Kommunalpolitik - Fraktion legt sich zu N 1-Neubau fest ML fordert historische Fassade

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pwr
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Die Mannheimer Liste (ML) hat sich jetzt als erste Fraktion im Gemeinderat klar zur künftigen Gestaltung des Quadrats N 1 festgelegt. Sie spreche sich „dabei entschieden dafür aus, einen modernen Neubau mit der ursprünglichen Fassade des Alten Kaufhauses zu versehen“, fordert Stadtrat Christopher Probst. Dabei solle auch der dominierende Turm wieder errichtet werden. Die meisten anderen Fraktionen haben darüber noch nicht beraten, weil das Thema derzeit nicht eilt. Die FDP ließ zumindest Sympathie für eine „historisierende Rekonstruktion mit tragfähigem Nutzungskonzept“ erkennen, die Grünen forderten ein Gutachten zur bisherigen Bausubstanz.

Eindeutiger Bürgerentscheid

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Für die ML wäre ein Neubau „die Gelegenheit, die 1986 vom damaligen Gemeinderat aufgrund formaler Gründe ignorierte überdeutliche Mehrheit aus dem Bürgerentscheid doch noch zum Zuge kommen zu lassen“, so Probst: „Ich habe diese Ignoranz seinerzeit als demokratisch unhygienisch empfunden“, erklärte er. Bei dem Bürgerentscheid waren zwar 83 Prozent der abgegebenen gültigen Stimmen auf eine historische Bebauung entfallen, dies entsprach aber nur 26,2 Prozent aller insgesamt Stimmberechtigten – womit das vom Landesgesetz vorgegebene Quorum verfehlt wurde. Der Vater von Christopher Probst, der Historiker und Pädagoge Hansjörg Probst, war damals Initiator und unermüdlicher Kämpfer für den Wiederaufbau des Alten Kaufhauses.

Frage nach Bunker

Das Grundstück N 1 sei von so zentraler Bedeutung für die Innenstadt, „dass es mit einem Neubau diesmal gelingen muss – und es gelingt nur mit der Rekonstruktion der Fassade des Alten Kaufhauses“, so Christopher Probst. Er hat daher nun eine umfassende Anfrage an die Verwaltung gerichtet, welches Nutzungskonzept sie plant, wenn die Stadtbücherei in N 1 ausgezogen ist, und ob etwas gegen den Wiederaufbau der herausragenden Barockfassade mit umlaufenden Arkadengängen spricht, in die man „einen ansonsten modernen und zeitgemäßen Neubau integrieren“ könne, so Probst. Zugleich will er wissen, ob bei einem Neubau der Abbruch des unter dem Stadthaus liegenden ehemaligen Bunkers notwendig ist.