Geburtstag - Hermann Haetscher wird 90 Jahre alt Hafen mit aufgebaut

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Er sitzt im Rollstuhl, ist aber weiter geistig äußerst rege und verfolgt von seinem bayerischen Altersruhesitz Hallbergermoos sehr intensiv das Mannheimer Geschehen: Hermann Haetscher. Nun feiert er seinen 90. Geburtstag und zählt sich zu den letzten Überlebenden, die beim Kriegsende auf dem Lindenhof waren. Nie hat er vergessen, wie er als Jugendlicher nach dem schweren Bombenangriff im September 1943 gezwungen war, mit einem Freund 23 verkohlte Leichen aus einem zerbombten Haus in der Bellenstraße auszugraben.

Aktiv für die Jugend des MFC 08

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Haetscher zählt zu jener Generation, die Mannheim und besonders den Hafen nach dem Krieg aufbaute. 1944 begann er im Alter von 14 Jahren bei der Schifffahrts- und Speditionsgesellschaft Fendel-Rhenus eine kaufmännische Lehre, die er erfolgreich 1947 abschloss. 1953 wechselte er als Leiter der Spedition und Schifffahrt zur C.G. Maier AG in Mannheim, übernahm nach der Umwandlung dieser Gesellschaft in die Harpener AG 1973 bis zu seinem Ausscheiden 1990 die Gesamtleitung.

Den Aufbau des Getreidespeichers und der Lebensmittelreserve des Bundes im Hafen trieb er maßgeblich voran – und als nach Ende des Kalten Krieges die Lager aufgelöst wurden, war er, obwohl schon längst Ruheständler, noch mal als Berater gefragt. Haetscher gestaltete die Anfänge der Produktenbörse mit, war aktiv im Schifffahrtsverein, zählt zu den Gründungsmitgliedern der Jugend- und Schülerabteilung des MFC 08 Lindenhof und engagierte sich bei der Industrie- und Handelskammer als Prüfer. Zudem war er Mitgründer und erster Vorsitzender der Fördergesellschaft des damals neu gegründeten Ludwig-Frank-Gymnasiums.