Leseförderung

"Klasse Kids": Grundschulklasse aus Seckenheim löchert "MM"-Redakteurin mit Fragen

Von 
Jessica Blödorn
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Die Klasse 4b der Seckenheim Grundschule mit dem "MM". © Christoph Bluethner

Seit Montag bekommt die Klasse 4b der Seckenheim Grundschule nun den „Mannheimer Morgen“ geliefert. Sie ist eine von vielen, die an der Aktion „Klasse Kids“ des „Mannheimer Morgen“ teilnimmt. Hier lernen Schüler und Schülerinnen bis zu zwei Wochen lang alles, was man zum Zeitunglesen wissen muss: Wie ist die Zeitung aufgebaut, wie ein Artikel, und woran erkenne ich wichtige und spannende Themen?

Was ihnen die Zeitung jedoch nicht erklärt, ist, wie Journalisten arbeiten. Dazu bietet diese Redaktion seit Jahren bei „Klasse Kids“ Besuche von Redakteuren in Schulen an. Corona-bedingt finden diese Gespräche, wie vieles andere auch, digital per Video-Call statt. Wie läuft das ab? Wie gehen die Kinder damit um?

Klasse Kids

Um junge Leserinnen und Leser an die Zeitung heranzuführen, bietet der „Mannheimer Morgen“ die Aktion „Klasse Kids“ an. Seit Jahren unterstützen wir damit Lehrkräfte an Grundschulen darin, die Leselust von Schülerinnen und Schülern zu steigern.

Seit Mittwoch, 10. März, liefern wir zwei Wochen lang den „Mannheimer Morgen“ zu den Kindern. Das Technoseum, Cineplex, Morgenpost und Xmedias unterstützen das Projekt.

Das Unterrichtsmaterial ist auch für Homeschooling geeignet. Alle Teilnehmer erhalten Lesediplome und hatten zudem die Möglichkeit, sich für einen Video-Call mit einem Redakteur oder einer Redakteurin des "MM" anzumelden. 

„Könnt ihr mich hören?“, sind die ersten Worte von „MM“-Redakteurin Lea Seethaler. „Ja“, rufen mehrere Kinderstimmen. Und sehen auch. Denn kurz darauf zeigt das Bild aus dem Klassenraum nicht mehr die Decke des Zimmers, sondern auch die mit Mund-Nasen-Schutz bedeckten Gesichter.

Die erste Hälfte des Video-Gesprächs gehören ganz der Redakteurin: Sie beschreibt einen typischen Tag – nämlich, dass er immer anders kommt, als man denkt. „Es kann schon mal passieren, dass man schon morgens angerufen wird, weil in der Nacht oder am frühen Morgen etwas Wichtiges passiert ist, wie zum Beispiel ein Brand.“ Was dann nicht fehlen darf, sind Notizblöcke, Stift – und ein Schokoriegel, den Seethaler in die Kamera hält. „Manchmal bleibt keine Zeit, um lange Mittagspause zu machen. Da freut man sich über etwas Kleines.“

Die Klasse 4b der Seckenheim Grundschule von Oda Hassenpflug (2.v.l.) liest seit Anfang der Woche den „Mannheimer Morgen“ im Unterricht. © Christoph Blüthner

Nachdem sie von ihrem Leben als „rasende Reporterin“ berichtet hat, übergibt sie das Zepter der Klasse – und die legt los. Sofort schießen zahlreiche Hände die in Höhe. Die Klassenlehrerin, Oda Hassenpflug, nennt das erste Kind. Es tritt nach vorne vor den Laptop und spricht in die Kamera: „Reisen sie beruflich viel?“ Als Lokalredakteurin nicht, gibt Seethaler zu. „Aber ich bin dafür sehr viel in unserer Quadratestadt unterwegs und halte die Augen und Ohren offen.“ Die Schüler möchten alles Mögliche wissen: von Fakten-Fragen („Wie alt ist der ,MM’?“) bis hin zu persönlichen Fragen („Mussten Sie schon mal wegen Ihrer Arbeit ins Krankenhaus?“ und „Wieso haben Sie diesen Beruf gewählt?“). Es entstehen kaum Pausen. Einige Fragen sind leichter auf die Schnelle zu beantworten als andere. Eine Auswahl gibt es am 27. März auf der Kinderseite in unserer „Wochenende“-Beilage zu lesen.

Für unsere Redakteurin hielt die Klasse übrigens zwei kleine Überraschungen bereit: Am Ende des Gesprächs sagten die Kinder ein Rätsel in Reimform auf, und seit dem Gespräch mit Klasse 4b wissen wir auch: „Man kann die Schrift in der Zeitung wegradieren“, sagt ein Mädchen, das es wenige Minuten zuvor einfach mal ausprobiert hat.

Volontariat Geboren am 29. April 1992 in Gießen. Masterstudium an der JLU Gießen mit dem Schwerpunkt Deutsche Literatur. Seit 2019 in Mannheim lebend.