Hochwasserschutz - Bürgerinitiative und Baumschützer sehen dem Beginn des Planfeststellungsverfahrens für die Erneuerung des Deichs entgegen Gespannte Erwartung am Rheindamm

Von 
Thorsten Langscheid
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Nach jahrelangen Diskussionen um die Sanierung des Rheindamms und den damit verbundenen „vollständigen Verlust des Baumbestands“ fasst Wolf Engelen von der Bürger-Interessengemeinschaft (BIG) Lindenhof noch einmal die Argumente gegen den drohenden Kahlschlag am Damm zusammen. Demnächst wird der Beginn des Planfeststellungsverfahrens für die aufwändige, nach Schätzungen etwa 16 Millionen Euro teure Damm-Erneuerung erwartet. Finanziert wird das Vorhaben aus dem Wasserpfennig, einer Abgabe für die Wasserentnahme der Industrie.

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Engelen, der für die FDP im Bezirksbeirat Lindenhof mitarbeitet, wollte sich von Anfang an nicht mit der Vorstellung abfinden, dass für die Erneuerung des Rheindamms auf der 3,7 Kilometer langen Strecke zwischen Großkraftwerk und Donnersbergstraße (Lindenhof) etwa sieben Hektar Wald „dauerhaft vernichtet werden“.

Spaziergängern am Rheindamm auf dem Lindenhof. © Thomas Rittelmann

Die ersten Informationen, dass der um die 120 Jahre alte Mannheimer Rheindamm – mit Geldern aus dem Wasserpfennig übrigens – von Grund auf erneuert werden soll, kamen Ende 2016 aus Stuttgart. In der Zwischenzeit hat die Lindenhöfer Bürger-Interessengemeinschaft sich nicht nur intensiv mit den Planungen des für die Dammsanierung zuständigen Regierungspräsidiums (RP) in Karlsruhe auseinandergesetzt, sondern auch eigene Vorschläge für eine, wie die BIG-Aktiven glauben, „kostengünstigere und hochwassersichere“ Alternative unterbreitet. Vier Fünftel des alten Baumbestands am Rheindamm, so die BIG, könnten erhalten werden. Dafür hat die BIG eine eigene Machbarkeitsstudie bei einem Wasserbau-Ingenieur in Auftrag gegeben.

Die Sanierung ginge wesentlich schneller, sei billiger und biete mehr Sicherheit, wenn statt der Erdbauweise, die das Regierungspräsidium plant, stattdessen eine selbsttragende Spundwand in den bestehenden Damm eingebracht würde. Nur rund zwölf bis 18 Monate würde die Bauzeit dann betragen, statt vier bis fünf Jahre, wie offiziell vorgesehen. Zudem wäre auch keine sogenannte Dammverteidigung nötig, so die BIG und ihr Gutachter, da die Spundwand nicht brechen oder durchsickern könne.

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Eine Online-Petition der BIG Lindenhof haben nach Engelens Angaben bislang rund 40 000 Menschen unterzeichnet. lang

„Konferenz der Bäume“

Zu einer Mahnwache für die Rettung der Waldparkbäume lädt die Plattform „Konferenz der Bäume“ am Sonntag, 21. Februar, 14.30 Uhr, ein.

Treffpunkt ist am Damm in Höhe Speyerer Straße, Organisatorin der Mahnwache ist Jutta Sichau.

Wie Wolf Engelen mitteilt, seien 20 Personen für das Treffen angemeldet. lang

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Redaktion schreibt als Reporter über Mannheimer Themen