übrigens . . .

Metropoler, Metropolitaner oder Metropolisten?

Von 
Waltraud Kirsch-Mayer
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. . . dürften auch Kurpfälzer die Wahl in dem mitteldeutschen Bindestrich-Bundesland verfolgt haben. Erstaunlicherweise ist in den Medien mal von Sachsen-Anhaltern, dann wieder von Sachsen-Anhaltinern die Rede. Was stimmt nun? Da können Mannheimer weit weg von Magdeburg ins Grübeln kommen. Wer versucht, das linguistische Rätsel mittels Vor-Ort-Vergleichen zu knacken, gerät ins Straucheln. Oder wissen Sie, ob die Einwohner der Metropolregion Rhein-Neckar Metropoler, Metropolitaner oder Metropolisten heißen? Selbst in unserem Bindestrich-Bundesland hat der erste Namensteil so seine Tücken. Schließlich wird der alte Begriff Badenser eher abwertend nicht mehr als Synonym für Badener empfunden. Und in der Hauptstadt an der Saar reagieren „Saarbrigga“ (so der rheinfränkische Dialekt) genervt, wenn Touristen Saarbrücker als Saarbrückener bezeichnen. Zurück in das Land mit dem letzten Polit-Votum vor der Bundestagswahl. Sind nun Sachsen- Anhalter oder Sachsen-Anhaltiner an die Urne gegangen? Die Recherche ergibt, dass der Viersilber mit „tiner“ am Ende sozusagen blaublütig ist – weil er für Personen mit Bezug zum Fürstenhaus Anhalt steht. Dementsprechend heißen die ganz normalen (nicht-adligen) Bürger Sachsen-Anhalter. Sei’s drum, wenn eine Silbe wegfällt. Bekanntlich sind Menschen, die in Deutschland daheim sind, schlicht Deutsche und keineswegs (entsprechend Holländer oder Engländer ) Deutschländer. Wie heißt es so schön: In der Kürze liegt die Würze. 

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