Corona-Pandemie - Einsatz der Bundeswehr für Schnelltests von Besuchern und Mitarbeitern in Pflegeheimen ausgeweitet Jetzt hilft die Luftwaffe

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Peter W. Ragge
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Ein Soldat in einem Pflege- und Altenheim, hier fotografiert in Stuttgart, wo die Bundeswehr ebenso bei Corona-Schnelltests hilft. © Sebastian Gollnow/dpa

Fliegender Wechsel zur Luftwaffe: Die Bundeswehr hat am Dienstag die Soldaten, die bisher in den Alten- und Pflegeheimen helfen, kurzfristig abgezogen und am gleichen Tag durch Angehörige der Luftwaffe ersetzt. Statt zuvor 30 helfen jetzt aber 45 Uniformierte, Besucher und Mitarbeiter auf das Coronavirus zu testen. Damit wird der Einsatz der Bundeswehr in Mannheim im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie zum vierten Mal ausgeweitet.

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Seit einer Woche waren die Soldaten des ABC-Abwehrbataillons 750 „Baden“ aus Bruchsal in den meisten der 32 Mannheimer Alten- und Pflegeheimen im Einsatz. Nur drei Häuser hatten signalisiert, dass sie doch keine Unterstützung brauchen. Da von den 30 für die Heime abgeordneten Soldaten aber zwei für Fahr- und Koordinationsaufgaben abgestellt werden mussten, blieben nur 28 Leute für 27 Heime.

Schnell kam man daher zu dem Ergebnis, dass das langfristig nicht reicht. Schließlich geht der Truppeneinsatz darauf zurück, dass die Bundesregierung dem Schutz der Menschen in den Pflegeeinrichtungen „höchste Priorität“ eingeräumt hat, wie es in einem Brief des Bundeskanzleramtes von Mitte Januar an die Kommunen hieß.

Einheit ausgetauscht

Schon am ersten Tag konnten aber zwei Heime, die um Hilfe der Bundeswehr baten, nicht bedient werden – und die Personalknappheit setzte sich fort. Es fehlte das, was Militärs „Durchhaltefähigkeit“ nennen. Daher hat die Stadt auf dem Dienstweg über das Land eine Aufstockung des Kontingents erbeten. Das Kommando Territoriale Aufgaben in Berlin, wo alle Fäden der für die Kommunen kostenlosen Corona-Amtshilfe zusammenlaufen, bewilligte sie dann über das Landeskommando Stuttgart.

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Daraufhin wurden die Kräfte auf 44 – plus ein Koordinator – erhöht. Warum aber dabei die schon in den Heimen eingesetzten und gerade eingelernten Männer wieder abgezogen wurden, beantwortete das Landeskommando auf Anfrage dieser Redaktion nicht. Es hieß nur, das bisher eingesetzte ABC-Abwehrbattaillon habe „aufgrund der Aufstockung die Kräfte nicht mehr stellen“ können. „Daher wurde der Truppensteller ausgetauscht“, hieß es.

Dafür sind Angehörige vom Taktischen Luftwaffengeschwader 33 aus dem Fliegerhorst Büchel nun in Mannheim angekommen. Zu der Einheit gehören auch jene Kampfflugzeuge vom Typ „Tornado“, die im Zuge der sogenannten „Nuklearen Teilhabe“ mit – von den Amerikanern kontrollierten – Atomwaffen ausgestattet werden können.

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Schon seit Mitte Oktober sind 30 Soldaten vom Panzerbataillon 363 Hardheim im Odenwald für das Gesundheitsamt tätig. Sie helfen per Telefon, Kontaktpersonen von Corona-Infizierten zu benachrichtigen. Zudem unterstützen zehn Angehörige des Sanitätsregiments 3 aus Dornstadt und weitere zwei Panzersoldaten aus Hardheim den Coronavirus Diagnose-Stützpunkt des Klinikums. Beide Einsätze sind bis 19. Februar genehmigt – mit Option auf Verlängerung. In den Heimen sollen die Soldaten drei Wochen helfen.

Redaktion Chefreporter