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Reaktionen auf neue Maßnahmen in Mannheim

Kita-Schließung ist "zweischneidiges Schwert" - GEB wirft Kultusministerium Untätigkeit vor

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dpa/lsw/kpl
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Mannheim. Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen bei Kindern schließt die Stadt Mannheim als einzige Kommune im Land ab diesem Mittwoch alle Kitas. Die rund 200 Einrichtungen mit 11 300 Kindern sollen bis zum 1. April dichtmachen, wie die Stadt am Montag mitteilte. Für die Eltern sei die Schließung nach wenigen Wochen Regelbetrieb ein zweischneidiges Schwert. Einerseits sei die Sorge der Eltern, dass sich ihr Kind mit einer Corona-Variante ansteckt, groß, sagte Alice van Scoter vom Stadtelternbeirat in Mannheim. Andererseits seien die Eltern frustriert, wieder den schwierigen Spagat zwischen Kinderbetreuung und Arbeit schaffen zu müssen.

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Die mutierten Viren haben nach ihren Worten auch andere Quarantäneregeln nach sich gezogen. Habe ein Kind in der Kita Kontakt zu einem mit einer Virusvariante infizierten anderen Kind gehabt, müsse gleich dessen gesamte Familie in eine 14-tägige Auszeit gehen. Aktuell sind in Mannheim bereits sechs Kindertagesstätten geschlossen. Dort waren Infektionen mit Virusmutanten aufgetreten. Derzeit seien 330 Kinder sind in Quarantäne.

Bürgermeister Grunert appellierte an die Eltern, wirklich nur im Notfall von der Notbetreuung Gebrauch zu machen. Nach Angaben der Elternvertreterin Scoter waren in der Notbetreuung zuletzt 70 bis 80 Prozent der Kinder in den Kitas.

GEB wirft Kultus- und dem Sozialministerium Untätigkeit vor

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Neben den ab Mittwoch geschlossenen Kitas gilt bereits seit Dienstag eine Maskenpflicht an Grundschulen. Der Gesamtelternbeirat (GEB) für die Mannheimer Schulen warf dem Kultus- und dem Sozialministerium Untätigkeit vor. Grundschulklassen seien unverantwortlich voll, weil den Schulen Räume und Personal zum Trennen der Klassen fehlten. "Wird die Maskenpflicht nicht durch eine obligatorische Testung oder Wechselunterricht ergänzt, sollten auch die Schulen geschlossen werden", sagte der GEB-Vorsitzende Thorsten Papendick. Bislang untersage das Kultusressort Wechselunterricht.

Der Städtetag sieht den generellen Verzicht auf Masken an Grundschulen zunehmend kritisch, da dort wieder alle Schüler präsent seien und das Abstandsgebot nicht gelte. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi forderte kreative Lösungen, um das pädagogische Personal möglichst rasch zu impfen, etwa in Kooperation mit den Kommunen.

Seit den Sommerferien vergangenen Jahres wurden dem Landesgesundheitsamt im ganzen Südwesten 348 Ausbrüche in Schulen mit 1694 Infektionen übermittelt sowie 319 Ausbrüche in Kitas mit 2012 Infektionen, hierunter ist ein Todesfall eines Beschäftigten.

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