Innenstadt - Derzeit fehlt die Rechtsgrundlage

Handel in Mannheim will offenen Sonntag

Von 
Peter W. Ragge
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Ein verkaufsoffener Sonntag in Mannheim soll die drastischen Umsatzverluste durch die Geschäftsschließungen wegen der Corona-Pandemie auffangen. © Andreas Arnold

Mannheim. Der Handel in der Innenstadt wünscht sich am 4. Juli einen verkaufsoffenen Sonntag. Er soll zusätzlich zum sonst üblichen Termin am ersten Sonntag im Oktober stattfinden und helfen, die drastischen Umsatzverluste durch die Geschäftsschließungen wegen der Corona-Pandemie aufzufangen. „Wir haben das bewusst früh beantragt“, sagt Lutz Pauels, Vorsitzender der Werbegemeinschaft Mannheim-City.

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Oberbürgermeister Peter Kurz sieht dafür aber „im Augenblick keine Möglichkeit“, wie er im Hauptausschuss sagte. Voraussetzung wäre eine gesetzliche Änderung. Bislang sind verkaufsoffene Sonntage in Baden-Württemberg nur zulässig, wenn sie im Zusammenhang mit einem großen Fest stehen. Im Oktober ist das stets die Marktmeile, die sich von der Herbstmess über den Stoffmarkt auf dem Marktplatz bis zu den Kapuzinerplanken erstreckt. Im Juli fehlt eine solche Veranstaltung.

Ausnahme wegen Corona?

In der Landespolitik gibt es mehrere Vorstöße, zusätzliche verkaufsoffene Sonntage ohne Anlass zu genehmigen – als Ausnahme wegen Corona. „Das wäre sinnvoll, darauf hoffen wir sehr, und es gab ja auch schon Signale in diese Richtung, dass das möglich ist“, sagt Lutz Pauels. Erst muss sich aber die neue Landesregierung gebildet haben.

„Noch gibt es keinen Rechtsrahmen, der das trägt“, erklärt Kurz dazu. Sollte sich die Rechtslage ändern, wäre die Stadt nach seinen Worten jedoch bereit, das zu unterstützen. Dazu gehörten auch die dann nötigen Gespräche mit den Kirchen und den Gewerkschaften, die bislang immer nur einem verkaufsoffenen Sonntag pro Jahr in Mannheim zugestimmt hatten. „Ob der ins Auge gefasste Termin aber noch sinnvoll und diskutabel ist, steht auf einem anderen Blatt“, meldete Kurz Zweifel an, dass bis Anfang Juli die Infektionen mit dem Coronavirus so weit zurückgegangen sind, dass solche Großveranstaltungen überhaupt machbar wären. 

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Redaktion Chefreporter