Herzogenriedpark - Ab Freitag ausnahmsweise freier Eintritt in den Herzogenriedpark / Spielplätze und Sportanlagen zugänglich Mannheims „Vorgarten“ darf öffnen

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Peter W. Ragge
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Der Herzogenriedpark in Mannheim ist ab sofort wieder täglich von 10 bis 17 Uhr für Besucher geöffnet. Allerdings gilt eine Besucherobergrenze. © Markus Prosswitz

Mannheim. Sie hat gleich E-Mails und Anrufe bekommen. „Es gab sehr erfreuliche Resonanz, ganz großen Zuspruch“, berichtet Roswitha Henz-Best, die Vorsitzende des Fördervereins „Freunde des Herzogenriedparks“. Die Mitglieder seien alle „sehr erleichtert“ über die jüngste Entscheidung der Stadt. Ab Freitag wird der Herzogenriedpark, der seit Mitte November wegen der Corona-Pandemie geschlossen war, wieder geöffnet – sogar bei freiem Eintritt.

Die Regeln

Der Herzogenriedpark ist ab Freitag, 29. Januar, bei freiem Eintritt täglich von 10 Uhr bis 17 Uhr zugänglich. Danach ist ein Aufenthalt im Park nicht mehr gestattet.

Der Park kann über den Haupteingang beim Neuen Meßplatz sowie über die Eingänge bei der GBG-Halle und an der Wohnbebauung Herzogenried begangen werden. Der Eingang Jakob-Trumpfheller-Straße/Hochuferstraße ist gesperrt.

Personal wacht darüber, dass maximal 1500 Menschen gleichzeitig im Park sind. Ist die Grenze erreicht, steht es auf der Park-Internetseite.

Vor und in den Toilettenanlagen sowie vor Tiergehegen und bei Warteschlangen vor Kiosken herrscht zudem Maskenpflicht. pwr

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„Das ist eine frohe Botschaft, die ich sofort an die Mitglieder weitergeleitet habe“, kommentiert die Vorsitzende die Entscheidung der Stadtverwaltung. „Gerade für die Leute, die hier in der Neckarstadt wohnen, ist es doch wichtig, ins Freie und ins Grüne zu kommen“, so Henz-Best. „Die Leute müssen sich doch bewegen können, und je mehr Flächen zur Verfügung stehen, umso besser verteilt sich das“, schließt sich Rolf Dieter an, der den Förderverein 2005 mit dem „Jäger aus Kurpfalz“, Fred Reibold, gegründet hat.

Mit Kiosken im Gespräch

So sieht es auch Gerhard Heckmann von der Aktionsgemeinschaft Herzogenriedpark. „Ich finde das sehr gut“, freut er sich. Schließlich gebe es in der Neckarstadt viele kleine Wohnungen ohne Garten und Balkon. „Der Luisenpark ist der Vorzeigepark für die Region, aber der Herzogenriedpark ist der Vorgarten für die Neckarstadt und den gesamten Mannheimer Norden“, macht Heckmann deutlich. Daher sei die Öffnung „so enorm wichtig“.

Damit hatte Oberbürgermeister Peter Kurz die Entscheidung begründet. Den Herzogenriedpark frei zugänglich zu machen, stelle „eine wichtige Entlastung, insbesondere mit Blick auf die dicht bebaute Neckarstadt und die dort wohnenden Familien“, dar, meinte Kurz.

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Die Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg verfügt zwar seit November, dass botanische Gärten ebenso wie Freizeitparks geschlossen bleiben müssen. Durch den Verzicht auf Eintritt fällt der Park rein juristisch aber nicht mehr in diese beiden Kategorien, sondern gilt nur noch als Grünanlage mit Spielplätzen – die dürfen offen sein. Auch die Sportplätze im Park, Trimmparcours, Schach und Tischtennis bleiben geöffnet. Mit den Kiosken an der Konzertmuschel und an der Minicar-Anlage sei man „in Gesprächen“ über eine Öffnung, so die Stadt am Mittwoch auf Nachfrage. Zudem gilt eine Obergrenze: Es dürfen maximal gleichzeitig 1500 Besucher in den Park. Darüber wachen Mitarbeiter von einem Sicherheitsdienst an den drei geöffneten Eingängen. Der Zugang Jakob-Trumpfheller-Straße/Hochuferstraße bleibt gesperrt, weil hier die Rollstuhlfahrerrampe umgebaut wird.

Den Verzicht auf Eintrittsgelder findet Henz-Best aber „nur vorübergehend als Ausnahme“ gut. „Wir wollen, dass der Park auf Dauer eingezäunt bleibt, dass hier weiter investiert und er gut gepflegt und nicht durch dauerhaft freien Eintritt abgewertet wird – was nichts kostet, ist nichts wert“, argumentiert sie. „Wir finden auch wichtig, dass der Park eingezäunt bleibt“, bekräftigt Gerhard Heckmann. Der Eintrittspreis sei ohnehin nicht hoch und für Inhaber des Sozialpasses noch günstiger.

Bürger drängen auf Investitionen

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Die Aktionsgemeinschaft hat sich vor knapp drei Jahren „aufgrund der desolaten Lage des Herzogenriedparks und seiner ausgeprägten Vernachlässigung im Vergleich zum Luisenpark“ gegründet, wie Heckmann erklärt. Seitdem brachten sich die Mitglieder und weitere Akteure aus dem Stadtteil zwischen Herbst 2018 und Januar 2019 bei drei bürgerschaftlichen Workshops mit der Stadtparkgesellschaft ein, um gemeinsam Ideen für die Weiterentwicklung des Parks zu besprechen und zu bewerten.

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„Enttäuschend“ findet Heckmann aber, dass es seither „so gut wie keine weiteren Informationen zum Fortgang“ gegeben habe. Nun hoffe die Aktionsgemeinschaft auf die beiden neuen Bürgermeister, Ralf Eisenhauer und Diana Pretzell, denn inzwischen seien „Maßnahmen zur Aufwertung des Herzogenriedparks unabdingbar“.

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