Kommunalpolitik - Hauptausschuss beschließt einstimmig Neubau des Leibniz-Instituts für Deutsche Sprache in der Neckarstadt / Am Dienstag im Gemeinderat Mannheim plant Neubau des Instituts für Deutsche Sprache

Von 
Christian Schall
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Hier soll das Forum Deutsche Sprache gebaut werden. Für die bessere Überquerung der Dammstraße (im Vordergrund) wird nach einer Lösung gesucht. © Thomas Tröster

Mannheim. Das geplante Forum Deutsche Sprache am Alten Meßplatz in der Neckarstadt hat die erste politische Hürde genommen: Der Hauptausschuss des Gemeinderats hat sich am Dienstag einstimmig für die Ansiedlung ausgesprochen. Die Stadt wird dem Leibniz-Institut für Deutsche Sprache am Neckarufer eine Fläche zinslos in Erbpacht überlassen. Stimmt nun auch der Gemeinderat am Dienstag (16 Uhr, Ratssaal) zu - wovon auszugehen ist - kann die weitere Planung des Projekts auf den Weg gebracht werden.

Weitere Entscheidungen im Hauptausschuss

  • Einstimmig beschloss der Hauptausschuss die Sanierung des Schulhofs der Seckenheimschule, die Umsetzung des Digitalpakts Schule 2019 bis 2024, die Änderung der „Satzung über die Stiftung einer Bürgermedaille der Stadt Mannheim“, die Verwaltungsgebührensatzung, die Zuwendungen der Stadt an Hilfsorganisationen und die Einwerbung, Annahme und Vermittlung von Spenden und Zuwendungen.
  • Außerdem hat die Verwaltung zugesagt, die Verstärker- und Beschallungsanlage im Ratssaal zu erneuern. Sie soll auch das Abstimmungsverhalten der Ratsmitglieder nachvollziehbar machen.
  • Abgelehnt wurde ein AfD-Antrag, eine Resolution des Gemeinderats nach den Morden in Hanau mit Leben zu füllen.
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Wie Oberbürgermeister Peter Kurz berichtete, sei das Konzept vom Gestaltungsbeirat positiv aufgenommen worden. Die Konzeption sei „in mehrfacher Hinsicht begrüßenswert“, zitierte er aus dem Gremium. Oder: „Die Stadtgesellschaft erhält an dieser Stelle einen fehlenden Stadtbaustein“ und „die inhaltliche Ausstrahlung des Forums wird weit über die Stadtgrenzen hinaus gehen“. Nun müsse man überlegen, ob es einen breit angelegten Architektenwettbewerb gebe, in dem Landschaftsarchitekten einbezogen werden, oder ein „diskursives, offenes Verfahren“.

„Aufwertung der Neckarstadt“

In der Diskussion im Hauptausschuss erinnerten Stadträte aller Fraktionen an die lange Vorgeschichte des Projekts, für das die Ideen schon Anfang der 2000er Jahre reiften, als es um die Umgestaltung des Alten Meßplatzes für das Stadtjubiläum 2007 ging. Unter anderem aus finanziellen Gründen wurde das Projekt damals aber nicht weiterverfolgt. „Ich bin sehr froh, dass offensichtlich Bewegung in die Entwicklung kommt“, sagte Reinhold Götz (SPD), „das führt zu einer weiteren Aufwertung der Neckarstadt.“ Er äußerte die Hoffnung, „dass wir vielleicht auch wieder einen schönen Biergarten dort bekommen“.

Birgit Reinemund (FDP) erhofft sich „eine städtebauliche Aufwertung durch den Zugang zum Neckar“. Die Euphorie über eine Aufwertung für den ganzen Stadtteil teile sie jedoch nicht. Claudius Kranz (CDU) sprach von einer „guten und richtigen Entscheidung“, die „Schwarmintelligenz des Gemeinderats hat gewirkt“. Melis Sekmen (Grüne) sieht durch das Forum Deutsche Sprache nicht nur eine Aufwertung für den Stadtteil, sondern für die ganze Stadt. Sie sei froh über den Baumerhalt und den freien Zugang zum Neckar. Im Hinblick auf den Klimawandel solle man auf der geplanten Fläche „so wenig versiegeln wie möglich“. Der Platz könne noch mehr Grün vertragen.

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Mit dem Projekt bestehe die „große Chance, zwei Plätze zu verbinden“. Sie wisse um die „schwierige Aufgabe“, schlug aber dennoch vor, den Abschnitt der Dammstraße, der beide Plätze noch trenne, autofrei zu gestalten. Auch Bernd Siegholt (AfD) wollte wissen, wie eine Querung der Straße und die Parksituation gelöst werde. Thomas Trüper (Li.Par.Tie) plädierte dafür, „das Verkehrsgeschehen um den Meßplatz neu zu überdenken“.

„Davor warne ich etwas“, entgegnete Oberbürgermeister Peter Kurz. Das würde die Pläne des Forums Deutsche Sprache weiter verzögern. Mit dem Umbau des Alten Meßplatzes sei die Verkehrssituation so organisiert worden, wie man sie vorher kaum für möglich gehalten habe. Um das in Erinnerung zu rufen, zeigte er auf der Leinwand im Ratssaal eine Aufnahme des Platzes vor dem Umbau, die zur Erheiterung der Ausschussmitglieder beitrug. Darauf ist zu sehen, wie die Stadtbahntrasse den Platz diagonal regelrecht zerschnitt. Viel Platz nahm eine Wendeschleife ein, der angesprochene Abschnitt der Dammstraße hatte noch fünf (Abbiege-)Spuren.

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Kurz bot an zu prüfen, welche Verbesserungen mit einfachen Mitteln und ohne fundamentale Eingriffe in den Platz machbar seien: „Besserer Anschluss ja, aber keine Neuplanung.“ Den Verkehr aus dem Norden (Waldhofstraße) und aus der Dammstraße umzuleiten, sei ein „derart umfassender und gravierender Eingriff, für den es keine Lösung gibt“. Eine Tiefgarage sei baulich und finanziell nicht zu machen.

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Redaktion Redakteur in der Lokalredaktion Mannheim