Urlaub - Inhaber von Mannheimer Reisebüros erhalten wieder Buchungsanfragen / Ferien im eigenen Land stark nachgefragt Mannheimer Reisebüros: „Der Deutschland-Tourismus boomt“

Von 
Christian Schall
Lesedauer: 
Dünen an der Nordsee: Seit 200 Jahren zieht Föhr als offizielles Seebad Urlauber an, die Erholung suchen. © Oliver Franke/Föhr Tourismus GmbH/dpa-tmn

Mannheim. Wer in den nächsten Wochen vorhat, auf Reisen zu gehen, hat seit ein paar Tagen etwas mehr Gewissheit. Nachdem die Bundesregierung in der vergangenen Woche angekündigt hat, die Reisewarnung für 29 europäische Länder ab Montag (15. Juni) aufzuheben und durch Reisehinweise zu ersetzen, steht einem Urlaub in den betroffenen Ländern praktisch nichts mehr im Wege.

Das müssen Urlauber beachten

  • Am 15. Juni will die Bundesregierung die Reisewarnung für 29 europäische Länder aufheben und durch Reisehinweise ersetzen. Da in Norwegen und Spanien noch über den 15. Juni hinaus Einreisesperren wegen der Corona-Pandemie gelten, verzögert sich für diese beiden Länder die Aufhebung der Reisewarnung. Spanien soll aber am 21. Juni folgen.
  • Wenn Urlauber ihre Reise mit Beginn nach Mitte Juni in eines der 29 ausgewählten Länder aus Sorge vor Corona trotzdem nicht antreten wollen, müssen sie nun womöglich Stornokosten zahlen. Es besteht nur ein Recht auf gebührenfreien Rücktritt von der Reise, wenn diese wegen außergewöhnlicher Umstände erheblich beeinträchtigt ist. Das kann im jeweiligen Land allerdings durchaus weiterhin so sein.
  • So wird es wohl auch darauf ankommen, wie genau die Reisehinweise für die einzelnen Länder ausfallen werden. Finden sich darin Aussagen, die auf außergewöhnliche Umstände schließen lassen, könnte ein kostenloser Reiserücktritt weiter möglich sein. (dpa)
AdUnit urban-intext1

Gerade für Familien, die schon lange vor Ausbruch der Corona-Krise Urlaub in den Sommerferien gebucht hatten, heißt die neue Gewissheit aber auch: Sie müssen ihre Reise im Juli und August wohl antreten. Dass sie lieber darauf verzichten würden, weil sie Angst haben, sich anzustecken, oder das Geld lieber für andere Zwecke sparen wollen, wird kein Reiseveranstalter als Begründung gelten lassen, um den Urlaub kostenfrei zu stornieren.

Lieber heute als morgen weg

Es gibt aber auch Menschen in Mannheim, die es kaum erwarten können, der Quadratestadt den Rücken zu kehren und in ein Flugzeug in Richtung Südeuropa zu steigen: „Wir haben Kunden, die wollen so schnell wie möglich weg“, berichtet Sabine Talenti vom Reisebüro Beste Tour in den Quadraten. Seit der vergangenen Woche gebe es wieder Anfragen von Kunden nach Flugreisen. Zum Geschäft gehört seit mehr als zwei Monaten aber auch, sagt die Geschäftsführerin des Reisebüros, dass Kunden ihre Reisen stornieren. „Daran hat sich nichts geändert.“

AdUnit urban-intext2

Einige Reisen würden auf spätere Zeitpunkte umgebucht, andere ganz abgesagt. Ob dafür Gebühren anfallen, hänge vom Reiseziel und der Kulanz des Veranstalters ab, erklärt Talenti. Die „größte Herausforderung“ seien Bausteinreisen, also Reisen aus Einzelkomponenten wie Flug, Transfer oder Mietwagen und Unterkunft. Je nach Kulanz des Unternehmens können Kunden umbuchen oder erhalten das Geld zurück.

Nord- , Ostsee oder Allgäu besonders beliebt 

AdUnit urban-intext3

Für Ferien im eigenen Land bekomme sie und ihr Team viele Anfragen: „Wir haben eine hohe Nachfrage nach Ferienwohnungen und Apartments an der Nord- oder Ostsee und im Allgäu“, sagt Talenti und nennt den Grund dafür: „Die meisten Leute wollen zurzeit nicht fliegen.“

AdUnit urban-intext4

„Die Mannheimer hält es nicht ewig in ihrer geliebten Stadt, es gibt das Bestreben, wieder wegzufahren“, berichtet Chris Rihm aus seinem Reisebüro, das seit einiger Zeit wieder geöffnet ist. Kunden fragten Reisen nach Mallorca oder Griechenland an. „Corona ist überall. Wenn ich aber eine Maske dabeihabe und damit leben kann, sie ab und zu tragen zu müssen, ist Urlaub möglich“, meint Rihm.

Städtereisen seien ebenfalls wieder möglich. Gefragt seien auch Ziele, die mit dem Auto erreicht werden können wie Kroatien oder Österreich. „Klar, der Deutschland-Tourismus boomt“, sagt Rihm. Das zeige sich inzwischen an der Preisstruktur.

Mehr zum Thema

Service Täglicher Themen-Newsletter "Coronavirus"

Veröffentlicht
Mehr erfahren

Karte und Grafiken Coronavirus: Fallzahlen aus Mannheim, Ludwigshafen, Heidelberg und Rhein-Neckar

Veröffentlicht
Mehr erfahren

Das Wichtigste auf einen Blick Die aktuelle Corona-Lage im Liveblog

Veröffentlicht
Mehr erfahren

Redaktion Redakteur in der Lokalredaktion Mannheim

Thema : Coronavirus

  • Pandemie Gärtnereien, Gartenmärkte und Blumenläden dürfen ab 1. März öffnen

    Baden-Württemberg will ab nächsten Monat einige Geschäfte wieder öffnen. Ministerpräsident Winfried Kretschmann kann sich auch vorstellen, dass sich wieder zwei Haushalte privat treffen dürfen.

    Mehr erfahren
  • Baden-Württemberg Erzieher und Lehrerinnen können sich ab sofort impfen lassen

    Es sollte für Kita-Beschäftigte und Lehrer eine frohe Botschaft sein: Baden-Württemberg macht für sie eine Impfung gegen das Coronavirus ab sofort möglich - früher als gedacht. Doch dann ruckelt es am Anfang - mal wieder.

    Mehr erfahren
  • Corona-Maßnahmen im Überblick Die neuen Bund-Länder-Beschlüsse vom 10. Februar

    Bund und Länder sehen in deutlich gesunkenen Ansteckungsraten viel erreicht im Kampf gegen Corona - aber noch keinen Anlass für Entwarnung. Denn neue Mutanten breiten sich aus. Die neuen Beschlüsse im Detail.

    Mehr erfahren