Nachruf - CDU-Altstadtrat Konrad Schlichter würdigt das Engagement des 76-Jährigen Manfred Flader gestorben

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aph
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Er war beliebt bei groß und klein, verstand die Sprache von Kindern und Jugendlichen wie kaum ein anderer: Manfred Flader. Der frühere Leiter des Johann-Peter-Hebel-Heims bei der Auferstehungskirche am Kuhbuckel, langjährige Vorsitzende der CDU Gartenstadt und Mitbegründer von Freezone für obdachlose Kinder ist im Alter von 76 Jahren gestorben.

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In einem Beileidsschreiben an die Familie würdigte CDU-Altstadtrat Konrad Schlichter das jahrzehntelange, gesellschaftliche Engagement des Verstorbenen. Flader leitete nicht nur 35 Jahre das Johann-Peter-Hebel-Heim. Er war auch Vorsitzender der CDU Gartenstadt/Waldhof, Mitglied der Christdemokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA) in Stadt und Region, aktiv in der deutsch-polnischen Gesellschaft sowie im Bezirksbeirat Waldhof. „Sein Wirken und seine langjährige, großartige Leitung des Johann-Peter-Hebel-Heims werden immer in Erinnerung bleiben“, so Schlichter.

Ein Credo

Manfred Flader wurde 1944 in Pommern geboren; aufgewachsen ist er in Niedersachsen und dem Rheinland. In Berlin lernte er Erziehungshelfer, leistete in Tübingen seinen Zivildienst in der Jugendhilfe und studierte an der Fachhochschule Sozialarbeit. Ab 1974 leitete Flader das Johann-Peter-Hebel-Heim der evangelischen Kirche an der Waldpforte, das 1979 das Bodelschwingh-Heim übernahm und nach einer Umbauphase 1984 an den Kuhbuckel umzog. Die ersten Jahre lebte Flader mit 45 Kindern aus schwierigen familiären Verhältnissen im Haus an der Waldpforte. Das neu entwickelte heimpädagogische Konzept gefiel ihm, und er blieb. Sein Credo war immer: Er akzeptierte die Kinder und Jugendlichen mit all ihren Problemen. Ganz im Sinne seines Vorbildes, des Pädagogen Janusz Korczak, plädierte er für „das Recht des Kindes, so zu sein, wie es ist”. 2009 bei seiner Verabschiedung würdigte der damalige Stadtdekan Günter Eitenmüller sein „großartiges Engagement“ und zollte ihm hohe Anerkennung.

Generationen von ehemaligen Freezone- und Hebel-Heim-Kindern – so viel ist wohl sicher – werden Manfred Flader, seinen Einsatz und seine Art der Zuwendung im Gedächtnis behalten. aph