Serie Landtagswahl - Jessica Martin kandidiert im Mannheimer Norden für die KlimalisteBW Jessica Martin, KlimalisteBW, Mannheim-Nord: "Klimakrise ist jetzt"

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Zu Landtagswahl Baden-Württemberg haben wir allen Kandidatinnen und Kandidaten aus den Wahlkreisen Mannheim-Nord und Süd die Gelegenheit gegeben, sich mit Fragebögen den Wählerinnen und Wählern vorzustellen. Die Antworten dokumentieren wir hier, für deren Inhalt sind die Kandidaten verantwortlich.

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Im nördlichen Wahlkreis tritt für die KlimalisteBW Jessica Martin an. Die Psychologin ist 32 und lebt in der Neckarstadt-Ost.

Warum sollten die Mannheimer Sie in den Landtag wählen?

Jessica Martin tritt im Mannheimer Norden für die KlimalisteBW an. © Privat

Klimakrise ist jetzt. Um katastrophale Folgen abzuwenden, ist ein schnelles und entschiedenes Handeln notwendig. Die KlimalisteBW ist die einzige Partei, die einen umfassenden, wissenschaftlich fundierten Plan über die konkreten Maßnahmen vorlegt, die notwendig sind, um die 1,5-Grad-Grenze einzuhalten. Dazu gehört, die Klimakrise auch als größte soziale Frage unserer Zeit zu begreifen. Ich trete dafür ein, auch unseren Enkelkindern noch eine lebenswerte Zukunft auf diesem Planeten zu ermöglichen und den dafür notwendigen Wandel sozial und gerecht zu gestalten.

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Was sind die drei wichtigsten Mannheimer Probleme, die Sie von Stuttgart aus lösen wollen?

Energiewende: Das Großkraftwerk Mannheim ist für 10 Prozent der CO2-Emmissionen Baden-Württembergs verantwortlich. Umweltfreundliche Technologien, die die Strom- und Wärmeversorgung vor Ort sicherstellen können, sind auf dem Markt verfügbar und schon heute wirtschaftlicher.

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Verkehrswende: Damit die Mannheimer Bevölkerung klimafreundlich mobil sein kann,  setze ich mich für die Umverteilung des Straßenraums zugunsten von Fuß- und Radverkehr sowie des Öffentlichen Personenverkehrs ein. Mannheim muss menschen- nicht autofreundlich sein.

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Soziale Gerechtigkeit: Arbeitsplätze, die dem Sachzwang der Klimakrise zum Opfer fallen, müssen schon heute mit zukunftsfähigen Arbeitsplätzen ersetzt werden. Zudem werde mich dafür einsetzen, dass bezahlbare Wohnungen für alle zur Verfügung stehen. Da Gesundheit für mich ein Grundrecht ist, setze ich mich gegen eine weitere Privatisierung des Gesundheitssystems ein. Nicht zuletzt werde ich gegen jede Art von Diskriminierung kämpfen.

Was aus Ihrer Ausbildung und Ihrem Beruf hilft Ihnen in der Politik?

In meinem Beruf als Neuropsychologin bin ich es gewohnt, Informationen aus verschiedenen Disziplinen einzuholen, zu bewerten und in eine Sichtweise zu integrieren. Zudem erlebe ich die Individualität persönlicher Krisenbewältigung aus nächster Nähe. Durch meine Promotion bin ich mit wissenschaftlichem Arbeiten vertraut. All das hilft mir in der Politik. Die Klimakrise ist eine hochkomplexe Angelegenheit. Um ihr zu begegnen, muss die Politik auf die Wissenschaft hören und gleichzeitig die Menschen in ihrer individuellen Situation ernst nehmen.

Haben Sie eine Frage an die Landtagswahl-Kandidaten: Dann schreiben Sie uns eine E-Mail! Bitte notieren Sie darin auch, an welche Kandidatin oder Kandidaten sich Ihre Frage richtet.

Wann haben Sie das letzte Mal Ihre Meinung zu einem Thema geändert und warum?

Mein wohl wichtigstes Umdenken fand 2018 mit dem Hitzesommer und der Fridays-for-Future-Bewegung statt. Früher war ich überzeugt, dass es ausreicht, sich im persönlichen Handeln auf Umweltbewusstsein auszurichten. Als ich mich dann mit den Fakten der Klimakrise befasst habe, wurde mir bewusst, wie fatal sich diese schon heute auf unsere Umgebung und die gesamte Existenzgrundlage der Menschheit auswirkt. Und wie dringend wir reagieren müssen, um die Folgen noch auf ein erträgliches Maß zu begrenzen. Gleichzeitig wurde mir bewusst, dass keine der bestehenden Parteien die dafür notwendigen Maßnahmen anstrebt. Was also tun? Als ich von der Gründung der KlimalisteBW erfahren habe, habe ich mich zur Kandidatur entschlossen. Privat wie politisch halte ich es für enorm wichtig, die eigene Situation immer wieder auf Basis des aktuellsten Kenntnisstandes zu bewerten und das eigene Handeln entsprechend auszurichten.

Wofür haben Sie das letzte Mal an einer Demonstration teilgenommen?

Die Fahrraddemonstration der Kidical Mass im letzten Herbst. Schwerpunkt war die Verkehrsinfrastruktur in Mannheim, die Fahrradfahrer*innen - insbesondere Kinder und ihre Eltern - schwer benachteiligt.

Wer ist Ihr Vorbild und warum?

Mein Vater. Er hat mich dazu erzogen, die Endlichkeit von Ressourcen zu respektieren und achtsam und wertschätzend mit diesen umzugehen.

Worauf freuen Sie sich am meisten, sobald die Corona-Lage es wieder erlaubt?

Dass endlich wieder die ganze Familie - meine Großeltern, Eltern, ich und meine Kinder - zusammenkommen und die gemeinsame Zeit unbeschwert genießen kann. Außerdem kann ich es kaum erwarten, wieder ausgedehnte Ausflüge in den Luisenpark zu unternehmen.

Überblick zu den Kandidaten-Fragebögen aus dem Wahlkreis Mannheim-Nord