"MM"-Projekt: In der Mozartschule steht jetzt "Schüler lesen Zeitung" auf dem Stundenplan / Fast 3800 Jungen und Mädchen sind in diesem Jahr dabei Lesedetektive fesseln Viertklässler

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Angela Boll

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Im Frühjahr startet in Mannheim und rund um die Quadrate herum traditionell die Aktion "Schüler lesen Zeitung". Seit Montag dreht sich in den teilnehmenden Klassen fast alles um den "Mannheimer Morgen". Zwei Wochen lang bekommen die Jungen und Mädchen die Zeitung druckfrisch in die Schule geliefert und dann kann's losgehen: Artikel lesen, Berichte ausschneiden, den Aufbau des Blatts kennenlernen, spannende Themen aufgreifen und diskutieren. Es gibt viel zu tun für die Dritt- und Viertklässler. Auch der Mannheimer Duden-Verlag und die Sparkasse Rhein-Neckar-Nord, die die "MM"-Aktion unterstützen, sorgen 2009 wieder für abwechslungsreichen Unterricht. Martin Seebohn vom Duden-Verlag stellte sich gestern in der Mozartschule in der Innenstadt vor. Pünktlich zum Stundenbeginn hatte der Buchexperte einige Titel des Verlags bereitgelegt und freute sich darauf, den neugierigen Schülern ein paar Geheimnisse aus dem Duden-Verlag preiszugeben. Doch vorher wollte der Schwabe erst einmal von den Sprösslingen etwas lernen. "Ich habe noch nie so richtig verstanden, wie das hier in Mannheim mit den Quadraten funktioniert", legte er vor versammelter Mannschaft ein Geständnis ab. Kein Problem - weder für die 4 c noch für die 4 a. Im Handumdrehen erklärten die Knirpse dem Gast das System, zeichneten eine Skizze an die Tafel und gaben auch gern noch ein paar Tipps rund um die schönsten Plätze der Stadt. Das alles hätte Martin Seebohn selbstverständlich auch in dem Mannheim-Brockhaus nachlesen können, aber den konnte er nach dieser Aufklärungsrunde schnell wieder zur Seite legen.

Große Augen machten die Schüler, als der Duden-Fachmann den Stapel mit den gesammelten Geheimnissen auspackte. Anhand der Reihe Lesedetektive verriet Seebohn wie ein Buch entsteht, vom ersten Wort bis zum Verkauf im Buchladen. "Und wie lange dauert das?", wollte da Gia-Han wissen, noch bevor der Referent loslegen konnte. "Das kann schon mal zwei Jahre dauern", wusste Seebohn und erntete ein staunendes Raunen. Den ersten Text vom Autor, die absolute Rohfassung, holte er schließlich aus seiner Tasche, zeigte jedem Schüler einzeln die Skizzen des Illustrators und schließlich die original gezeichneten Bilder, die am Ende genauso im Buch erschienen sind. "So was will ich auch mal machen", schmiedete der junge Tamer Can schon Pläne. Er besucht bereits einen Malkurs, ist in der Mozartschule als echter Künstler bekannt - Illustrator für die Lesedetektive, das könnte sich der Viertklässler "echt gut" als Beruf vorstellen.

Volker Keller, Klassenlehrer der 4 a, und selbst Schreiber für den Mannheim-Brockhaus, lobte den Gast aus dem Duden-Verlag und konnte kaum glauben, wie reich seine fleißigen Sprösslinge beschenkt wurden. Viele Bücher und Lexika für die Bibliothek, Bleistifte, Reflektoren und ein ganzes Paket an Wissen über die Buchentstehung: "Das hat uns wirklich allen sehr großen Spaß gemacht."