Betreuung - Elterninitiative ruft zu Aktion vor dem Rathaus auf – mit gebotenem Abstand „Herzenswünsche“ gehen an die Politiker

Von 
Bertram Baehr
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Mehr an die Familien denken: Das wünschen sich Eltern und Kinder. © Elterninitiative Mannheim

Mannheim. Die ersten Herzen sind schon fertig. „Ich möchte wieder zum Kinderballett“, bekundet die vierjährige Sophia. Und die gleichaltrige Clara formuliert: „Ich vermisse meine Freunde!“ Bis Donnerstagnachmittag sollen viele solche Herzen zusammenkommen – und an einer langen Wäscheleine vor dem Rathaus in E 5 aufgehängt werden. Das wünscht sich die vor wenigen Tagen gegründete Elterninitiative Mannheim, wie Sprecherin Nora Dreier betont. Sie freut sich, bei der von der Verwaltung genehmigten Aktion um 15.30 Uhr Bildungsbürgermeister Dirk Grunert begrüßen zu können.

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„Mehr Herz für Familien in der Corona-Krise“: Unter diesem Titel steht das Treffen in der Innenstadt, bei dem man selbstverständlich auf Abstand achten werde. „Die Initiative haben wir spontan ,aus der Not heraus’ gegründet, weil wir selbst betroffen sind und in unserem Umfeld die Familien immer mehr unter den Corona-Maßnahmen leiden“, blickt Nora Dreier auf den Montag vergangener Woche zurück.

Bund und Land hatten gerade deutlich gemacht, dass die Kitas wohl noch viele Wochen geschlossen bleiben sollten, auch Parks und Spielplätze sind nach wie vor gesperrt. „Nachdem keine Ansage kam, wie es weitergehen soll, beschlossen wir, dass wir etwas tun müssen“, so Dreier. Wir: Das sind 15 Eltern aus der Neckarstadt, Wohlgelegen, Käfertal und Schwetzingerstadt, Mütter wie Väter.

Einschnitte in Grundrechte

„Es geht um die Rechte unserer Kinder“, sagt Nina Marzioch. Sie ist Juristin und sieht in den Corona-Maßnahmen teils heftige Einschnitte in Grundrechte. „Kleine Kinder lernen außerdem viel durch den sozialen Kontakt mit anderen Kindern. Auch ein noch so engagierter Erwachsener kann das nicht ersetzen“, betont sie. Außerdem verschärften sich „die schon vor Corona existierenden ungleichen Bildungschancen“.

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Der wichtigste Punkt, der für die Öffnung der Parks und ein Betreuungs- und Freizeitangebot spreche, ist aus der Sicht der Elterninitiative das „Recht von Kindern auf körperliche Unversehrtheit“. Soziale Kontakte und öffentliche Betreuungseinrichtungen, davon ist Nina Marzioch überzeugt, „können Kinder vor häuslicher Gewalt schützen“.

Bei der Aktion am Donnerstag, betont Nora Dreier, „wollen wir Herzensbotschaften an unserer Politiker senden“, damit die Betroffenen „endlich gehört werden“. Dafür sollten Eltern mit ihren Kindern die Herzen gestalten und zwischen 8 und 15 Uhr vor dem Rathaus abgeben. Auf der Facebookseite „Eltern-gegen-die-Corona-Kita-Krise“ gibt es Bastelanleitungen und weitere Infos, außerdem hat die Initiative eine Online-Petition gestartet.

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Bereits vor einer Woche hatte sich der Mannheimer Stadtelternbeirat (STEB), die Vertretung von Eltern städtischer Betreuungseinrichtungen, mit einem offenen Brief an Bundes- und Landesregierung gewandt. „Ermöglichen Sie es Kindern, sich draußen mit einem Freund zu treffen“, lautete eine der Forderungen. Wichtig ist dem STEB daneben eine Öffnung der Parks und Spielplätze, „wenn nötig, mit Auflagen“. Kurzum, so der Appell: „Geben Sie Kindern, Eltern und Erziehern eine Perspektive auf einen normalen Alltag.“

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Hier geht's zur Onlinepetition

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