Serie „Fragen an die Landtagskandidaten“ - Isabell Fuhrmann will den Mannheimer Süden in Stuttgart vertreten Isabell Fuhrmann, Linke, Mannheim-Süd: „Weil es Die Linke als soziales Korrektiv braucht“

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Zu Landtagswahl Baden-Württemberg haben wir allen Kandidatinnen und Kandidaten aus den Wahlkreisen Mannheim-Nord und Süd die Gelegenheit gegeben, sich mit Fragebögen den Wählerinnen und Wählern vorzustellen. Die Antworten dokumentieren wir hier, für deren Inhalt sind die Kandidaten verantwortlich.

Isabell Fuhrmann ist zuletzt bei Aktionen gegen Atomwaffen und für den Klimaschutz auf die Straße gegangen. © Isabell Fuhrmann
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Isabell Fuhrmann tritt bei der Landtagswahl für die Linken im südlichen Mannheimer Wahlkreis an. Die 51-Jährige ist verheiratet, wohnt in den Quadraten und arbeitet als BDSM-Sexualberaterin.

Warum sollten die Mannheimer Sie in den Landtag wählen?

Weil es Die Linke als soziales Korrektiv im Landtag braucht. Sie ist die einzige Partei, welche die Klimakrise als größte soziale Frage unserer Zeit begreift und mit allen anderen sozialen Fragen verbindet. Wir werden unermüdlich den Finger in die Wunde legen, wenn zum Beispiel von Bildungsgerechtigkeit gesprochen wird, aber Kitas weder wohnortnah noch gebührenfrei zur Verfügung stehen. Wenn gute Gesundheitsversorgung versprochen wird und gleichzeitig Personal fehlt oder gar Krankenhäuser geschlossen werden. Wer eine Verkehrswende will, darf den Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs nicht stocken lassen.

Mich sollte man wählen, weil ich auch nach der Wahl entschlossen für linke Forderungen einstehen werde und einer Partei angehöre, die sich nicht von Lobbyistinnen und Lobbyisten und von Konzernen einkaufen lässt.

Was sind die drei wichtigsten Mannheimer Probleme, die Sie von Stuttgart aus lösen wollen?
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Universitätsmedizin Mannheim: Sie muss als Ort der Ausbildung, Wissenschaft und gesundheitlichen Vollversorgung abgesichert und zukunftssicher gemacht werden. Dazu wird dringend die feste Zusage zur Übernahme vom Land Baden-Württemberg und darüber hinaus ein Ablaufplan benötigt, der unter anderem den Beschäftigten die nötige Sicherheit bieten kann.

Rheindammsanierung: Sie muss den klimatischen Herausforderungen der Zukunft gewachsen sein. Deshalb braucht es eine selbsttragende Spundwandlösung und den weitestgehenden Erhalt des Waldparks.

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Bildung: Die Corona-Krise zeigt uns deutlich, dass nicht jedes Kind von Haus aus die optimalen Bedingungen für Bildungserfolg hat. Für Mannheim konkret möchten wir, dass angelehnt an das Erfolgskonzept der IGMH auch im Mannheimer Süden eine Gesamtschule entsteht.

Was aus Ihrer Ausbildung und Ihrem Beruf hilft Ihnen in der Politik?
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Das Kunststudium verhindert Denkblockaden und hilft bei kreativen Lösungen. Meine Arbeit in einem Betreuungsbüro hat meinen Blick auf die sozialen Probleme und darauf, was sich ändern muss, geschärft. Meine jetzige Selbstständigkeit lehrt mich Selbstorganisation und kommunikative Fähigkeiten.

Haben Sie eine Frage an die Landtagswahl-Kandidaten: Dann schreiben Sie uns eine E-Mail! Bitte notieren Sie darin auch, an welche Kandidatin oder Kandidaten sich Ihre Frage richtet.

Wann haben Sie das letzte Mal Ihre Meinung zu einem Thema geändert und warum?

Als ich mich entschieden habe, zur Landtagswahl zu kandidieren. Neben meinem Selbstzweifel, ob ich tatsächlich die richtige Kandidatin bin, wurde meine Mutter während des ersten Lockdowns pflegebedürftig, und ich hatte das Gefühl, den Anforderungen von Beruf, Familie und Wahlkampf nicht gerecht werden zu können. Die kritische Reflexion, aber auch die großartige Unterstützung meines sozialen und politischen Umfeldes haben meine Meinung korrigiert.

Wofür haben Sie das letzte Mal an einer Demonstration teilgenommen?

Die letzte Kundgebung war am 22. Januar, zum Inkrafttreten des Atomwaffenverbotsvertrages. Die letzte Demo war der von „Fridays for Future“ organisierte Klimastreik im Herbst.

Wer ist Ihr Vorbild und warum?

Ich tue mich schwer mit Idolen, insbesondere außerhalb von Kontexten. Wie käme ich dazu, Nelson Mandela gegen Banksy abzuwägen? Banksy bewundere ich dafür, dass er mit seiner Streetart den öffentlichen Raum für die Menschen, die dort leben, zurückerobert, seine Kunst der kapitalistischen Verwertungslogik entzieht und durch Anonymität sich Personenkult und Geniegedanken verweigert.

Worauf freuen Sie sich am meisten, sobald die Corona-Lage es wieder erlaubt?

Begegnung, Umarmung, Kontakt. . . Auf einen Nachmittag in der Kunsthalle und danach ein Glas Wein in meiner Lieblingskneipe.

Zu den Kandidaten-Fragebögen aus dem Wahlkreis Mannheim-Süd