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Die Forscher landen darin mit ihrer Kapsel im rechten Auge des darüber wenig erfreuten Mondgesichtes. Untermalt wird der Film von Christiane Michel-Ostertun, die die 90 Jahre alte Filmorgel des Technoseums zum Klingen bringt. Die Besucher Robin Schwendele und Erika Schuller sind begeistert: „Das ist schon beeindruckend, was hier gezeigt wird.“

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