Technoseum - Online-Workshop-Reihe hat begonnen / Weitere Angebote in den nächsten Wochen / Auch Jugendliche und Erwachsene können teilnehmen Kinder tüfteln vor dem Computer

Von 
Sylvia Osthues
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Thilo Wüst sitzt im Technoseum und leitet die Kinder von hier am Bildschirm zu Hause an. © Klaus Luginsland/Technoseum

Die Pandemie beschert vielen Menschen viel Zeit zu Hause. Das gilt auch für die Jüngsten. Warum also nicht die Zeit nutzen, um kleine technische Wunderwerke zu erschaffen. Und das mit professionellen Tipps. Das jedenfalls dachten sich einige Kinder im Grundschulalter und wagten sich in den Fasnachtsferien in einem Online-Workshop an witzige Tüfteleien. Mit Neugier, Eifer und viel Lust ließen sie Schritt für Schritt Narrenscheren und Fingerschnapper entstehen.

Das bietet das Technoseum in den nächsten Workshops

Der Workshop wird aus dem Technoseum live gestreamt. Um daran teilzunehmen, gibt es vorab per E-Mail eine Materialliste und weitere Informationen sowie Hinweise zum Link, um sich einzuloggen.

Die Altersangaben sind unterschiedlich, der Fokus liegt aber auf Kindern von sechs bis 12 Jahren; optional können auch Tandems aus einem Kind und einem Erwachsenen teilnehmen. Die Workshops können allesamt mit Materialien bestritten werden, die man ohnehin in der Regel zu Hause hat. Für die Online-Workshops kann man sich bis einen Tag vor dem Termin anmelden.

Donnerstag, 18. Februar, 16 bis 18 Uhr, Online-Workshop: Hausbau, Kinder ab Klasse 1 allein oder in Begleitung eines Erwachsenen.

Freitag, 19. Februar, 16 bis 18 Uhr, Online-Workshop: Balance-Kunst, Kinder ab Klasse 3 allein, Tandem aus einem Erwachsenen und einem Kind, Jugendliche und Erwachsene.

Mittwoch, 24. Februar, 16 bis 18 Uhr, Online-Workshop: Schatten-Skyline, Mädchen und Jungen ab 3. Klasse allein oder in Begleitung eines Erwachsenen.

Mittwoch, 3. März, 16 bis 18 Uhr, Online-Workshop: Milchtütenrennen, Mädchen und Jungen ab 3. Klasse allein oder in Begleitung eines Erwachsenen.

Mittwoch, 10. März, 16 bis 18 Uhr, Online-Workshop: Einfache Kugelbahnen selbstgebaut, Tandemkurs für ein Kind ab Klasse 1 gemeinsam mit einem Erwachsenen.

Mittwoch, 17. März, 16 bis 18 Uhr, Online-Workshop: Verrückte Maschinen, für Mädchen und Jungen ab Klasse 5 oder für Tandems aus einem Erwachsenen und einem Kind.

Mehr Informationen gibt es unter www.technoseum.de. ost

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Initiiert hatte diese experimentelle Aktion das Technoseum, das derzeit regelmäßig solche Online-Veranstaltungen für Kinder im digitalen Live-Format anbietet. Hier haben Mädchen und Jungen die Gelegenheit, ihre experimentellen, beziehungsweise technischen Fähigkeiten auszuprobieren. „Die Kinder beschäftigen sich interaktiv und spielerisch mit Naturwissenschaft und Technik“, erklärt Anke Neuhaus, zuständig für die naturwissenschaftlich technischen Programme im Laborum des Technoseums. „Die Workshops sind alle ziemlich praxisorientiert ausgerichtet.“ Dabei haben die Ferienworkshops jedes Mal ein anderes Thema, und es wird mit verschiedenen Techniken gearbeitet. Die Eltern können als Tandem dabei sein. Die Museumspädagogen sitzen währenddessen im Technoseum und leiten die Kinder von dort am Bildschirm zu Hause an.

Bau aus Milch- und Safttüten

So erläuterte am Rosenmontag Thilo Wüst vom Technoseum den jungen Teilnehmern die Konstruktion von Narrenscheren und Fingerschnappern. Sie seien von der Konstruktion her ziemlich gleich. „Habt ihr die schon mal gesehen?“ fragte Wüst die Kinder und zeigte ihnen ein Modell. „Wenn man es auseinander drückt, kann man auf Entfernung versuchen, zu greifen“, erklärte er. Für den Bau der Narrenscheren und Fingerschnapper wurden im Haushalt zu findende Alltagsmaterialien genutzt.

Eine Materialliste wurde den Teilnehmern nach der Anmeldung per E-Mail zugeschickt. Danach brauchten die Teilnehmer mehrere ausgespülte Milch- oder Safttüten, Karton oder Pappe, Büroklammern, buntes Papier und Dekomaterial. Als Werkzeuge dienten Schere, Lineal, Buntstifte und Locher. Grundlage für den Bau der Narrenschere sind leere Milchtüten. Der Fingerschnapper wird aus Kartonstreifen zusammengeklebt. Bevor alles wie gewünscht funktioniert, ist allerdings etwas Tüftelarbeit notwendig. Der Workshop-Leiter des Technoseums half dabei weiter und gab Tipps für die Umsetzung. Dann aber hieß es für alle in der Umgebung: „Passt auf eure Nasen und Finger auf!“

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Entspannt konnten die Kinder anschließend zunächst für den Bau der Narrenschere Streifen aus Milch- oder Safttüten ausschneiden und sie nach sorgfältigem Lochen mit Büroklammern zu mehreren Scheren hintereinander zusammenfügen. „Das Schnappen funktioniert nicht so gut“, fand der sechsjährige Kenan. „Kann man für die Verbindung auch etwas anderes benutzen?“, wollte seine Mutter wissen. „Schrauben und Unterlegscheiben, beziehungsweise Muttern sind auch eine gute Lösung“, erwiderte Wüst. „Aber dann nicht so fest drehen, damit man die Narrenschere noch bewegen kann.“ Der Fingerschnapper wurde aus Kartonstreifen zusammengeklebt.

Lust auf weitere Termine

Lasses Fingerschnapper hatte einen gefährlichen Monsterkopf. „Bei den Griffen lohnt es sich, sie mit kleinen Holzstücken zu verstärken, damit Du ein bisschen mehr Kraft beim Schnappen rein bringst“, zeigte Wüst dem Achtjährigen. Nach weiteren Hinweisen beklebten die Kinder ihre Narrenscheren und Fingerschnapper mit Buntpapier und Dekomaterial, bemalten die Wellpappe mit Farbstiften und hielten ihre technischen Kunstwerke am Ende freudig in die Kamera.

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„Beim Basteln geht es natürlich immer etwas ruhiger und konzentrierter zu“, ergänzte Wüst. Der achtjährige Aaron nahm nicht zum ersten Mal an einem Workshop im Technoseum teil. „Wir haben vor ein paar Wochen Marionetten gebastelt. Das hat sehr viel Spaß gemacht“, erzählte er. Die Teilnehmer waren sich am Schluss einig: Sie wollen in der nächsten Woche wieder an einem Workshop des Technoseums teilnehmen.

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